![]() Spike "searchin' for a reason" ![]() Filigran-Basser Nigel |
Die Quireboys sind gestandene Pub-Rocker, die eine liebe, aber längst totgeglaubte, typisch britische Musiktradition am Leben erhalten. Ganz im Stile alter Helden wie Rod Stewart und den Faces oder Mott The Hoople sorgten die Quireboys neben Kollegen wie den Little Angels oder den Dogs D'Amour für eine lebendige Club-Szene. Irgendein schlauer Plattenfirmen-Heini versuchte dann - das war noch gegen Ende der Achtziger - aus den leidlich erfolgreichen Quireboys mittels Star-Producer Bob Rock einen Stadion-Act aufzubauen, der wie eine exakte Kreuzung aus Guns N' Roses und den Black Crowes klingen sollte. Der Versuch scheiterte, was nicht zuletzt an der aufkommenden Grunge-Welle lag, und um das Sextett wurde es still.
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Aber sie sind noch da, und in dem Moment, in dem die Truppe die Bühne im Heidelberger Schwimmbad-Musik-Club betritt, wird sofort klar, daß sich wenig geändert hat. Die Songs der Quireboys sind, zugegeben, simpel gestrickt, werden aber von einer straffen Rhythmus-Sektion, einem knackigen Gitarren-Duo, dem urigen Honky-Tonk-Piano und einer rauhbeinigen Kehle standesgemäß zum Leben erweckt. Das macht live schon eine Menge Spaß, und wer die Truppe einst auf ihrer ersten Deutschland-Tour mit ihrem Debüt "A Little Bit Of What You Fancy" erlebt hat, wird ihr attestieren, daß sie nichts von ihrem unverdorbenen Charme verloren hat. Zwar wirkt die Darbietung hoffnungslos anachronistisch, aber wer heutzutage noch gewillt ist, sein Publikum mit Lust und Laune und einer gehörigen Portion Spielfreude zu unterhalten, darf gerne wiederkommen.
Redlich mühten sich auch die Finnen Five Fifteen im Vorprogramm ab. Dem kräftigen Seventies-Sound ist einzig das etwas schwache Organ des stark posenden Frontmannes abträglich. Dafür hat man dem Mann noch eine zweite Stimme zur Seite gestellt. Und die Dame ist nicht nur gesangstechnisch eine Bereicherung. Das Songmaterial der Finnen ist nett, aber nicht unbedingt der Hammer, doch wer in "5:15" (aha, daher der Bandname) einen der stärksten Who-Songs covert, hat sich zumindest einige Sympathiepunkte verdient. |
![]() Guy gibt alles ![]() Spike in seinem Element
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Text-Story: Markus Baro
Pics: Daniela Dreher, Sven Lohnert
Text Internet: Sven Lohnert

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