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Wie sich doch die Zeiten ändern! Vor einigen Jahren war die Truppe aus San Francisco einer der angesagtesten Acts der Vereinigten Staaten. Ausverkaufte Stadion-Touren und Multi-Platin-Alben, so weit das Auge reichte. Journey waren die letzte Supergroup vor dem MTV-Zeitalter, und daß sich seither eine Menge geändert hat, ist kein Geheimnis. Musikalisches Können oder exzellentes Songwriting entscheiden nicht mehr in dem Maße über Erfolg oder Flop, statt dessen sind Optik und ein einprägsames Image zu essentiellen Bestandteilen im Musik-Business geworden. Aber wenn die ehemaligen Superseller aus der Stadt des ersten amerikanischen Goldrausches dieser Tage zum erneuten Comeback mit ihrem elften Studio-Album "Arrival" ansetzen, ist der Erfolg programmiert, zumindest in ihrer Heimat. Wie es dagegen in der alten Welt aussieht, muß sich erst noch zeigen, denn hier konnte die Formation trotz starker Scheiben wie "Infinity" oder "Frontiers" nie so recht Boden gutmachen. Das lag zum einen in der mangelnden Live-Präsenz des exzentrischen Fünfers begründet, zum anderen darin, daß Journey musikalisch nicht so leicht in eine Schublade einzuordnen waren, wie es oberflächlich den Anschein hatte. Und da anläßlich der weltweiten Veröffentlichung von "Arrival" Bandgründer und Ausnahme-Gitarrist Neal Schon zum gepflegten Plausch bereitsteht, ist die Gelegenheit günstig, neben dem aktuellen Tagesgeschehen einmal ausgiebig die Vergangenheit aufleben zu lassen. |
| Als Neal jedoch kurz vor den Aufnahmen für das dritte Album bei Santana einstieg, hatte der Meister den großen Erfolg des Vorgängers "Abraxas" bereits verdrängt und begab sich in vergeistigte Sphären. Schon, der lieber abrocken wollte, mußte sich nach anderen Betätigungsfeldern umsehen. Er packte seine Axt kurz aus bei einer Truppe, aus der später die in den Staaten sehr erfolgreichen Graham Central Station wurden, als ihn ein Anruf vom ehemaligen Santana-Tour-Manager Herbie Herbert erreichte. Auch der findige Manager war von Schons Gitarrenkünsten angetan und plante, eine Gruppe um den Virtuosen zu formieren. Schon war einverstanden, und bald standen ihm Bassist Ross Valory, Drummer Prairie Prince, der später zu den Tubes wechselte, und der ebenfalls frustriert von Santana geflüchtete Keyboarder Gregg Rollie zur Seite. Journey waren geboren, aber eine Supergroup waren sie noch lange nicht. "Wir gingen erst einmal durch die harte Schule", lacht Neal. "Unsere ersten drei Alben waren zwar sehr ambitioniert, wiesen aber nicht unbedingt eine klare Linie auf. Eigentlich klangen sie wie Santana ohne das Latin-Element und verkauften sich dementsprechend eher schleppend. Da half es auch nicht, daß uns unser Manager auf jede greifbare Tour buchte. Einmal spielten wir sogar im Vorprogramm des Soul-Stars Bobby Womack. Sein Publikum liebte harten Rock aber nicht besonders." |
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Text Interview: Markus Baro
Internet-Text: Sven Lohnert

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