![]() |
Keine Ruhe hat sich Edguy-Frontmann Tobias Sammet in den letzten Jahren gegönnt. Anstatt Urlaub auf Hawaii oder sonstwo zu machen, hat er eine Rockoper quasi im Alleingang auf die Beine gestellt - angefangen vom Schreiben der Handlung bis hin zu den Kompositionen lag die gesamte Verantwortung auf seinen Schultern. Das Schweiß- und Herzblutvergießen hat sich aber gelohnt, denn "Avantasia" ist wirklich ein Meilenstein geworden, mit einer stattlichen Besetzungsliste an Gästen, die seine Figuren stimmlich zum Leben erwecken.
"Ich hab mich extra gestylt für dieses Telefoninterview, das ist einfach professionell", beginnt der schon am Morgen gutgelaunte und für seine spaßige Ader bekannte Edguy-Shouter unser Gespräch. "Ich stehe schließlich nicht mit strubbeligen Haaren auf und gebe dann Interviews, schließlich habe ich auch einen Ruf zu verlieren - no Business like Showbusiness, da muß man auch gut für Phoner aussehen. Ich habe auch extra die Bühnenklamotten angezogen und kann mich kaum bewegen, weil die ganzen Nieten so schwer sind und das Leder noch steif ist, aber das ist okay - darf ich die Sonnenbrille abnehmen?" Tobias Sammet |
|
Den etwas seltsamen Titel kann man nur schwer mit einer bestimmten Bedeutungsvorstellung verknüpfen; offensichtlich stand das Wort "Phantasie" bei seiner Bildung Pate, was Toby auf Nachfrage auch bestätigt.
"Der Titel steht eigentlich für eine in der Geschichte allgegenwärtig existentielle Geistwelt, also eine nichtmaterielle Welt, in der unsere Spirits wohnen und die in einer nicht weit entfernten Parallel-Dimension ist - und trotzdem finden sich so viele Leute nicht, obwohl es eigentlich ganz einfach ist. Das Wort habe ich aus den beiden Wörtern 'Avalon' und 'Phantasie' gebastelt, wobei Avalon die nicht materielle Welt in der Artus-Sage ist, in die man nach dem Tod hingegangen ist; und das Wort Phantasie braucht man wohl nicht näher zu erläutern, es spricht für sich. 'Avantasia' ist im Prinzip ein Land, eine Welt in meiner Geschichte." Im Gegensatz zu Tobias scheint der Jugend heutzutage die Phantasie schon völlig abhanden gekommen sein - was wohl ein Phänomen des Zeitgeistes ist, nach dem sich die heutige Jugend immer rasanter zu einer reinen Spaßgesellschaft entwickelt, in der das Fast-Food-Entertainment zum festen Bestandteil der Unterhaltungskultur geworden ist. |
![]() |
Text Interview: Stephan Treu
Internet-Text: Sven Lohnert

Mehr darüber gibt´s im Heft 2/01 nachzulesen!
Falls Ihr dieses Heft bestellen möchtet - einfach anklicken!