GOTTHARD
Ferkelstechen In Tokyo


Mandy kriegt euch alle!...
Hierzulande haben sich die Gotthard-Anhänger grundsätzlich in zwei Lager aufgespaltet. Zum einen gibt es die Die-hard-Fans aus den "Dial Hard"- und "G."-Zeiten und zum anderen die Melodic-Freunde aus der jüngeren Phase der Band, die mit "Defrosted" begann und sich über "Open" bis zur letzten Scheibe "Homerun" hinzieht. Gotthard selbst stehen voll und ganz zu dieser musikalischen Wandlung - weil es einfach deren Weg der Weiterentwicklung ist. Im Endeffekt hat sich die Combo ja auch in die richtige Richtung weiterentwickelt, denn eine ausverkaufte Deutschland- und Schweiz-Tour spricht für sich und den eingeschlagenen Weg von Gotthard. Und seien wir doch mal ehrlich: Jeder von uns hört noch heute Bon Jovi und kauft sich deren neue CDs, obwohl sie auch nicht mehr den Härtegrad haben wie noch vor fünfzehn Jahren.

Auch die Japaner sind von dem "Homerun"-Virus befallen - sogar die japanische Metal-Bibel Burrn! erklärte das Album zur Platte des Monats und feierte es regelrecht ab. Zwischen einigen Österreich- und Frankreich-Shows und vor Beginn der Deutschland-Tour begab sich die Band für fast eine Woche nach Tokyo, um dort ihre Lorbeeren einzuheimsen. Da klinke ich mich natürlich ein, um den japanischen Infekt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Steve hatte er anscheinend schon...


Da geht's lang...sagt Steve!
28. Februar - 1. März 2001: Arrival
Nach einer langdurchzechten Nacht in Stuttgart mit Kollegin Birgit Bräckle - auch "schwäbische Plaudertasche" genannt - und Sandra Eichner vom Metal Heart treffe ich mit einem schweren Kopf morgens am Stuttgarter Airport auf Gotthard-Manager Jan Bayati (auch bekannt als Manager von Pink Cream 69 oder als Enfant terrible der Karlsruher Musikszene), um unseren Flieger nach London zu entern. Dort sollen wir dann mit den Musikern und der Crew zusammentreffen, die aus Zürich kommen. Nachdem wir uns herzlich begrüßt und unsere Späße über englische BSE- und MKS-Probleme gemacht haben, steigen wir in den Jumbo, der uns innerhalb der nicht weiter erwähnenswerten Zeit von satten zwölf Stunden (!) über die russische Einöde nach Tokyo/Narita bringen soll. In Narita angekommen, ist auch schon das erste Problem da: Der Koffer von Rolf "Der Vollstrecker" Schlup (BMG Ariola Produktmanager aus Zürich und Mitförderer von Gotthard) wurde vom Inselaffen-Personal der British Airways in London-Heathrow einfach vergessen, in den Jet zu packen. Resultat: wieder üble Witze über die Engländer!

Nichtsdestotrotz und gutgelaunt nehmen wir den von der japanischen Plattenfirma bereitgestellten Shuttlebus und setzen uns in Richtung Tokyo-City in Bewegung. Immer wieder faszinierend, was man auf der etwa einstündigen Fahrt so alles sieht: Zum einen haben wir da den Skidom, in dem die Japaner mitten im Hochsommer dem Wintersport frönen können und somit eine Art Alpen-Flair in ihre völlig verbaute Zwölf-Millionen-Metropole geholt haben, zum anderen ragt fast gleich neben dem Skidom das Schneewittchen-Schloß vom Tokyoter Disneyland einladend aus dem versmogten Dunst. Die Brücke über der Hafeneinfahrt sieht - wie soll es auch anders sein - der Golden Gate Bridge in San Francisco verdammt ähnlich, und der nachgebaute Eiffelturm im Roppongi-Bezirk ist Sehenswürdigkeit und Belustigung zugleich. Klampfenheld Mandy Meyer hat richtig zu kämpfen, um mit seiner Videokamera "Modell Steinalt" alle Eindrücke festzuhalten.

Mark ist stolz dabei zu sein...


