NIGHT RANGER
Der Volltreffer


Viele Jahre lang waren Night Ranger ein Garant für melodischen Hardrock der härteren Sorte. Ende der Achtziger folgte dann der Split, aber nach einer längeren Pause kehrte die Band 1997 mit dem Album “Neverland“ in Originalbesetzung wieder zurück. Und daß diese Scheibe keine Eintagsfliege ist, beweist der bärenstarke aktuelle Longplayer “Seven“ ­ mit dem die US-Recken wohl mitten ins Schwarze getroffen haben.

Aber halt: Zähle ich die Studioplatten genau nach, stehen bei mir acht in der Sammlung. Nun heißt der aktuelle Streich jedoch “Seven“. Ob sich da jemand etwa verzählt hat?
»Nein, es ist wirklich das siebte Night Ranger-Studio-Werk«, betont Gitarrist Jeff Watson, »denn dasjenige, das Kelly Keagy und Brad Gillis ohne den Rest von uns einspielten, darf ganz einfach nicht gezählt werden. Bei ‘Feeding Off The Mojo‘ handelt es sich einfach um keine richtige Night Ranger-Veröffentlichung.«

Weiter will der Gute darüber nicht diskutieren, und warum auch ­ zeigt sich der musikalische Unterschied zu den übrigen Werken der Amis doch ganz deutlich. Mit “Seven“ ist die Gruppe in den Staaten bei CMC Records gelandet, einem Label, das beispielsweise in Blue Öyster Cult, Styx oder Dokken einen ganzen Haufen alter Helden unter Vertrag hat. Aber auch ansonsten scheint es so, als könnte der Hardrock jenseits jeden Trends zumindest in Teilbereichen ein Comeback feiern.
»Ja, die Ansätze dazu sind sicherlich da, und wir alle bei Night Ranger hoffen doch sehr, daß dies eintreffen wird. Weißt du, Ende der Achtziger gab‘s so viele Akteure, die anstatt eigene Ideen umzusetzen, sich nur bei anderen bedienten. Die Fans hatten irgendwann die Nase davon voll und wollten nicht mehr das ewig gleiche Zeugs hören. Dies war der Untergang des Hardrock, und Grunge mit Interpreten wie Nirvana entwickelte sich zur populärsten Stilrichtung. Die Szene wurde so total umgekrempelt. Aber nach einigen Jahren geschah mit dem Grunge das gleiche wie mit dem Hardrock zuvor: keine frischen Einfälle, statt dessen Stagnation und vielfach sogar ein Rückschritt, so daß die Leute auch hier keinen Bock mehr hatten. Dem schloß sich der College-Rock und Alternative-Sound an ­ und die Geschichte wiederholte sich. Ich denke, alles ist ein wiederkehrendes Auf und Ab.«

Mehr darüber gibt‘s in Heft 07/98 nachzulesen!
Text Interview: Marco Magin

Text Internet: Marco Magin



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©breakout 9/2000