JEAN BEAUVOIR
Ohne Limits


Das Multi-Talent:
JEAN BEAUVOIR

"Chameleon" heißt der neueste Solostreich des Multi-Talents Jean Beauvoir, mit dessen Vita man ganze Bücher füllen könnte. Insofern könnte der Albumtitel nicht treffender sein. Beauvoirs Handicap: Es gibt kaum einen Künstler, der schon so vielseitig in Erscheinung getreten ist und hierzulande aber so wenig öffentliche Anerkennung dafür erhält.

Die Melodic-Rock-Freaks wissen natürlich schon lange, was sie an diesem Mann haben. Denn mal abgesehen von den frühen, in den Achtziger erschienenen und eher in den USA erfolgreichen Soloalben "Drums Along The Mohawk" und "Jacknifed" entzückte er vor allem als Sänger mit seinen Bands wie Voodoo X und Crown Of Thorns die Melodic-Gemeinde.

Seine Anfänge liegen indes ganz woanders: Im zarten Alter von sechzehn tauschte der Drummer das heimische Haiti kurzerhand mit dem hektischen Big Apple, um sich wenig später als Bassist in der angesagtesten New Yorker Punkrock-Combo The Plasmatics mit der charismatischen Frontfrau Wendy O. Williams wiederzufinden. Um auch optisch mit den extravaganten Shows seiner Brötchengeber mithalten zu können, kreierte der dunkelhäutige Beau seinen berühmten blondsträhnigen Irokesen-Haarschnitt, der im englischen Sprachraum Mohawk genannt wird, nach einem der sechs Irokesen-Stämme. Ein Markenzeichen, das er erst vor ein paar Jahren endgültig in die Wüste schickte.

Mit dem Einstieg bei den Plasmatics begann für ihn eine beachtliche Karriere; auf deren Tourneen knüpfte er Kontakte zu Produzenten und Songwritern, gewann Freunde wie Little Steven oder Bruce Springsteen, mit denen er auch heute noch bei verschiedenen Projekten zusammenarbeitet. Es gibt nichts, was der Junge nicht schon gemacht hat: Er co-produzierte tonnenweise, komponierte Beiträge zu Soundtracks wie Sylvester Stallones "City Cobra", Stephen Kings "Friedhof der Kuscheltiere", Wes Cravens "Shocker" oder den erst letztes Jahr bei uns in den Kinos gelaufenen Streifen "School Of Rock", wofür er "My Brain Is Hanging Down" für die Ramones verfaßte. Selbst die sonst so fade Miller-Biersoße bekam durch den alten Beauvoir-Song "High On My Baby" im Werbejingle wenigstens etwas Pep.




Wie andere Leute die Unterhosen, so wechselte Beauvoir seine Locations. Nach einer langen Zeit in L.A. (bedingt durch die Nähe zur Filmindustrie) zog es ihn in den Neunzigern ins flippige Key West; zum Ende der Dekade weilte er indes in nächster Nähe zu Voodoo X-Kumpel, Nena-Keyboarder und Produzent Jörn-Uwe Fahrenkrog-Petersen in Berlin und mischte von dort die Rock- und Pop-Szene auf. Egal, ob es sich dabei um einen Nummer-eins-Hit für N'Sync ("Forever Young"), Kompositionen für Lou Bega, Deema, Carol B., R'N'G oder um das abgedrehte Projekt E-Pac featuring Jean Beauvoir (basiert auf dem X-Box Spiel "Munch's Odyssey") handelte, bei JB ist alles möglich.




Auch die hiesigen Wohltätigkeitsveranstaltungen pflasterten seinen Weg. Etwa das 2001 initiierte Event "Hand In Hand For Children", wo Beauvoir mit den angesagtesten deutschen Stars die Weihnachtssingle "Future In Your Hand" mitzirpte, sowie die von Michael Voss (Mad Max, Casanova, Demon Drive) zur WTC-Katastrophe produziertee Charity-Single "Wings OF Freedom" mit Andi Deris, Doro Pesch oder Lenny Wolf. Die Rock-Freaks sahen sich weiterhin mit Platten von Crown Of Thorns ("Karma") und Solowerken ("Bare To The Bones") bedient, bevor Beauvoir wieder einmal in Kalifornien aufschlug, um von dort aus die deutsche Hauptstadt mehrere Male im Jahr zu beehren.

Hinter all dem steckt, wie er während des Interviews einmal betont, knochenharte Arbeit, eine große Wandlungsfähigkeit und Flexibilität an sich. Andernfalls hätte es den sonnenverwöhnten Boy nach seinem Abstecher bei den Plasmatics und bei Little Steven And The Disciples Of Soul einst nicht ins eiskalte Schweden verschlagen. Denn dort fand sich in Polar Music (ABBAs Stammfirma) weltweit das einzige Label, das an einen Soloerfolg von "The Mohawk" glaubte. Jean Beauvoir wiederum kam, sah und siegte, und von da ab nahmen die Dinge ihren recht positiven Lauf. Hier klinken wir uns nun endlich ins Gespräch mit dem "Chameleon" ein, das sich gerne an Ikea-Land zurückerinnert.

"Ich mag Schweden sehr, bin auch heute noch sehr oft dort und habe dort auch viele Fans. Allgemein liegt mir Europa, ich bin zwar ein waschechter Ami, verbringe aber sehr viel Zeit bei euch."

...Fortsetzung im neuen BREAK OUT 7/2004 - ab sofort druckfrisch am Kiosk!!!



Ein Jean Beauvoir-Interview ist immer etwas Besonderes für unsere Petra. Nicht nur daß der gute Jean "Beau" zu ihren absoluten Göttern zählt - jetzt kann sie auch mal wieder mit ihm über Gott und die Welt klönen. Petra fiel auf die Knie und erhaschte jedes Wort von Jean... doch lest selbst [hier nur in verkürzter Form] das vollständige Interview im neuen Break Out 7/2004 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel.

Text Interview: Petra Rottmann
Internet-Text: Sven Lohnert



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©breakout 09/2004