![]() Klamotten-Fetischist Pelle (Seven Wishes) ![]() Filigran-Basser und Dokken-Fan Tony ![]() Brach Frauenherzen: Klampfer Anthony ![]() Power-Drum-Weibchen: Linda |
Ein knappes Jahr Arbeit trägt nun Früchte. Nach den vielen erfolgreichen Z Rock-Festivals in England hat es nun endlich auch in Deutschland geklappt. Das "Z Rock 2001 Germany - Masters Of Melodic Hardrock" findet im Mannheimer Capitol statt. Und sie sind alle gekommen. Die Melodic-Freaks und kernige Hardrocker, genauso wie die komplette deutsche Rock-Journaille.
Doch bevor es Samstags so richtig losdröhnt steht allerhand Logistik auf dem Tableau. Freitags kommen immerhin schon Enuff Z'Nuff, Seven Wishes, Dreamhunter, Contagious, Demon und die Tygers Of Pan Tang sowie die Leute von Z Records an. Über 50 Fünfzig Mäuler wollen da verpflegt werden und so organisieren die Kollegen Magin und Lohnert ein nettes Barbecue in Mannheims größtem Freibad, bei dem nicht haufenweise Steaks und Würste sondern auch ein Menge Bier über den Jordan geht. Die Party verläuft sich gegen ca. 1.00 Uhr morgens (als man den verschwundenen Z Labelboss Mark Alger wieder gefunden hat!), da alle von der Anreise geschafft sind und am nächsten Tag fit sein müssen. Pünktlich um 14.20 Uhr fällt somit der Startschuß durch Seven Wishes. Davon animiert legen die drei Ikea-Jungs plus ihrer Schlagzeugerin auch gleich richtig los. Unterlegt von einem druckvollen Sound steigt das Quartett mit "Face That Evil" vom zweiten Werk "Utopia" ein. Auch live zeigt die Combo, warum sie von vielen Leuten in die Fifth Angel- und Dokken-Ecke gerückt werden, wenngleich trotz guter Tracks wie "We Want It All", "Life Goes On" oder aber "Too Late For Tears" aber zu den Vorbildern noch einiges fehlt. Musikalisch kann man an Seven Wishes nicht groß rummeckern, aber Frontmann Pelle Andersson ist der eindeutige Schwachpunkt der Truppe. Auf den beiden Scheiben kommt er ja noch ganz ordentlich rüber, aber live klingt seine Stimme echt nicht besonders und geht mir überhaupt nicht rein. Sein Organ ist viel zu dünn, dann singt er noch höhenbetont und ziemlich gepreßt. Schade eigentlich, denn ansonsten wirken Seven Wishes ganz vital, auch wenn die Jungs mit Dame ab und an noch ein wenig hölzern wirken. Zum Ende des rund fünfzigminütigen Sets verabschieden sich Seven Wishes dann mit dem Dokken-Cover "Unchain The Night" - und da merkt man ganz deutlich, daß Andersson auf den Stimmbändern mehr als schwach ist. Trotzdem werden Seven Wishes mit ordentlichem, verdientem Applaus verabschiedet. |
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Als nächstes folgen dann die Briten Contagious, die bis dato in "Red, White & Slightly Blue" lediglich eine EP am Start haben. Ihr erstes komplettes Album "The Calling" ist aber schon fertig eingespielt, wird diesen Herbst veröffentlicht, und so können die sympathischen Musiker auf genügend Material zurückgreifen. Und Contagious zeigen gleich, was für ein Potential in ihnen steckt, denn gleich das erste Stück "Hear It Calling" ist feinstes Melodic-Futter.
