![]() Endlich wieder da: BLIND GUARDIAN |
Schnörkellos verschnörkelt! Die epischen Power-Metaller Blind Guardian erinnern sich an ihr ureigenes Festival in Coburg vom letzten Jahr. Ihre Doppel-DVD "Imaginations Through The Looking Glass" von diesem Ereignis ist dafür der Anlaß. Es kam, wie es kommen mußte, irgendwann spätabends unterhielt man sich darüber, was wohl ein "Krefelder" ist: Bier mit Cola, Altbier mit Schuß oder wie in meiner Heimatregion (Dortmund/Bochum) Altbier mit Cola. Da stoßen Weltanschauungen aufeinander, eine einzige Wahrheit scheint es hier nicht zu geben. Wenigstens beim Krefelder Trupp Blind Guardian ist eindeutig, was drin sein muß: Sänger Hansi Kürsch, Drummer Thomen Stauch und die Gitarristen Marcus Siepen und André Olbrich. Die Mittdreißiger haben Blind Guardian 1986 gegründet und gehen somit "straight" auf ihr 20. Bandjubiläum zu. |
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Alle Nachfragen, ob sich die Lebensumstände der Gruppe auf die Musik niedergeschlagen haben, werden immer wieder verneint. Immerhin gründeten sie sich noch quasi im spätpubertären Alter, und nun sind sie zumeist Familienväter mit langen Haaren.
Gibt es etwas, was ihr musikalisch oder privat anders machen würdet, wenn ihr noch mal die Chance dazu bekämt? "Musikalisch bis auf das Debüt nicht. Privat", wirft Hansi Kürsch ein, "gäbe es schon etwas. Ich habe mich über Jahre nur noch in meine Arbeit verschanzt. Ich ging morgens ins Studio und arbeitete an Musik, Texten und so weiter bis spätabends. Als ich nach Hause kam, habe ich an nichts Anteil genommen. Wenn ich ehrlich bin, so kann ich gar nicht verstehen, wieso meine Partnerin das mitgemacht hat. Wir sind nicht in den Urlaub gefahren. Nichts. Mein gesamtes sogenanntes Leben fand tagsüber mit und für Blind Guardian statt." Hat die Geburt eures Kindes das verändert? "Kann man wohl sagen. Ich lebe nun auch außerhalb von Blind Guardian." |
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So viele Bekannte habt ihr?
"Nein, das sind schon Fans. Und das macht uns sehr stolz. Aber zurück zum Festival. Die Idee zu dem Blind Guardian-Festival kam mit dem Auftritt in Wacken. Der war sehr geil, so daß wir dachten, dort eine DVD aufzunehmen hätte schon was. Was uns allerdings störte, war, daß in Wacken, selbst wenn du Headliner bist, auf der Bühne viel zuviel Zeugs von den anderen Bands herumsteht und spezielle Show- und Lichteffekte eben nicht möglich sind. Das ist kein Kritikpunkt an Wacken. Anders geht es da nicht. Als wir die Idee aber weitersponnen, hatten wir uns in den Kopf gesetzt, zum Entsetzen vieler, die mit uns arbeiten, genau dieses spezielle Blind Guardian-Ding durchzuziehen. Wir wollten die möglichst optimale Show, in der alles auf uns zugeschnitten sein würde. Wieviel Arbeit das bedeutete, kannst du gut auf der DVD sehen, und hätten wir nicht so ein gutes Team um uns herum, dann wäre es nie und nimmer möglich gewesen, alles zu realisieren. Als Musiker kannst du zwar deine Ideen hineinbringen, aber man muß auch Verantwortung abgeben können. Und bis auf Kleinigkeiten sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Warum gerade in Coburg? Wir wollten ein Open-Air, und der Ort schien uns interessant und geeignet, obwohl gerade von den örtlichen Verantwortlichen einige Bedenken hatten wegen der zu erwartenden Metal-Fans. Doch wir wußten, daß unsere Fans wesentlich besser sind als der allgemeine Ruf. Klar saufen die zum Teil ernorme Mengen, sind dabei aber, wie die beiden Festivaltage im nachhinein zeigten, sehr umgänglich und friedlich." |
Text-Interview: Michael Lorant
Internet-Text: Sven Lohnert

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