Hier haben wir eine Auswahl der besten Importe des Monats für Euch getroffen!


Ghostbound
„All Is
Phantom“
US-Import/Amazon 

Obwohl Ghostbound mit „All Is Phantom“ im Rock Hard zum „Demo des Monats“ gewählt wurden, ist das Longplay-Debüt der Jungs aus Brooklyn keine Eigenproduktion. Alleine hätte Mastermind Alec A. Head das in jeder Hinsicht extrem aufwändige Projekt niemals stemmen können. Was das Ergebnis betrifft, brauchen Mainstream-Hörer und Musik-Konsumenten gar nicht weiterzulesen, denn „All Is Phantom“ gefällt garantiert nicht jedem und will das auch gar nicht. Im Gegenteil, die Musik sträubt sich, wehrt sich aktiv dagegen, gemocht zu werden. Gerade mit ihrer Widerspenstigkeit fordert sie den Hörer aber auch heraus, sich zu ihr durchzukämpfen, bis er entweder entnervt aufgibt oder den gut getarnten Zugang gefunden hat. Eins ist mal klar: Ghostbound machen kauzige Musik für Freaks. Dabei setzt die Band voll auf Intensität. Das gelingt ihr auch gut bis sehr gut, geht jedoch zu Lasten der Dynamik. Viele Passagen werden zu oft wiederholt, ohne kompositorisch so stark zu sein, dass man sie auch so oft hören will. Hooklines im klassischen Sinne sind hier Fehlanzeige! Da die Texte von „All Is Phantom“ – das trotz des übergeordneten Themas „Reise“ kein Konzeptalbum ist – Trauer und Kummer zum Inhalt haben, passen die schönen Akustik-Parts sowie die effektiv eingesetzte Violine und das Cello sehr gut. Das gilt auch für Heads Gesang, der die Songs über einen Zeitraum von 15 Jahren zusammengetragen hat. Seine Stimmfarbe vermittelt Melancholie, in den besten Momenten Verletzlichkeit, technisch ist er jedoch hörbar limitiert. Besonders nervig ist sein übertriebenes Vibrato an nahezu jedem Zeilenende. Es klingt gekünstelt und häufig total schief. Jedes Mal zieht man Luft durch die Zähne, dass der Wind durch jede Lücke pfeift! Doch selbst das hat einen gewissen Reiz – den Reiz des Unperfekten eben. Und vor allem sind die Gefühle, die er ausdrückt, zu 100 % echt. In der Endabrechnung zählt das ohnehin viel mehr! Viele suchen ja genau so etwas, weil ihnen das Aalglatte nichts gibt. Und denen sind diese 63 Minuten wahrscheinlich sogar noch zu wenig! Denn neben der erwähnten Intensität besitzen die grob behauenen Songs mit ihren grüblerisch wirkenden Einschüben einen herben, grobkörnigen Charme, den selbst der spüren wird, der am Ende sagt: „Damit kann ich nichts anfangen!“ Was man auf jeden Fall honorieren muss, sind das investierte Herzblut und die kompromisslose Umsetzung einer Vision eines positiv Bekloppten. Wer sich ein Bild von dem Idealismus der avantgardistischen Truppe machen will, wird auf ihrer Bandcamp-Seite fündig: ghostbound.bandcamp.com.

Michael Schübeler




Thunder
„Please Remain Seated“
UK-Import/Amazon 

Thunder haben massig erstklassige Songs am Start, ohne Frage. Nun gibt es einige von ihnen auf dem Doppelalbum „Please Remain Seated“ als Akustik-Versionen, wobei von dem Werk auch eine Einzel-CD mit dann zwölf Tracks existiert. Im Begleittext steht, wie alles begann, stand am Anfang eine alternative Fassung zu „Love Walked In“. Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Zeit das Konzept, das hinter „Please Remain Seated“ steckt: keine reine Umwandlung in akustische Nummern, sondern auch neue Arrangements, um eben die Titel in einem neuen Gewand richtig glänzen zu lassen. Dies ist rundum gelungen, was Tracks wie „I’m Dreaming Again“, „Just Another Suicide“, „River Of Pain“ oder „Higher Ground“ mehr als deutlich machen. Insgesamt neunzehn Stücke finden sich auf „Please Remain Seated“, die man am besten in aller Ruhe genießen sollte. Alle möglichen Störungen ausblenden, einen netten Schluck nach persönlichem Geschmack bereitstellen, den Hörraum nach Möglichkeit abdunkeln, vielleicht sogar Kerzenlicht – „Please Remain Seated“ wird einen in den Bann ziehen, garantiert.

Marco Magin  


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