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Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!
Styx
„Regeneration Volume I & II“
Eagle Rock/Edel |
Obwohl sich auf dem Doppel-Streich viele der wohl besten Styx-Titel befinden, ist das Ding dennoch keine Best Of-Scheibe. Styx sind ja vor allem in den Staaten nach wie vor fleißig live unterwegs und haben 2010 wie auch 2011 jeweils einen Silberling rausgebracht, auf dem sie einige ihre Klassiker im jetzigen Line-up neu einspielten. Praktischerweise erscheinen die Dinger hierzulande nun im Doppelpack, dazu noch zwei Tracks der Damn Yankees, denen Sänger und Gitarrist Tommy Shaw auch angehörte, und der bis dato unveröffentlichte Titel „Difference In The World“. Die frischen Versionen von Hämmern wie „The Grand Illusion“, „Crystal Ball“, „Sail Away“, „Boat On The River“, „Miss America“, „Snowblind“ oder „Too Much Time Of My Hands“ zeigen vor allen Dingen erstmal ganz deutlich, wie gigantisch das Songwriting-Potential von Styx vor allem in den 70ern gewesen ist, wobei die Herrschaften auch danach die eine oder andere Musikperle kreierten. Die jetzt eingespielten Fassungen klingen – wen wundert’s – etwas moderner, wobei es wohl Geschmackssache sein dürfte, ob einem nun die Originale oder die Nachfolger besser gefallen. Fakt ist, daß bei Styx auf jeden Fall der musikalische Weg noch nicht ins Totenreich führt, der melodische Hardrock mit bombastischen wie progressiven Elementen nach wie vor extrem faszinierend rüberkommt. Freuen wir uns als auf weitere Styx-Aktivitäten wie beispielsweise den Releases der Konzertfilme „The Grand Illusion“ und „Pieces Of Eight“ auf DVD und Blu-Ray in der nächsten Zeit.
Marco Magin
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Haken
„Visions“
Sensory/Alive |
„Aquarius“, ihr letztes Album, brachte der Prog Metal-Band Haken aus dem wunderbaren London einiges an Anerkennung. Mancherorts gingen Rezensenten sogar soweit, die Band als eine der kommenden Legenden der Prog-Szene anzusehen. Nun ja. Wenn man mal die Texte und das Konzept weg läßt (das ist nun wirklich nicht der Brüller), kann tatsächlich gesagt werden, daß die Band auf jeden Fall ein besonderes Gespür für Melodien hat, gleichzeitig aber durchaus immer wieder ein gewisse Härte Marke Thrash Metal parat hat. Ja, die Musik der Engländer hat einen leichten Hauch der frühen Dream Theater. Ihre Musik klingt allerdings sehr eigenständig – und irgendwie haben die Songs das Zeug dazu, für längere Zeit Dauergast im CD-Player zu bleiben. Die Scheibe ließe sich durchaus in den Bereich Prog Metal einordnen. Ein Stück wie „The Mind’s Eye“, die erste von drei Nummern, die eigentlich einen Longtrack bilden, besticht aber eher durch seine Kombination von sphärischen, fast träumerischen Klängen einerseits und ordentlich krachenden Refrains andererseits, was eher an Bands wie Porcupine Tree erinnert. Und ist Porcupine Tree eine Prog Metal-Band? Schnörkellos geht der Song in das instrumentale „Portals“ über, ein Stück, das, nicht zuletzt aufgrund seiner wilden Soli, wiederum an Bands wie Liquid Tension Experiment erinnert. Als letztes der drei Stücke geht wieder nahtlos in „Shapeshifter“ über - einer schleppenden, orgelgetragenen Nummer, die allerdings wiederum im Refrain ordentlich los geht, dann jedoch erneut durch sanfte Keyboards und einem ebensolchen Gitarrensolo durchbrochen wird, bevor es gegen Ende zurück zum Anfang von „The Mind’s Eye“ zurück geht – Wow! Die gesamte Scheibe wirkt wie aus einem Guß. Das ist ganz großes Kino (???), was die Jungs hier darbieten und auf jeden Fall eine absolute Empfehlung wert!!! Super Sache, das!!!