Steve erweist den Fans die Ehre
Im Hotel Roppongi-Prince (das klassische Musiker-Hotel in Tokyo!) wird sich nach dem Einchecken erst einmal aufs Ohr gelegt. Musiker wie Crew haben am frühen Abend dann noch das sogenannte Production-Meeting mit der Record-Company und dem örtlichen Veranstalter, um alle Eventualitäten auszuräumen, damit die Show am nächsten Tag ohne größere Schwierigkeiten über die Bühne gehen kann. Anschließend geht es straight on ins nahegelegene Hard Rock Café, welches in den nächsten Tagen zu unserer zweiten Heimat werden soll. Bei deftigen Hamburgern, Chicken Wings und diversen anderen kulinarischen Junk-Food-Spezialitäten vermengt mit einer Menge Heineken und Long Island Ice Teas lassen wir den Tag ausklingen. Einzige Ausnahme an diesem Abend ist der charmante und mit göttlichen Ohren und Händen versehene Gotthard-FOH-Mann Dani "Hütte" Saner, der sich wohlbedacht eine Kartoffelsuppe (!) bestellt. Ich frage ihn darauf, ob auch noch eine Portion Hüttenkäse dazukommen würde, und alles bricht in lautes Gelächter aus - fortan heißt der gute Dani für uns nur noch "Hütte".

2. März 2001: Show Day
Da es am gestrigen Abend doch etwas später geworden ist, haben die Techniker ein schweres Los gezogen: Schon um 10 Uhr morgens werden sie zur Location gefahren, um beim Aufbau der Anlage, dem Einleuchten der Light-Show und allem weiteren Notwendigen dabeizusein. Die Band stößt erst später hinzu, hat aber noch eine Menge Arbeit, denn es stehen neben dem Soundcheck noch diverse Interviews auf dem Plan. Meine Wenigkeit bleibt erst einmal bis zum Mittag im Bett liegen, und nach einer kleinen Sightseeing-Tour mache ich mich dann mit den beiden BMG-Leuten Patrick und Rolf auf ins Venue "Tokyo On Air East" im Shibuya-Bezirk.

Mr. Bayati & "Der Vollstrecker" vor dem Club


Werbung für die Show
Irgendwie sind die Japaner schon ein seltsam diszipliniertes Völkchen: Beim Einlaß in den Club wurden zunächst einmal die Leute mit den niedrigen Ticketnummern reingelassen; ein Supervisor mit Megaphon gibt immer die Nummernblöcke vor, und die Besucher richten sich danach - eigentlich ein super Prinzip, bei dem es keinerlei Gedränge gibt; bei uns in Deutschland nicht vorstellbar.

Viel Prominenz ist auch gekommen: Sämtliche Mitarbeiter von Marquee Inc. sind anwesend, kein japanischer Pressemensch (inklusive den Metal-Ikonen Captain Wada, Masa Itho und Kaz Hirose) will sich die Show entgehen lassen, und auch Musikerkollege Paul Gilbert (Ex-Mr. Big) suchte sich im Club ein lauschiges Plätzchen. Eine besondere Ehre für die Band sind die Gäste aus der Schweizer Botschaft in Tokyo.

Leo Superstar



Steve in Hochform
Um 19 Uhr ist es dann soweit, und unter den Klängen des Intros "Wun Ga-Li" entern Steve, Mark, Leo, Hena, Mandy und Keyboarder Paolio Bolio die Bühne des On Air East-Clubs und legen, begleitet von frenetischem Applaus der Fans, gleich mit "Everything Can Change" los. Wie aus einem Guß ledern Gotthard mit einem superexquisiten Sound gleich mit "Cheat & Hide" und "Come Along" nach. Die Fans in den ersten Reihen kommen kaum noch zum Luftholen. Mastermind Steve Lee singt wie ein Gott und kann in jeglicher Hinsicht überzeugen, besonders seine Entertainer-Qualitäten ziehen sofort jeden Fan in den Bann. Bei "Let It Rain" und dem Band-Klassiker "Mountain Mama" gibt es wohl niemanden im ausverkauften Club, der nicht mitsingt. Auch die Rhythmus-Sektion um Hena und Marc läßt in ihrer Tightness keine Wünsche offen. Ein absoluter Höhepunkt für mich ist die Darbietung von "Take It Easy", ein Song, der eigentlich auf den "Top Gun"-Soundtrack gehört und bei der Szene eingesetzt werden sollte, als Tom Cruise mit seinem Motorrad an der Küstenstraße fährt (bei untergehender Sonne, versteht sich!), um sich zum Poppen mit Kelly McGillis zu treffen. Einfach exzellent und ein mehr als guter Kenny Loggins-Ersatz.

Selbst ein Paul Gilbert kann hier nicht mehr ruhig stehenbleiben. Nach Habeggers starkem Drumsolo und dem nachfolgenden "End Of Time" wird mit "Homerun - Part 1" das Akustik-Set eingeläutet. "One Life, One Soul", ein Medley aus "Angel" und "Let It Be", "Lonely People" sowie das Billy Joe Royal-Cover "Hush" (besser bekannt durch die Coverversion von Deep Purple) runden diesen Part gekonnt ab und lassen alle Anwesenden in fremden Sphären schwelgen. Mit "Heaven", "Eagle" und dem Manfred Mann-Kracher "Mighty Quinn" treiben die routinierten Schweizer ihren Gig in den Endspurt und beenden ihn nach zwei Stunden Showtime fürstlich mit "Homerun - Part 2". Unter tosendem Applaus verlassen Gotthard die Bühne und können somit den ersten Erfolgshaken hinter ihre Japan-Mission setzen. Paul Gilbert ist fasziniert und beglückwünscht Steve Lee zu seiner begnadeten Stimme und zu einem Konzert der Extraklasse.

Hena "drischt" drauflos


Setlist
Zu vorgerückter Stunde werden dann alle von der Plattenfirma zum Dinner eingeladen - klassisch japanisches Shabu-Shabu-Essen: in Wasser gekochtes Fleisch oder Fisch mit diversem Gemüse und Tofu, am Ende wird dann der Sud als Suppe serviert. Dazu Unmengen von Sake und Heineken! Während des Essens wird die Show nochmals Revue passieren lassen, und alles freut sich, daß alles so perfekt lief und das Publikum bestens bedient wurde.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel treffen wir uns wieder (mitten in der Nacht!) im Hard Rock Café. Dort wartet dann auch ein Haufen Fans, und Gotthard schreiben fleißig Autogramme oder machen Bildchen mit den Fans. Die Crew, die Leute von der Plattenfirma und ich lassen uns zum kollektiven Absturztrinken an der Bar nieder. Viele, ganz viele Heineken und Hurricanes gehen über die Theke, bevor sich so nach und nach alle in ihre Hotelbetten verziehen. Zum Schluß sind nur noch drei nette Japanerinnen, der Gotthard?sche Gitarren-Techniker Carrado "Angelo" Cavarra und ich übrig. Gegen vier Uhr morgens werden wir dann quasi aus dem Laden gefegt und schwanken in Richtung Gaspanic, einem doppelstöckigen Club, in dem Japaner stoned auf den Tischen stehen und zu harten Technoklängen ihre Körper schütteln, wo wir noch einen Absacker nehmen wollten. Auf dem Weg dorthin spricht uns ein völlig besoffener Australier an und meint "You are German, I hate Germans and my father killed Germans!" - Ich bin völlig verdutzt und antworte ihm, daß ich mit Leuten, die von einer Gefängniskolonie-Insel stammen, eigentlich gar nicht rede, und wir setzen unseren Weg zum Gaspanic fort. Irgendwie ist es aber ein Fehler gewesen, da noch hinzugehen - erstens werden wir dort mit den Klängen von Scooters "Fire" begrüßt, und zweitens setzen mir die dort noch konsumierten zwei Long Island Ice Teas sowie eine Art Schnaps aus einer Flasche mit einer eingelegten Schlange derart zu, daß ich kaum noch eine Erinnerung daran habe, wie ich zurück ins Hotel gekommen bin.

Shabu-Shabu


Burger-Buden sind überall gleich
3. März 2001: Delirium
Geweckt werde ich morgens um zehn durch das Klingeln des Telefons. Die Hotelrezeption teilt mir mit, daß man meinen Zimmerschlüssel auf dem Gang gefunden hat - peinlich, peinlich, peinlich! Gotthard haben an diesen Samstag einen recht stressigen Tag, denn es ist Promotion angesagt. Foto-Sessions und Interviews jeglicher Couleur werden mit Bravour gemeistert. Ich hingegen habe den ganzen Tag über starke Konsistenzprobleme, und nach einem kurzen Frühstück-Genuß (Kaffee und Donut) im Starbacks Café mit Vollstrecker Schlup muß ich mich wieder hinlegen und verschlafe den restlichen Tag. Gegen 22 Uhr wache ich dann auf und stelle fest, daß die komplette Mannschaft mal wieder im Hard Rock Café rumhängt. Also schleppe ich mich ebenfalls dorthin und verbringe den restlichen Abend bei Cola. Ich bringe nicht einmal die Motivation auf, mit dem Vollstrecker und der Hütte in eine Titten-Bar zu gehen. Da alle anderen ebenfalls recht ermattet sind, wird es heute ausnahmsweise nicht ganz so spät.

4. März 2001: Rainy Day
Zum Frühstück müssen wir uns leider von den Crew-Mitgliedern Simon, Corrado und Dani verabschieden, die schon zurückfliegen, um die Vorbereitungen für die Deutschland-Tour zu treffen, die unmittelbar nach der Rückkehr der Band beginnen soll. Gotthard sind wiederum mit Promotion beschäftigt - zuerst geht's ins Shibuya-Viertel, wo eine Foto-Session für eine Schweizer Illustrierte ansteht. Das einzige Problem ist, daß es aus Kübeln schifft und zudem recht kühl ist. Gift für die Musiker, und Manager Bayati mahnt ständig zur Eile, um seine Schweizer Diamanten nicht unnötig der Witterung auszusetzen. Mandy macht einen recht unfrischen Eindruck an diesem Vormittag, da er verschlafen hat und - wer weiß, was er in der Nacht davor noch so gemacht hat. Nach dem Foto-Shooting müssen Steve und Leo wieder Interviews geben und Instrumenten-Checks vornehmen. Mandy verzieht sich in sein Hotelzimmer, Hena, Marc, Bayati und ich fahren in den Stadtteil Electronic-City - ein wahres Mekka für Elektronik-, Computer- und Technik-Freaks. Wir haben einen riesigen Spaß dort und erfreuen uns an allerlei technischem Kram wie DVD-Playern, Laptops, Monitoren, Videokameras oder Digicams, die es bei uns noch nicht einmal zu kaufen gibt und in Japan schon alte Kamellen sind. Nach einem kurzen Imbiß in einer japanischen Spelunke geht's am späteren Nachmittag per U-Bahn wieder zurück ins Hotel.

"Fugo" im Regen


Botschaftsbesuch
Um 19.30 Uhr Korean Barbecue: dünn geschnittene Scheiben Fleisch, die man am Tisch auf einem Holzkohle- oder Gasgrill selber brutzelt. Dazu gibt es Suppe und asiatisch angemachte Salate wie zum Beispiel Kim-chi, eine absolute Köstlichkeit, die sich kein Asien-Besucher entgehen lassen sollte. Als Getränke gibt's Tee, Heineken und immer wieder diese Unmengen an Sake! Eingeladen hat die Schweizer Botschaft in Japan. Frau Christina Bürgi, die First Secretary des Kulturattachés, begrüßt alle Anwesenden und gratuliert Gotthard zu ihrem triumphalen Erfolg in Japan.

Nach der Begrüßungsansprache macht sich jeder mit einem Mordshunger über das Barbecue her. (An dieser Geste sollten sich die deutschen Politiker mal ein Beispiel nehmen – es gibt nämlich auch andere Menschen, die ihr Land im Ausland würdig vertreten.) Anschließend geht?s wieder mal – wohin auch sonst? – ins Hard Rock Café, um Abschied zu feiern, denn am nächsten Morgen steht auch schon wieder der Rückflug nach Europa an.

Korean-BBQ


Leo und Fürst Takeshi
5. März 2001: Leaving Japan
Um neun Uhr morgens heißt es Tschüs - wir besteigen unseren Shuttlebus und fahren zurück nach Narita. Am Eincheck-Schalter beweist Bayati mal wieder seine Qualitäten und schafft es, die komplette Crew in die Business-Class zu buchen, was natürlich einen sehr angenehmen Rückflug mit sich bringt. In London-Heathrow angekommen, beginnt natürlich auch gleich wieder der Ärger mit den englischen Mitbürgern. Da wir noch Zeit haben und unsere Anschluß-Flüge nach Stuttgart und Zürich später abheben, wollen wir noch etwas trinken und einen kurzen Snack zu uns nehmen. Da wir leider nur japanische Yen, Schweizer Franken oder Deutsche Mark einstecken haben und die englischen Gastronomen im Airport nur Dollar oder Pfund akzeptierten (nicht einmal Kreditkarten werden angenommen!), wird es nichts mit dem frischen Bier, das wir trinken wollen, und die Witze über die Inselbewohner arten wieder ins Uferlose aus. Was will man aber auch von einem Land erwarten, das es jetzt sogar fertiggebracht hat, das MKS-Problem den Chinesen in die Schuhe zu schieben?

Letztlich setzen wir uns über diesen Ärger hinweg, verabschieden uns von einander, und jede Partei geht zu ihrem jeweiligen Gate. Das Fazit für Gotthard nach diesem Trip ist auf jeden Fall ganz klar: Japan ist ein sehr gutes Pflaster für die Eidgenossen - und vielleicht können ja noch einige Konzerte etwa in Osaka und Nagoya im Spätjahr nachgeschoben werden.

Die Koffer sind gepackt

Das Meister Möller sich natürlich nicht zweimal bitten ließ, als man das Break Out nach Japan einlud ist jedem klar wie Kloßbrühe. Doch das der Chef trotz seiner Nippon-Erfahrung immer noch vom Land der aufgehenden Sonn "geplättet" wird ist schon verwunderlich. Überhaupt nicht verwunderlich ist allerdings die Präzision in Musik und Spaß, die Gotthard an den Tag legen - Schweizer Präzision eben... Mehr erfahrt Ihr im neuen Break Out 4/2001 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel.

Text Tourstory: Mike "Fugo" Möller
Pics: Mike Möller, Daniel "Hütte" Saner, Lionel Flusin
Text Internet: Sven Lohnert



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©breakout 04/2001