AXXIS
Vollgas


Wenn man darüber nachdenkt, welche Namen mit der deutschen Hardrock-Szene unauslöschlich verbunden sind, dann gehören Axxis eindeutig mit dazu. Schon mit ihrem 1989er Einstand “Kingdom Of The Night” schlugen sie voll in der Heavy-Landschaft ein. Die charismatische Stimme ihres Frontmannes, ein gehöriges Maß an Melodie, eingängige Hooklines, knackige Gitarren-Arrangements ­ nur einige der typischen Axxis-Markenzeichen. Doch nach dem letzten Studio-Longplayer “Voodoo Vibes” von 1997 verschwand die Formation praktisch von der Bildfläche, um nun ­ etliche Zeit später ­ wie Phönix aus der Asche wieder da zu sein. Im House Audio-Studio in der Nähe von Karlsruhe hatte sich die Formation eingenistet, wo schon PC 69 oder DC Cooper tolle Werke einspielten. Und der neue Axxis-Streich “Back To The Kingdom” entpuppt sich als feines Schmankerl, mit dem sich ganz bestimmt ohne weiteres an frühere Glanzzeiten anknüpfen läßt.

Nachdem Sänger Bernhard Weiss und Tastenmann Harry Oellers unserem Chief Möller und mir etliche der neuen Tracks vorgestellt haben, die allesamt voll überzeugen können, gilt es natürlich in einer netten Gesprächsrunde herauszufinden, was sich im Axxis-Lager so alles abgespielt hat.

»Du weißt, daß es mir ausgesprochen schwerfällt, diese Geschehnisse nur in Kurzform Revue passieren zu lassen«, kommentiert Quasselstrippe Weiß meinen Wunsch nach einer nicht zu langen Berichterstattung über das Geschehen ab 1997 lachend. »Mit der ‘Voodoo Vibes‘-Tour haben wir mehr inoffiziell den Abschied für unseren Gitarristen Walter [Pietsch] gegeben, weil es sich schon da abzeichnete, daß er bei Axxis nicht mehr weitermachen wollte. Die Gigs waren für uns sehr erfolgreich; durch die teilweise zwiespältigen Reaktionen auf ‘Voodoo Vibes‘ konnten wir das nicht unbedingt erwarten. Danach fielen wir aber erst mal in ein tiefes Loch, weil keiner wußte, was in der Situation zu machen sei. Es gab Überlegungen, ob wir mit Axxis überhaupt weitermachen sollten oder nicht. Zu der Zeit sprachen wir auch mit unserem damaligen Label EMI, ob’s denn noch Sinn machen würde mit ihnen zu arbeiten, wobei das jedoch unabhängig von Walters Ausstieg geschah. Wir fühlten, daß nach zehn Jahren zwischen der Company und uns irgendwie die Luft raus war. Die Plattenfirma hatte nicht mehr den richtigen Bock auf uns.«

Keyboarder Harry Oellers schaltet sich ein: »Es gab dort überhaupt keine Leute mehr, die großes Interesse an Rockmusik besaßen und diesbezüglich Ahnung von Promotion und Marketing hatten. Es war eine Konstellation, die bei einer weiteren Fortführung wohl niemandem etwas gebracht hätte.«

»Schon ‘Voodoo Vibes‘ war schwer«, führt Bernhard weiter aus, »so daß wir uns überlegten, einen wirklichen Break zu machen und uns in der Musikszene neu zu orientieren. Wir waren tatsächlich zwei Jahre weg vom Fenster und sagten danach: Wir wollen das Axxis-Ding auch ohne Walter und Markus [Gfeller, Ex-Bassist] fortführen. Harry und ich sind ab sofort die Songwriter, denn für mich stammt der beste Track ‘Helena‘ vom letzten Album von uns beiden. Ob wir Axxis weiterführen wollen oder nicht, stand nie zur Debatte, darüber haben wir echt nicht nachgedacht. Die Frage war höchstens, ob wir es alleine schaffen würden, alles noch mal anzuschieben.«

Tja, wer seine Band liebt, schiebt. Wie das vonstatten geht, steht im neuen Break Out 3/2000. Ein richtig schnelles Heft ­ wer es liest, gerät sofort in einen Geschwindigkeitsrausch.

Text Interview: Marco Magin
Text Internet: Mike Seifert


 



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