Da kommt bei den Anwesenden richtig Freude auf, denn so viele gute AOR-Combos bietet das Königreich ja auch nicht mehr. Von der EP bringen Contagious zwei Songs, ansonsten gibt?s nur Material von "The Calling", und wenn auch im Publikum keiner - von wenigen Pressevertretern mal abgesehen _ das Zeug kennt, so tut das der guten Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Je länger die Show dauert, um so besser wird die Laune auf der Bühne und im Publikum. Die Zeit vergeht bei Contagious, die bei der Kleiderordnung für Rockmusiker wahrscheinlich gefehlt haben, weil ihr Basser während der Show in Sandalen (!) rumlatscht, und so kann ich es fast nicht glauben, als sich die Briten mit "Lost And Lonely" nach rund einer dreiviertel Stunde das Feld räumen, daß der Contagious-Gig schon vorbei ist. Die Band sollte man unbedingt im Auge behalten, denn da ist definitiv im Königreich Britannien neben viel musikalischem Schrott mal wieder eine hoffnungsvolle Melodic-Formation am Wirken. |
![]() ![]() Supersänger rockt das Haus: Glenn (Contagious) |
![]() ![]() ![]() Sänger Stig (oben) & Klampfer Olle (Dreamhunter) |
Bisher haben die Skandinavier Dreamhunter in "Kingdom Come" und "Bad Attitude" zwei Longplayer am Start - und ich bezweifle, das da noch viele dazukommen werden. Das zeigt auch die Show der vier Herren an diesem Nachmittag im Capitol. Schon auf Platte sind Dreamhunter musikalisch relativ belanglos, alles zwar ganz nett, der berühmte Aha-Effekt bleibt aber mit solch einer Deutlichkeit aus, daß alsbald Langeweile aufkommt.
Und es hätte mich wirklich gewundert, wenn das live anders sein würde. So werde ich in meiner Meinung bestätigt, denn Sachen wie "Money Loves Hate", "Braveheart" oder aber "The Heart Is A Lonely Hunter" plätschern so langweilig an mir vorbei, daß ich ein häufiges Gähnen einfach nicht unterdrücken kann - und dabei ist es doch erst später Nachmittag. Musik, die keinem weh tut ist das Motto dieses Sets, das irgendwann mit "All Dressed Up" gerade noch rechtzeitig sein Ende findet, bevor ich in Morpheus? Armen sanft entschlummere. Brav, bieder, das sind einige der Reaktionen aus dem Publikum nach dem Dreamhunter-Auftritt, der wahrscheinlich als Medizin für all diejenigen zu empfehlen ist, die unter Schlafstörungen leiden. |
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Für Jeff Scott Soto Marcel Jacob und ihre Band Humanimal, die uns kurzfristig eine Absage erteilt haben, springen meine Alltime-Faves Demon in die Bresche. Klar, daß ich vollkommen aus dem Häuschen bin und über Jeff Scott Sotos Entschluß keine Träne vergoß (Schön Herr Glaub - du mußtest den "Ersatz" ja auch nicht 1 (!) Woche vorher organisieren - die Veranstalter). Aber für die englischen Kultrocker ist es auch Schwerstarbeit, denn sie mußten in sieben Tagen ein einstündiges Programm einproben und sich quasi unangekündigt kurz vor 18 Uhr einem auf Melodic Rock getrimmten Publikum stellen. Und dies machen sie mit Bravour!
Schon beim Intro zu "The Plague" habe ich eine Gänsehaut, und als Dave Hill mit Badeschlappen (Megakult!) die Bühne entert, wird man prompt in die glorreichen 80er Jahre zurückversetzt. Mit "The Writing's On The Wall", "Wonderland", "Into The Nightmare", "Sign Of A Madman", "Blackheath" und dem Hammer "Remembrance Day", wo Dave Hill das Rumposen für meinen Geschmack deutlich übertreibt, folgt ein Best Of-Programm der Güteklasse 1a. Mit "Spaced Out Monkey" gibt es dann einen totalen Stilbruch, und obwohl mir der Song eigentlich sehr gut gefällt, hat er wegen seines modernen Soundgewands überhaupt nicht in den Live-Set gepaßt. Gleiches gilt für "Streetwise Cowboy", denn das aktuelle Demon-Werk enthält weitaus anspruchsvollere und bessere Songs, so ist es nicht verwunderlich, daß sich die Reaktionen des Publikums merklich abkühlen. Bei der Schlußoffensive, bestehend aus "One Helluva Night", "Don't Break The Circle" und "Night Of The Demon" (mit Dave Hills richtig ekligen "Das Weiße im Auge"-Showeinlagen), haben Demon ihre Fans wieder im Griff und waren für mich - ganz objektiv! (na klar, Herr Glaub - der Red.) - natürlich der klare Sieger des Festivals. Und wenn Demon demnächst mit ihrem vollen zweistündigen Programm als Headliner die deutschen Clubs unsicher machen, sollte sich dies kein Hard'n'Heavy-Fan entgehen lassen. |
![]() Demon & Dave Hill (unten) ![]() ![]() Ray Walmsley (Demon) ![]() Andy Dale - dämonisches Urgestein! |
![]() Mike "Prrrooosssttttt" Shotton (Von Groove) ![]() Saitenvirtuose Mladen... ![]() ...im Duell mit Basser Tom ![]() Perfekter Entertainer mit geiler Stimme: Mike Shotton - Live |
Erstaunlicherweise hat bis jetzt keine Band ihren vorgesehenen Zeitplan überzogen, was angesichts der Anzahl der aufspielenden Musikanten aus den verschiedensten geographischen Hemisphären geradezu einem Wunder gleicht. Pünktlich wie die Eieruhr sollten dann auch die Kanadier Von Groove um 19.20 Uhr auf den Brettern stehen, doch da herrscht noch gähnende Leere, nanu? Dafür geht es hinter den Kulissen um so hektischer zu, muß doch in Windeseile ein zwar angeforderter, aber dennoch vergessener Mini-Disk-Player aufgetrieben werden, den der ehemalige Brighton Rock-Drummer Mike Avazian zu seinem Spiel unbedingt benötigt. Schnell werden alle nur erdenklichen Möglichkeiten abgecheckt, doch keiner trägt heute Abend so ein Teil mit sich herum.
