DORO
Tausendfach geliebt


DORO verzaubert diesmal
KLASSISCH ihre Fans!
Ehrlich, nett und extrem fleißig. Drei Eigenschaften, die einem sofort einfallen, wenn der Name Doro fällt. Ende September erscheint ihr neues Album "Classic Diamonds" mit neuarrangierten eigenen Stücken, Songs aus der Warlock-Ära sowie brandneuen Nummern wie der ersten Single "Let Love Rain On Me" oder der kultverdächtigen Cover-Version "Breaking The Law", die Doro Pesch mit dem einzigartigen Udo "Love me or hate me" Dirkschneider einsang. Die Besonderheit: Auf dem kompletten neuen Werk ist das "Classic Night Orchestra" mit von der Partie, das manch einem Standard wie "Für immer" oder aber "I Rule The Ruins" vollkommen neues Leben einhaucht.

Erstaunlicherweise klingt "Classic Diamonds" mächtig und imposant, trotzdem so gut wie keine elektrischen Gitarren verwendet worden sind.

"Eigentlich gibt es E-Gitarren nur in 'She's Like Thunder, meiner neuen Hymne für Regina Halmich. Zunächst konnte ich mir ein neues Doro-Album ohne den Einsatz von E-Gitarren überhaupt nicht vorstellen, da gab es dann viele Diskussionen pro und contra. Aber die cleanen und akustischen Sounds ergänzten sich mit dem Orchester viel besser. Gleich einige neue Versionen älterer Doro- oder Warlock-Stücke klingen in diesem neuen Klanggewand besser als die Originale. Sie sind fetter, haben mehr Power, und das ganze Soundspektrum ist jetzt viel besser abgedeckt worden. 'She's Like Thunder' ist aber die neue Einzugshymne für Regina, und da mußten richtige Heavy-Gitarren einfach her. Da hat sonst nichts funktioniert. 'She's Like Thunder' war auch der letzte Song, der im Rahmen der neuen Aufnahmesessions fertig geworden ist."

Bands wie Deep Purple, Kiss oder Metallica haben sich bereits, mit größerem oder kleinerem Erfolg, mit dem Thema "Rock meets Classic" auseinandergesetzt. Doro konnte sich zunächst ein ähnlich gelagertes Unterfangen aber nicht vorstellen.

"Ich fand die balladesken Metallica-Stücke, die die Band zusammen mit einem Orchester eingespielt hat, ziemlich gut. Ich fand auch einiges auf der Kiss-Klassik-DVD gut. Die habe ich auf meiner Australien-Tournee geschenkt bekommen. Für meine Zwecke konnte ich mir so eine Umsetzung meiner Stücke aber nicht vorstellen. Es war ein recht langer Weg, bis das Album 'Classic Diamonds' eingespielt worden ist. Wenn ich jetzt aber das fertige Album höre, bin ich doch sehr froh, es gemacht zu haben. Denn so eine Chance bekommt man wohl nur einmal in einem Musikerleben."

Das dachten sich Deep Purple seinerzeit wohl auch.

"Klar! Man sollte niemals nie sagen. Aber das ganze Unternehmen 'Classic Diamonds' war so aufwendig und kompliziert durchzuführen, daß ich mir derzeit eine Fortsetzung nicht vorstellen kann."

DORO ist unschlagbar!



"She's Like Thunder" ist nicht Doros erste Hymne für Regina Halmich. Allerdings die erste, die für Deutschlands populärste Boxerin sozusagen maßgeschneidert worden ist.

"Zuletzt, in den vergangenen zwei Jahren, hat Regina den Titelsong meines letzten Studioalbums 'Fight' als Einzugshymne verwendet. Das Stück war allerdings damals nicht extra für sie geschrieben worden. Ich habe es ihr einfach nur angeboten. Vor einigen Monaten haben wir dann telefoniert, und Regina hat mich gefragt, ob es denn eventuell möglich wäre, extra für sie einen neuen Song zu schreiben. Natürlich hat ihr mein Vorschlag gefallen, einen Song mit mächtigen Gitarren, Blitz und Donner und der Mitwirkung eines klassischen Orchesters zu bekommen. Ich habe die CD mit dem gerade erst fertiggewordenen Stück Regina vor ungefähr einer Woche zugeschickt, und sie ist mit dem Ergebnis total glücklich. Sie hat mich gleich am nächsten Tag angerufen und gemeint, daß es genau das ist, was sie sich erhofft hätte."




