Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Kitty In A Casket
„Rise“
Rodeostar/SPV


Die (ehemalige) Punk Rock-Band Kitty In A Casket mit stimmgewaltiger Frontfrau kommt aus Österreich und veröffentlicht mit „Rise“ seit 2009 schon das fünfte Album. Anfangs waren sogar deutschsprachige Songs unter dem Material, was jedoch mittlerweile gar nicht mehr der Fall ist. Auch hat sich der Punk doch mehr und mehr zurückgezogen und sich in Richtung Hard- beziehungsweise Classic Rock entwickelt, was sich meiner Meinung nach jedoch überhaupt nicht negativ ausgewirkt hat. Die Eingängigkeit ist ja immer so ein großes Thema bei den Hörern, aber das war bei der Band aus Wien ja noch nie ein Problem. Wenn ich mir jedoch aus dieser neuen Platte so einen Titel wie „Cold Black Heart“ anhöre, muss ich zugeben, dass das schon großes Kino ist und mit den Ursprüngen der Band rein gar nichts mehr zu tun hat. Denn das ist melodischer Radio-Rock in Reinkultur. Doch keine Angst, es wird auch weiterhin geschrammelt, doch immer sehr auf die melodischen Elemente ausgerichtet und dementsprechend mit kommerziellen Hintergedanken behaftet. Aber deshalb, oder gerade deswegen bringt mir diese Band auch mächtig Spaß beim Hören und macht absolut nichts verkehrt. Druck, Melodien, Riffs und Stimme stimmen und hey, female fronted (gemäßigter) guter Punkrock ist doch eher in unseren Breitengraden selten zu finden. Kitty In A Casket füllen diese Lücke und sorgen für mehr als ordentliche Unterhaltung auf diesem Sektor! Und wenn dann noch wie bei „Oh Johnny“ eine fette Portion Rock ’n’ Roll dazukommt, ist der Abwechslung absolut Genüge getan, was die hervorragende Ballade „Open Waters“ noch unterstreicht. Starke Platte!
Peter Hollecker


Gizmodrome
„Gizmodrome“
e-a-r Music/Edel

Wenn Musiker wie Sänger Mark King von Level 42, der unter anderem durch King Crimson bekannte Gitarrist Adrian Belew, PFM-Tastenmann Vittorio Cosma und Ex-The Police-Schlagzeuger Steve Copeland in einem Projekt zusammenfinden, ist garantiert, dass es Mucke abseits des Mainstream gibt. Die Vereinigung nennt sich Gizmodrome und bietet auf ihrem Debüt eine Vielseitigkeit, die’s wirklich in sich hat. Das Quartett macht es einem dabei nicht leicht und vollführt ab und an stilistische Quantensprünge. „Zombies In The Mall“ kombiniert einen Big-Band-Sound mit afrikanischen Rhythmen. „Stay Ready“ ist eine Kombination aus The Tubes, den Talking Heads und Roxy Music. „Man In The Mountain“ durchzieht ein astreiner Reggae. „Summer’s Coming“ gefällt mit einem beschwingten Pub-Feeling. Und dieser kunterbunte Mix durchzieht die komplette Gizmodrome-Platte. Wer also auf eine extreme Vielfalt steht, sich von Pop über Prog, Rock, Reggae, exotischen Sounds und noch mehr angezogen fühlt, der ist hier richtig aufgehoben. Trotz aller Gizmodrome-Klasse ist mir jedoch persönlich das stilistische Hin und Her etwas zu wild.
Marco Magin


Steelheart
„Through Worlds Of Stardust“
Frontiers/Soulfood

Steelheart sind zurück und damit deren unvergleichlicher Sänger und Gründer Miljenko Matijevic, welcher bereits bei deren selbstfinanziertem Erstling Anfang der 90er das Ruder fest in Händen hielt. Nun verdingt sich Miljenko auch als Produzent bei „Through Worlds Of Stardust“, dem neuen Erguss, welcher heute zu besprechen wäre. Steelheart hatten sich nach deren Gründung vor allem durch die über mehrere Oktaven reichende Stimme ihres Frontmannes einen Namen in den heiligen Hallen des Glam-Hard Rock erarbeitet und überzeugten durch eingängige Melodien und Ohrwurm-Charakter. Vor allem in Japan feierte die Band große Erfolge, aber durchaus auch hierzulande. Nach drei Alben war damals Schluss, denn wie viele andere Bands auch, fielen auch Steelheart der damaligen Grunge-Welle zum Opfer. Nun sind die Herren zurück und starten mit ihrer neuen Scheibe „Through Worlds Of Stardust“ in meiner Meinung nach völlig neue Gefilde der musikalischen Landschaft. Das neue Album ist in meinen Augen ein Ausflug in den modernen, aber durchaus auch mit progressiven Elementen durchzogenen Modern-Rock geworden. Erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig für alle Freunde der alten Schule der Band, aber definitiv hörenswert für all diejenigen, die keine festgefahrenen Vorlieben für Radiotauglichkeit als Grundlage für einen interessanten Hörgenuss besitzen. Um Vergleiche für den neuen Stil zu finden, fallen mir Bands wie Halestorm oder Alter Bridge ein, aber auch durchaus Klassiker wie Led Zeppelin. Manchmal nerven die gesanglichen Höhenflüge Matijevics auf dem Silberling etwas, aber die Komplexität und instrumentale sowie gesangliche Bandbreite der neuen Produktion haben auch einiges für sich. Alles in allem ist „Through Worlds Of Stardust“ kein typisches Steelheart-Werk geworden, welches man sich bei einer entspannten Autofahrt reinzieht oder dabei Staub saugt, nein, vielmehr sollte man sich für die Erkundung der neuen Töne wirklich Zeit lassen und sich auf die neue Ausrichtung der Band einlassen. Altbacken geht anders. Ich bin gespannt, was man noch von den Herren hört.
Steve Leikeim



Motörhead
„Under Cöver“
Silver Lining/Warner

Nein! Leichenfledderei geht anders. Da hätte man das letzte Motörhead-Album „Bad Magic“ wiederveröffentlichen müssen. Mit dem starken, Gänsehaut verursachenden Bowie-Cover von „Heroes“ als Bonus. Diese Lösung ist eleganter! „Under Cöver“ präsentiert mit „Heroes“ einen der letzten von der Band aufgenommenen Songs, gemischt mit 10 fast durchgehend bekannten Cover-Versionen, die die Band aufgenommen hat. Angenehm und praktisch, nun alles auf einer CD vorliegen zu haben. Die kongeniale Interpretation von Sex Pistols „God Save The Queen“ ist nach wie vor herrlich erfrischend, die Energie bei „Breaking The Law“ von Judas Priest magisch, der „Cat Scratch Fever“ (Ted Nugent)-Take raffiniert und das preisgekrönte Metallica-Remake von „Whiplash“ besser als das Original. Aber … Verdammt … Lemmy ist nicht mehr da …

Nikolas Krofta

Martina Edoff
„We Will Align“
AOR Heaven/Soulfood

Auf den letzten Drücker vor dem ultimativen Redaktionsschluss fische ich noch ein Rezessionsexemplar aus dem Briefkasten: Martina Edoff, der Name sagt mir was, vor zwei Jahren hatte ich schon die Ehre, eine Review über das zweite Solo-Album „Unity“ der schwedischen Rock-Röhre zu schreiben. Diesem Silberling attestierte ich hervorragende Songs, die teilweise offensichtlich stark von der grandiosen Band Heart um die Schwestern Ann und Nancy Wilson inspiriert waren, ebenso wie die Gesangsperformance von Martina. Das Album war mir über die komplette Distanz etwas zu eintönig und Hochglanzpoliert. Deshalb bin ich sehr gespannt, was Martina auf ihrem dritten Release „We Will Align“ zu bieten hat. In den geilen sphärischen Beginn des Openers „Turn Our Pages“ steigt sie nach zwanzig Sekunden mit einem Wahnsinns-Schrei ein, dem man anmerkt, dass die Dame verdammt angriffslustig ist und bereit, die Rock-Welt zu erobern. Dann beginnt es massiv heavy Rifflastig zu brettern, bevor sich der Song im Midtempobereich einpendelt und bietet, was einen guten Track ausmacht: prägnante Riffs, melodische Hooklines und Refrains, schöne Gitarrensoli, starker Gesang. Der Piano-Beginn von „Champions“ lässt vermuten, dass eine Ballade kommt, doch dann rockt es, Martina fetzt schön dreckig drauf los, der Groove des Riffs weiß zu überzeugen, doch der Refrain ist mir etwas zu langatmig und dudelig geraten. Voller Power versprüht „Alive“ Live-Feeling. Songs wie das Titelstück „We Will Align“, „Lay Down Your Arms“, und „Brand New World“ beweisen, dass die Scheibe jede Menge grandiose Riffs, Grooves und Melodien hat, die von Musikern par excellence dargeboten werden. Martina Edoff ist eine hochkarätige Sängerin! Ich frage mich nur, warum fast jedes Stück derart massiv AOR-mäßig mit überbordendem Background-Gejaule und Schnickschnack aufgemotzt werden muss, dass am Schluss bei mir ein fader Beigeschmack bleibt. Nun, wahrscheinlich verlangt das der Markt. Besonders schade finde ich diese Überpoliertheit bei der zunächst stimmungsvoll vom Piano getragenen Ballade „Face The Mirror“, bei der Martinas wunderschöne Stimme besonders gut zur Geltung kommt. Liebe Produzenten, das hättet ihr gerne mal so zu Ende laufen lassen können, wie es begann! Oftmals ist weniger mehr. Angenehm aus diesem Schema heraus stechen die saugeilen Heavy Blues-Nummern „I’m Invincible“ und „Truth Came Knocking“. Geht doch!  

Martin Pietzsch


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