Schließlich erweist sich die freundliche Barfrau als letzte Rettung, die kurz mal Bar Bar sein lässt, um im Schweinsgalopp nach Hause zu hechten und dieses Teil zu holen. Geschafft! Das angestimmte Intro mündet kurz drauf in den Gassenhauer "Guns Over London" aus Von Grooves neuester Langrille "Seventh Day" und damit geht echt die Sonne auf. Klampfer Mladen, Ex-Honeymoon-Basser Tom Louis und schließlich auch der blonde Frontgaul Mike Shotton fegen alle mit einer Professionalität hinweg, die alle bisherigen Darbietungen in den Schatten stellt. Funkiger geht?s weiter mit "I Can't Find My Groove" und alle Wetter, man kann wirklich behaupten, dass Von Groove genau den von Anfang an drauf haben. Vor allem Shotton weiß, wie man sich meistbietend an die klatschende Meute verkauft - der Mann bewegt sich wenigstens mal auf der Bühne des Mannheimer Capitols und der Sound ist glasklar. Nach "Lily (Can't Stop the Dance)" stößt Shotton erst mal mit dem Publikum an und setzt dann wortreich die künftige musikalische Marschrichtung fest: "It's all about Rock'n'Roll, no fuckin' Britney Spears, no fuckin' Ricky Martin!" Der Mann kennt sein Geschäft. Danach treibt Mladen im roten Westernhemd seine Stakkatos zu "Mission Man" durch die Amps, Band wie auch Publikum haben einen Riesenspass an der Sache und so stößt auch ultra-rockige Version von "It Should Have Been Me" auf offene Ohren und wird mit eifrigem Applaus bedacht. Etwas düsterer lässt sich dann die aktuelle Titelnummer "The Seventh Day" an, eine schwer groovende, abgespacte Nummer, die sich aber wunderbarerweise im melodischen Chorus wieder fängt. Von Groove zeigen musikalisch und optisch echt, wo heute Abend der Hammer hängt, wie zum Beispiel auch das äußerst eingängige "Oxygen" beweist. Psychedelischer schließt sich daran dann "Rainmaker" an, bei dem sich Shotton kurzerhand zu einem Spaziergang durch die Fans entschließt, die ganz verdattert die Köpfe nach ihm verdrehen. Für Neuling Tom Louis die beste Gelegenheit, seine Künste vorzustellen, der seinen Bass wie ein Großer frettelt und zupft. Mittlerweile hat der Lichtmann auch die Lampe für den Drummer Mike gefunden, so dass der auch mal im gleißenden Licht ein Solo zum Besten gibt. Eine tolle Show, die vorerst mit einem "motherfucker of a song" nämlich "Driving Off The Edge Of The World" ein Ende findet. Doch die Ahörnchen lassen sich nicht lumpen und kommen nochmals für die Zugaben "Helter Skelter" und dem harten, genialen "House Of Dreams" auf die Bühne zurück, dem man allerdings das Fehlen einer zweiten Gitarre erstmals deutlicher anhört. Mit einer zweiten Klampfe hätte die Nummer noch mehr geschoben! Doch alles in allem haben Von Groove heute Abend ihrem Namen alle Ehre gemacht! |
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Hektisch wuseln kurz darauf alle Techniker auf der Bühne herum, schließlich gilt es den entstandenen Zeitverlust durch die Kanadier wieder aufzuholen und schließlich steht die einzige deutsche Combo dieses Abends bereits in den Startlöchern:
Jaded Heart! Die entern kurz darauf souverän die Bühne und die gut aufgewärmte Stimmung im Publikum wandelt sich in echte Begeisterungsstürme, da die meisten der Anwesenden die Jungs aus dem Pott noch in allerbester Erinnerung von der absolvierten Gotthard-Tour haben. Ohne Zögern feuern Michael Bormann & Co. Albenhits wie "No Hesitation", "Live And Let Die" und "Can't Wait For Love" unters Volk, bevor Goldkehlchen Bormann das erste Mal richtig Luft holt. Sinner-Keyboarder und Schwabe Frank Rössler hat sich mittlerweile gut eingelebt bei der Duisburger Connection, die heute Abend das nimmermüde Publikum gut aufmischt. Feuerzeuge entzünden sich bei der ersten Slow-Nummer "With Your Eyes" und bei den Jungs sitzt noch immer jede Note. Basser-Hüne Mülli lässt sein Muskeln spielen, während Guitarrero Baresch im gleißenden Lichtkegel seine Solos zelebriert. Ein Augen- und Ohrenschmaus! Auf Grund der euphorischen Reaktionen lässt sich Bormann zu echten Gefühlsausbrüchen verleiten: "Ich liebe Euch!", brüllt er ins Mikro und fast jeder nimmt ihm seine Ergriffenheit ab, die sich auch in herzzerreißenden Tracks wie "Excuse Me" oder "The Dream Is Over" äußert, die Michael passend mit der Akustischen begleitet. Bormann kriegt heute Abend wieder alle hohen Noten und seine Band rockt tight mit ihm daher. Dann will sich der Gute vorzeitig verabschieden - ein schlechter Scherz, dem das anschließende "Heaven Is Falling" gleich den Wind aus den Segeln nimmt. Danach folgt ein langestreckter, brettharter Solopart von Baresch, der aber wundersamerweise plötzlich von der Bühne verschwindet, um erst Lichtjahre später wieder dort zu erscheinen. Hintergrund: Eine gerissene Saite und die vorgesehene Ersatzgitarre tauscht erst nach längerem Suchen hinter der Bühne wieder auf. Der Rest der Truppe versucht diese Pause stimmungsvoll durch Gesangseinlagen Bormanns zu überbrücken, doch so schnell fällt einem da gar nicht so viel ein! Endlich ist dann aber Barisch wieder unter den Seinen, so dass dann mit dem harten "Perfect World" und dem Collins/Bailey-Cover "Easy Lover" ein tolles Konzert sein vorschnelles Ende findet - denn Zeit ist Geld und die nachfolgenden Enuff Z'Nuff treppeln schon ungeduldig hinter der Bühne! |
![]() Michael Bormann (Jaded Heart) ![]() Klampfer Barish... ![]() ...und Basser "Mülli" haben Spaß! |
![]() Bandleader Chip Z'Nuff (Enuff Z'Nuff)... ![]() ... und "Brother" Donnie Vie ![]() Drumtier Ricky "Snaresmasher" Parent ![]() Ein toller Kumpel: Johnny Monaco |
Die vierköpfige Truppe Enuff Z'Nuff aus Chicago werkelt schon seit vielen Jahren vornehmlich im Untergrund, der Durchbruch blieb ihr bislang jedoch auf breiter Ebene versagt, während minder begabte Kapellen Platinauszeichnungen am laufenden Band einsackten.