Sven Meyer
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Lou Reed & Metallica
„Lulu“
Mercury/Universal
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„Lulu“ wird Metallica-Fans enttäuschen, abschrecken, irritieren. Lou Reed-Fans werden „Lulu“ mögen und es als besseres Werk und Nachfolger von „Metal Machine Music“ ansehen. Noch nie hat Lou Reed eine bessere Begleitband gehabt und Metallica noch nie bessere Texte. Zusammen aber passen die beiden nicht wie „Die Schöne und Das Biest“ sondern eher wie „zwei Biester“ oder doch eher wie ein musikalisches „Sodom & Gomorra“, das recht gewöhnungsbedürftig ist, will man Sprechgesang und Metal-Riffs kombinieren. Und genau das offeriert das Album, das als Doppel-CD mit zehn Songs erscheint. Warum gleich zwei CDs? Weil die oft 8, 11 oder auch 19 Minuten langen Stücke nicht auf eine gehen und das macht das Album extrem langatmig. Die Hälfte der Songs hätten es auch getan - oder eine starke Kürzung. Doch dann wäre Lulu nicht das, was es wirklich ist: Ein Spätwerk Lou Reeds mit den besten Musikern, die er seit Velvet Underground hatte. Auch wenn hin und wieder auch James Hetfield in den Sprechgesang von Mr. Reed schreien darf, werden Metallica-Fans den Songs beim ersten Hören nichts metallica-haftes abgewinnen können, aber das Album nach dem vierten bis fünften Hören zumindest interessant finden.
Prof. Dr. Christof Graf
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Iced Earth
„Dystopia“
Century Media/EMI
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Seitdem Jon Schaffer seine Pathos-Phase überwunden hat und sich kritisch mit den USA auseinander setzt, was ich nicht als Masche sehe, finde ich den Kerl wieder sympathisch. Auch die letzte Scheibe war nach etwas schwächeren, aber nicht schlechten Werken für mich wieder der richtige Weg. Der erneute Weggang von Matt Barlow, der weniger touren will, ist natürlich ein Schock für mich und alle Fans gewesen. Doch Schaffer bleib mit konstanter Mannschaft (juhuu!) und neuem Sänger Stu Block (Into Eternity) auf Kurs und bringt mit „Dystopia“ ein Hammeralbum heraus. Lediglich das Cover finde ich etwas schlapp. Die Neuaufnahme des Hammersongs „Dante's Inferno“ (kostenlos auf der Bandhomepage) vom total unterbewerteten (jedenfalls von Schaffers Seite) „Burnt Offerings“-Albums mit Block zeigt, daß dieser alles, was Barlow singt, auch kann und jenem sehr ähnelt, ohne aber ein Coversänger zu sein. Bei „Days Of Rage“ singt der neue Frontmann schön derb und dreckig. Der 33 Jahre alte Kanadier ist sehr variabel. Sogar im Songwriting durfte er etwas mitmischen, was natürlich fast 100 Prozent in Schaffers Hand lag. Dieser erschuf ein klassisches Iced Earth-Album mit allen Trademarks (unter anderem „galoppierende Riffs“) der Band, was direkt während des Hörens unglaublich zündet und sich hinter den klassischen Barlow-Werken nicht verstecken muß. Eine ähnlich herzergreifende Ballade wie „Watching Over Me“ oder Pathosstoff wie „Melancholy“ gelingt Schaffer mit den soften „Anguish Of Youth“ und „End Of Innocence“ hier zwar nicht, aber er ist mit allen Songs nahe an seiner Bestform! Das sich langsam-schleppend aufbauende „Anthem“ ist schon mal ein späterer Liveklassiker, da gehe ich jede Wette ein! Am Ende wird es mit „Tragedy And Trimuph“ zwar wieder etwas orchestral und erinnert kurz an das Bürgerkriegsalbum, doch der Song wandelt sich zu einem typischen flotten Iced Earth-Track. Am Ende sind Iced Earth unerwartet stark zurück und ich freue mich, daß die Band es geschafft hat und ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. Ein Muß für alle Fans zeitloser Metalkost!
Thorsten „Thor“ Dietrich
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Andromeda
„Manifesto“
Ulterium/Cargo
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Beim Eingangsstück „Recognizing Fate“ ist man noch geneigt zu denken: Ach ja, wieder einer dieser an den klassischen Dream Theater-orientierten Bands. Auf ihrem mittlerweile vierten Album muß das Quintett aus Malmø aber solche Vergleiche eigentlich nicht mehr befürchten. Zwar bietet etwa die Eingangsnummer das, was man früher vom Traumtheater erwartet und bekommen hat, dennoch bieten die Schweden mehr als das. Sei es das AOR-angelehnte „Slaves Of The Plethora Season“ oder dem ziemlich harten, gleichzeitig aber auch melodischen und atmosphärischen „Worst Enemy“, Andromeda haben so etwas wie ihren eigenen Stil gefunden. Richtig gut klingt Sänger David Fremberg, der ein wenig an Russel Crow erinnert. Die Scheibe hat sicherlich auch die eine oder andere Schwachstelle (etwa „Censoring Truth“ oder „Another Step“). