![]() All I Want is "YOU": Leo Leoni! ![]() Tourpaß 1 ![]() Mike's persönlicher Kreml-Passierschein |
300-Jahresfeier in St. Petersburg, der schönsten Stadt Rußlands - die einstige Zarenresidenz wird nicht umsonst als Venedig des Ostens tituliert, und das war wohl auch der Grund für die Stadtoberhäupter, ein europäisches Musikfestival im Kirov-Stadion zu inszenieren. Also machen sich auch unsere Schweizer Freunde Gotthard auf den Weg hoch in den Norden, um der Einladung zu diesem Event zu folgen. Mit im Gepäck haben die Eidgenossen auch noch die Hamburger Kingdom Come, die bereits erfolgreich die Europatour mitabsolvierten.
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Am Flughafen in Frankfurt treffen am Sonntagmorgen alle sehr abgekämpft am Check-in-Schalter für Gruppenflüge ein. Die Anstrengungen der letzten Wochen merkt man den Männern kaum an; es gilt immerhin, Rußland musikalisch zu erobern. Und mit einer so erfolgreichen, nachts zuvor abgeschlossenen Schweiz-Tour ist man natürlich dementsprechend motiviert. In St. Petersburg wird das Astoria-Hotel bezogen und zunächst mal ordentlich ausgeschlafen, um am späteren Abend in das Nachtleben einzutauchen.
Die Rock'n'Roll-Kneipe "Money Honey" bietet das richtige Etablissement. Live-Band auf der Bühne und viele kalte Getränke heizen die Laune so richtig an. Die Kingdom Come-Musiker Alan und Dirk sowie Gotthard-Basser Marc Lynn ziehen auch noch eine flotte Session ab, und mit Nummern wie "Sweet Home Alabama" und "Tush" törnen sie die Gäste derart an, daß die Stimmung siedend heiß wird. |
![]() Tourpaß 2 ![]() Tourplakat ![]() Die Menge flippt im Kirov-Stadion aus |
![]() Marc... ![]() Mandy... ![]() Steve... |
Bisweilen mit schwerem Kopf macht sich am nächsten Tag alles auf, um St. Petersburg kennenzulernen, eine wahrlich geschichtsträchtige Stadt - und jeder ist mächtig beeindruckt, was das ehemalige Leningrad so zu bieten hat -, für Touristen wirklich eine Reise wert: Egal, ob man sich nun für Kirchen, Museen, die Kanäle oder Zarengeschichte interessiert, hier gibt es für jeden etwas.
Am nächsten Tag ist Show-Day, und jeder Musiker ist nervös: der erste Auftritt in Rußland, das riesige Fußballstadion, wie viele Leute werden kommen, kennen die Leute Gotthard überhaupt, und wie wird die Reaktion sein? Alles Fragen, die Gotthard mit Bravour beantworten und auch beantwortet bekommen. Eigentlich waren als Headliner die Scorpions angekündigt gewesen und als Co-Headliner Hanoi Rocks; warum allerdings beide Bands nicht da waren, entzieht sich unserer Kenntnis und wurde auch trotz mehrmaligen Nachfragens bei den Veranstaltern unbeantwortet gelassen. So ist denn das riesige Stadion leider nur mit 4.000 Besuchern eher spärlich gefüllt, aber dennoch werden nach einigen russischen Bands und Disco-Hoppern dann Gotthard von den Fans frenetisch auf die riesige Bühne gerufen. |
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Steve Lee, Leo Leoni, Marc Lynn, Mandy Meyer, Hena Habegger und Keyborder Paolo gehen schon als Sieger auf die Rampe, bevor sie auch nur einen Song gespielt haben. In 50 Minuten Spielzeit ziehen die Schweizer Heroes alle Register ihres Könnens, und Songs wie "Human Zoo", "Top Of The World" oder das Cover "Mighty Quinn" - eigentlich von Bob Dylan, aber durch Manfred Mann und seine Earth Band zum Hit avanciert - werden von den russischen Fans aufgesogen und gefeiert. Steve Lee glänzt mit einer hervorragenden, intakten Stimme (selbst noch nach so vielen Shows zuvor!), die einem regelmäßig kalte Schauer über den Rücken laufen läßt, besonders bei den Balladen "Have A Little Faith" oder "Janie's Not Alone". Seine Mitstreiter stehen ihm in nichts nach, und vor allem Leo und Mandy geben eine extrem gute Visitenkarte ab; die Rhythmussektion aus Marc und Hena kommt ständig tight und druckvoll und läßt keine Wünsche offen, während Tastenakrobat Paolo alles mit seinem Soundteppich schön untermalt. Die Band kann diese Show im Kirov-Stadion als einen absoluten Erfolg für sich verbuchen.
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![]() Leo..... ![]() und Hena...rocken wieder richtig ab! ![]() |
![]() Gotthard beim Empfang durch die schweizer Botschafterin! ![]() Übersetzerin Tatjana und Gotthard-Manager "Antonov" ![]() Die Übersetzerinnen Tatjana und Daria folgen Steve auf Schritt und Tritt |
Nach dem Konzert gibt es noch die üblichen Formalitäten mit den Veranstaltern zu erfüllen, etwa das "Meet & Greet" mit Polit-Prominenz, und Leo schafft es sogar, seine Gotthard-Jacke gegen eine Original-Polizeijacke zu tauschen, was unter den anwesenden Cops und Geheimagenten (manchmal kommt man sich schon vor wie in einem 007-Streifen!) in Jubelstürme und Fotosessions ausartet. Tourleiter Süpflovski mahnt alle zur Eile, da wir den Nachtzug von St. Petersburg nach Moskau bekommen müssen, und es kostet ihn schon einiges an Energie, bis alle im Bus sind. Auf den letzten Drücker erreichen wir den Nachtzug und besteigen unsere Abteile. Während die einen sofort schlafen gehen, frönen die anderen kostenlos ausgeschenktem Wodka und Rotwein.
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Für einige wird's daher ein harter Morgen in Moskau: schwere Schädel hier und da, manchem ist sogar speiübel, um es vorsichtig auszudrücken. Nachdem wir im Hotel Aeroport eingecheckt haben, beginnt für die Musiker auch gleich wieder das Business, wenigstens für zwei von ihnen. Während sich die anderen auf ihren Zimmern ausruhen dürfen, müssen Steve und Leo zünftig ran: Interviews im russischen Staatsfernsehen und mit diversen Magazinen.
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![]() Showtime... ![]() Soundmann "Hütte" in seinem Element ![]() Gigantische Bühne beim Auftritt im Kreml |
![]() das Publikum reißt es von den Sitzen ![]() Übersetzer Serge und Tourmanager "Süpflovski" ![]() Band & Crew |
Gotthard spielen schließlich auf Einladung von Regierungshäuptlingen und Präsident Wladimir Putin persönlich im Kremlin Palace! Es ist das erste echte Rockkonzert in diesen Hallen, die Scorpions hatten vor drei Jahren nur eine Akustik-Session gespielt. Der Kremlin Palace ist ein 5.000 Personen fassendes Konzert- und Theater-Gebäude, das inmitten des Kremls liegt und als Konzertsaal oder Wohnzimmer von Putin bezeichnet wird. Es ist ungefähr so, als würde man im Blauen Zimmer des Weißen Hauses in Washington auftreten. Mitten in einer der Machtzentralen gastieren zu dürfen, in denen Weltpolitik gemacht und gespielt wird, ist schon ein erhebendes Gefühl. Keine Handys, keine Laptops mit Internetzugang: Alles und jeder wird ständig kontrolliert und unter die Lupe genommen. Und wieder kommt dieses James-Bond-Feeling auf.
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Der Showtag beginnt mit stundelangen Soundchecks und einer Menge Feinarbeiten wie der Einrichtung der Lightshow. Selbst der Sound Engineer Dani "Hütte" Saner und Lichtmann Simon "Says" Rickman werden auf Schritt und Tritt von "KGB"-Mitarbeitern verfolgt und genau beobachtet, was die da so mit extravaganter Technik anstellen - ein richtiges Erlebnis! Abends dann die Überraschung: 4.500 Fans haben sich in den heiligen Hallen des Kremlin Palace eingefunden. Kingdom Come um Lenny "Lenin" Wolf heizen mit Zeppelin-lastigem Sound den Fans höllisch ein, und bei Songs wie "Twilight Cruiser" oder dem Band-Klassiker "Should I" brechen die ersten Dämme.
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![]() Gotthard lassen es sich... ![]() ...in St. Petersburg... ![]() ...richtig gut gehen! |
![]() Steve und Lenny vor dem Pub "Liverpool"! ![]() die Protagonisten ![]() Gotthard und Kingdom Come geben ein Interview im russischen Frühstücksfernsehen |
Dann kommen Gotthard, und wie bereits in St. Petersburg haben Lee und Co. auch hier keine Mühe, schon nach dem ersten Song "Human Zoo" die Gäste auf ihre Seite zu bekommen. Ein fantastischer Sound, untermalt mit erstklassiger Lightshow, reißt die Besucher förmlich von den Stühlen, und die Ordner haben jede Menge zu tun, damit die Leute sitzen bleiben.
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Steve Lees Organ ist in göttlicher Form, zusammen mit seiner Ausstrahlung bestätigte er wieder einmal, daß er mit zu den zehn weltbesten Sängern und Entertainern in der Rockszene zählt. Wahrlich ein Stück Rockgeschichte, das Gotthard an diesem Abend im Kreml vollführen, sie machen ihrem Land alle Ehre.
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![]() ...auf dem Roten Platz ![]() Marc... ![]() ...und Steve in froher Erwartung! |
![]() genialer Auftritt... ![]() ![]() |
Die Songauswahl ist jener der Deutschland-Tour ebenbürtig, und alle sind sehr überrascht, daß Nummern wie "Top Of The World" , "Mountain Mama", "Homerun" oder "One Life One Soul" bei den Fans bekannt sind und auch mitgesungen werden. HERVORRAGEND, kann ich da nur sagen! Nach der Show gibt es noch ein Dankesschreiben von Putin, und alle tauchen zufrieden in das Nachtleben von Moskau ab; Auftrag Rußland erfolgreich ausgeführt und mit Auszeichnung bestanden.
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Der nächste Tag ist mit Sightseeing, Fotosessions, Plattenfirmen-Meeting und Interviews vollgestopft. Die Band bringt es mit Leichtigkeit hinter sich. Und am letzten Abend steht dann noch ein Essen mit der Schweizer Botschafterin auf dem Plan, sie läßt es sich nicht nehmen, die Band nach ihrem triumphalen Erfolg in Rußland zu verköstigen. Ein sehr netter Zug und bei uns Deutschen leider kaum vorstellbar. Es wird ein feuchtfröhlicher Abend, der für einige erst morgens um sieben Uhr endet. Dann ist auch schon Abschied angesagt, und zurück in Frankfurt endet der erste Teil der Europatournee. Gotthard fahren im Nightliner in die Schweiz, Kingdom Come fliegen nach Hamburg. Mein besonderer Dank gilt Gotthard, Don "Antonov" Antognini und Frank "Süpflovski" Süpfle. Nun gebe ich ab zu meinem Kollegen Sven "Bob, der Baumeister" Lohnert, der sich an die Fersen von Gotthard in Japan heften und aus Osaka und Tokio berichten wird - to be continued...
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![]() einer Ausnahmeband mit Ausnahmesänger... ![]() ...so findet auch das St. Petersburger-Publikum ![]() Techniker Corrado - immer für einen "Spaß" gut...
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Text-Tourtagebuch & Pics: Mikael "Möllerov" Möller
Text Internet: Sven Lohnert

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