Der Grund: Trotz zehn durchgehend guter Alben gelang den Vieren nicht ein einziger Hit, der ein beruhigtes Weitermachen ermöglicht hätte, zudem war die Truppe in Deutschland live bislang nicht ein einziges Mal präsent. Heute abend im Capitol war also die Premiere für Donnie Vie & Konsorten. Etwas Glam-, etwas Hard Rock und ein gutes Gespür für Beatles-mäßige Harmonien, das zeichnet die Musik von Enuff Z´Nuff aus - und wie zur Bestätigung startet die Truppe ihren Set nach einem kurzen Instrumental-Intro mit einer gelungenen Coverversion des Fab Four-Klassikers "Revolution". Die Glam-Version eines der stärksten Beatles-Songs könnte den vom Business arg gebeutelten Jungs vielleicht doch noch den dringend benötigten Hit bescheren. Verdient hätte den die Truppe allemal. Und wenn es mit den eigenen Songs eben nicht klappt... Routiniert rockt sich die Truppe im Anschluß durch einen Querschnitt ihrer letzten Alben, wobei der Schwerpunkt natürlich auf den Songs des aktuellen Albums "10" liegt. Es fällt schwer, einzelne Songs hervorzuheben, denn Stücke wie "Fly Away", "Michelle" oder "New Thing" pendeln alle auf einem relativ hohen Niveau. Glänzt man auf den Studio-Versionen schon mal mit feinen Arrangements, steht auf der Bühne eindeutig der Party-Faktor im Vordergrund. Dabei erweist sich neben Sänger Donnie Vie eindeutig der auffällige Höfner-Bass (wie ihn auch Paul McCartney spielt) von Tieftöner Chip Znuff als optischer Blickfang. Störend allerdings der extrem nervige "Blechtrommel"-Schlagzeugsound, der einem mit zunehmender Spieldauer den Spaß an der Darbietung ein wenig verleidet. Leider hat Schlagwerker Ricky Parent seine Snare gleich beim ersten Song zerlegt und es gelang den Technikern nicht, das Ding wieder zu reparieren So bleibt letzten Endes eine gelungene Show zu attestieren, wobei die Truppe wohl doch ein ganzes Stück unter ihren Möglichkeiten blieb. |
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Da freut man sich riesig auf den Reunion-Gig der Tygers Of Pan Tang und bekommt im Vorfeld schon einen kräftigen Dämpfer versetzt, als man einen Blick auf die Setlist wirft. Kein Song vom legendären Debüt, eine einzige Nummer von "Crazy Nights" (für mich nach wie vor die beste Tygers-Scheibe) und dies beim wohl wichtigsten Auftritt der Briten seit langer Zeit. Für mich absolut nicht nachvollziehbar, aber immerhin haben die Tygers auf ihrer "Crazy Nights"-Tour als Support von Gillan schon einmal Mannheim im positiven Sinne in Grund und Boden gerockt, und auch damals hatten Pflichtnummern wie "Do It Good" schon gefehlt.
Aber was die Tygers an diesem Abend bieten, ist schon kein Debakel mehr; dies gleicht einer Hinrichtung auf der Bühne, bei der mir speziell das einzig verbleibende Original-Mitglied, Gitarrist Robb Weir, wirklich leid tut, denn trotz seiner Anstrengungen ist es nicht zu verleugnen, daß seine neuen Mitstreiter allenfalls Schülercombo-Niveau haben. Insbesondere Sänger Tony Liddells stimmliche Leistung ist blamabel, katastrophal und megapeinlich, so daß Klassiker wie "The Story So Far" richtig verhunzt werden. Der Junge bringt es sogar noch fertig, um Mitternacht einen auf obercool mit Sonnenbrille zu machen, die er nur mal kurz abnimmt, um die alten Songtexte abzulesen! Vor zwanzig Jahren hätten ihn die damaligen Metal-Maniacs von der Bühne gezerrt ... aber man wird halt langsam alt. Die Stimmung im Publikum ist auf dem Nullpunkt; zwei, drei Unverbesserliche, die wohl Ohrenkrebs haben, klatschen sogar, aber als am Schluß "Hellbound" und "Raised On Rock" noch in ultraschlechten Versionen verbraten werden, bekommen es von den ehemaligen 500 Besuchern nur noch ganz wenige mit, denn die Tygers haben es als Headliner fertig gebracht, den Saal leer zu spielen, und so etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt. Aber es gibt noch Hoffnung, denn direkt nach diesem Auftritt wurde Tony Liddell gefeuert, und wenn Robb Weir wirklich noch das Ruder rumreißen will, muß er Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den ehemaligen Frontmann Jon Deverill wieder in die Band zurückzuholen. |
![]() Dort wo Bratgitarre und Wummer-Bass regieren: Robb und Brian ![]() Gab sich vergeblich Mühe: Tony Liddell ![]() Robb Weir in Hochform ![]() sägten um die Wette: Robb und Deano |
Text-Story: Marco Magin, Petra Rottmann, Markus Baro, Chris Glaub
Pics: HMI
Text Internet: Sven Lohnert

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