Doro Pesch und Regina Halmich. Was auf den ersten Blick wie eine durch die Medien konstruierte Freundschaft ausgesehen haben mag, ist in Wahrheit eine echte Freundschaft. Die Sängerin kennt die Boxerin nämlich seit bereits knapp zehn Jahren. Kennengelernt haben sich die Damen, als die Boxerin aus Karlsruhe zwar bereits erfolgreich war, aber mitnichten berühmt. Damals konnte sie von Live-Übertragungen ihrer Kämpfe im Fernsehen noch träumen.

"Ich bin eine Rocksängerin, sie ist eine Sportlerin. Dementsprechend selten sehen wir uns. Aber wenn wir uns sehen oder wenn wir telefonieren, ist es immer sehr nett. Ich würde schon sagen, daß sich da inzwischen eine richtige Freundschaft entwickelt hat. Beim ersten Kampf, den ich von Regina vor Ort gesehen habe, ist sie mit 'All We Are' in den Ring eingezogen. Das fand ich natürlich sehr toll. Ich ging ihr gratulieren, weil sie an dem Abend auch noch gewonnen hat. Und seitdem sind wir im Kontakt. Ich bin immer wieder zu ihren Kämpfen gekommen, sie kam zu meinen Konzerten. Als wir dann am Album 'Fight' arbeiteten, schickte ich Regina die Demos zu den Songs 'Fight' und 'Always Live To Win', weil ich dachte, daß sie gut zu ihr passen würden. Zuerst war sie total von 'Always Live To Win' angetan, später entschied sie sich aber für 'Fight'. Und der Song ertönte dann bei ihren Kämpfen, wie gesagt, sehr lange. Wir verstehen uns wirklich gut, und ich habe großen Respekt davor, was sie leistet. Als wir uns zum ersten Mal trafen, war das Frauenboxen wirklich eine absolute Randsportart. Und als ich bei ihrem letzten Kampf in Karlsruhe war, war die größte Sporthalle in der Stadt voll."

Wie würdest du deine eigene Liaison mit dem Boxen bewerten? Dein Auftritt beim unsäglichen Prominentenboxen auf RTL und der Kampf gegen Gina Wild alias Michaela Schaffrath hat dir wohl einiges an Publicity eingebracht, zugleich aber auch einiges an Häme.

"Es war Spaß, Abenteuer, zugleich aber auch ziemlich kraß. Ich bin ja damals so ziemlich in allerletzter Sekunde eingesprungen, war zu der Zeit auf Tournee und hatte noch fünfzig Konzerte vor mir. Zunächst dachte ich ja, es würde sich um die totale Spaßveranstaltung handeln. Dann aber saß ich vor meinem Kampf in der Umkleide, und plötzlich kam ein Masseur mit einem blutverschmierten Handtuch rein. Ich bin etwas erschrocken, fragte, was los ist, und erfuhr, daß der Schauspieler Claude-Oliver Rudolph recht heftig zugerichtet worden ist. Sein Gesicht war vollkommen blutig, und er mußte quasi sofort aus dem Ring ins Krankenhaus gebracht werden. Da fragte ich mich dann schon, ob ich mich richtig entschieden habe. Ich kam ja gerade aus Rußland und dachte eigentlich nur, daß ich durch den Kampf ein wenig Werbung für meinen Song 'Always Live To Win' machen könnte. Mein Kampf gegen Michaela verlief dann an und für sich ganz gut, auch wenn ich nach wie vor finde, daß die Punktrichter etwas fairer hätten sein können. Ein Unentschieden wäre wohl fairer gewesen."

Hast du denn nach dem Kampf noch mit Michaela-Gina gesprochen?

"Wir haben nur einige Sätze gewechselt. Die Stimmung war komisch, ihre Nase war angebrochen, und ich mußte mich ja sofort auf das Konzert am nächsten Tag in Köln konzentrieren. Ich bin dann gleich ins Hotel gefahren und hatte bereits zu dem Zeitpunkt eine recht heftige Blasenentzündung. Die habe ich mir bei den DVD-Aufnahmen am Vorabend in der Balver Höhle eingefangen. Da war es ziemlich kalt und feucht. Das war schon ein sehr stressiger Zeitraum in meinem Leben. So etwas muß ich nicht alle Tage haben."

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Es gibt nur wenige Deutsche Künstler, die tun und lassen können was sie wollen. Everybody's Darling und Rockröhre DORO gehört zu dieser handverlesenen Gattung. Ihre getreuen Fans folgen ihr überall hin und unterstützen sie sogar bei ihrem neuesten Streich "Classic Diamonds". Grund genug für Nikolas Krofta seine Bratsche einzupacken und sich bei den Proben einzuschmuggeln - doch lest selbst [hier nur in verkürzter Form] das vollständige Interview im neuen Break Out 7/2004 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel.

Text Interview: Nikolas Krofta
Internet-Text: Sven Lohnert



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©breakout 09/2004