The Weight
„The Weight“
Heavy Rhythm & Roll Records/RTD

 

 

Der Newcomer des Monats bezieht sich auf Bands, Musiker oder Projekte, die bislang in dieser Form noch nichts veröffentlicht haben.

Vor zwei Jahren habe ich die Review zur fantastischen EP „Keep Turning“, die mich total begeistert hat, geschrieben. Die Scheibe ist sehr nachhaltig, ich habe sie seitdem immer wieder mal angehört und mich gefragt, wann die Jungs denn mal was nachschieben. Allerdings war ich immer zu faul, im Internet zu recherchieren. Umso größer ist die Freude, als ich das Debütalbum der Wiener Band aus dem Briefkasten fische. Da sieht man mal wieder, dass sich manche Dinge von alleine lösen. Schon der Anblick des Covers löst bei mir ein Schmunzeln aus, doch darüber könnt ihr im Interview in dieser BO-Ausgabe nachlesen. Als ich voller Erwartung die Scheibe in den Player schiebe und den Volume-Regler ziemlich weit aufdrehe, kann ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, denn gleich der Opener „The Hard Way“ gibt den Weg für die nächsten sechsundvierzig Minuten vor, der dem geneigten Hörer aber sehr leicht fällt, denn es trieft an allen Ecken und Enden ein schmackhaftes „ohrgiastisches“ oder sollte ich vielleicht lieber sagen „ohrgasmisches“ Gebräu aus Endsechziger/Siebziger-Jahre-Sound aus den Boxen. Welche Bands und Alben The Weight massiv beeinflusst haben, hört jeder selber raus, wobei das Lustige und Interessante ist, dass ein jeder ein bisschen etwas anderes assoziieren wird. Das Rätsel der mannigfachen musikalischen Idole lösen The Weight übrigens kongenial selbst in ihrem grandiosen Video zum Song „Trouble“ auf. Bitte unbedingt anschauen, liebe Freunde affengeiler Musik, geht einfach mal auf die Homepage oder Facebookseite der Jungs. Hier hat wirklich jedes Stück seinen speziellen Reiz, sei es der potentielle Radiohit „Inside“, der rhythmische Stampfer „Rich Man’s Pride“, der bei Live-Shows gewiss zur Mitgröl-Hymne avanciert, oder das zunächst psychedelisch angehauchte „A Good Thing“, das dann ganz schön abfegt. Am allersaugeilsten finde ich momentan den Siebenminütigen Hard’n’heavy’n’psychedelic-Hammer „Hammer, Cross & Nail“, wo ich neben einigen anderen besonders Deep Purple zu besten Mark II-Zeiten, und auch eine gehörige Portion Eloy zu besten Zeiten in den Siebzigern heraushöre. Das folgende Oberhammerstück „Jam“ steht dem allerdings in nichts nach. „Get Some“ glänzt durch einen sexy heavy Groove vom Allerfeinsten und animiert zu körperlicher Betätigung. Im letzten Song erscheint wieder das Thema der EP „Keep Turning“, heißt es doch jetzt „… keep on spinning, that’s the deal …“, eine Angelegenheit, die Sänger, Keyboarder und Texter Tobias umtreibt, das Leben im Hamsterrad, aus dem man aber auch ausbrechen kann. Deshalb findet Tobias den Titel unseres Hard’n’Heavy-Fachblattes übrigens auch trefflich gewählt. Es gibt sie also tatsächlich noch, diese Scheiben, die einem von Beginn an gut gefallen, die mit jedem neuen Anhören wachsen, und von denen man weiß, dass sie das Potential haben, einen ein Leben lang zu begleiten. Kann sein, dass dieses Album so leicht für mich zugänglich ist, weil ich genau mit den Bands aufgewachsen bin, deren grandiosem Sound der siebziger Jahre Tobias Jussel (v, kb), Michael Böbel (g), Patrick Moosgruber (b) und Andreas Vetter (dr) hier wieder neues Leben einhauchen. Jüngere Semester brauchen vielleicht etwas mehr Zeit, die Magie dieser Scheibe zu knacken, aber diese Zeit sollte man sich einfach nehmen, denn die Liebe zu diesem Sound wird womöglich ewig währen.
Martin Pietzsch


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