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Ein weiteres Mal weht die Flagge von Slayer im rauhen Wind einer Welt, die den Thrash Metal fast schon vergessen hat. "God Hates Us All" ist das grollende, energiegeladene Manifest einer Band, die mit provokanter Kompromißlosigkeit das Harmoniebedürfnis der Gesellschaft ignoriert. Alleine der Albumtitel dürfte bei genug Personen leichte Gefriereffekte im Gesichtsbereich auslösen. "Gott haßt uns alle", lautet die dunkle Botschaft abseits gewohnter religiöser Dogmatik, abseits gängiger Visionen von Paradies oder Errettung. "Viele Leute haben heute solche Gedanken, wenn sie sehen, was in der Welt abläuft. Katastrophen, Armut, Gewalt. Auch im persönlichen Leben steht jeder einmal vor der Situation, wo er aufgrund schlimmer Erfahrungen zu zweifeln beginnt. Die Menschen kommen sich einfach völlig verlassen vor und fragen irgendwann: Wie kann Gott das alles nur zulassen?" sagt Sänger und Bassist Tom Araya. Anpassung und Harmonie gehörten eben noch nie zu ihrem Repertoire. Slayer verkörpern vielmehr das grimmige Gesicht des Thrash Metal, die latente Provokation, das brachiale Kontrastmittel zu allen Heile-Welt-Verkündern und ihren Optimismus-Ideologien. "Wir zeigen nicht auf die Wunden der Gesellschaft", relativiert Araya, "wir machen sie sichtbar für jene, denen die Dinge noch nicht bewußt sind. Das ist ein Unterschied." |
Text Interview: Christian Prenger
Internet-Text: Sven Lohnert

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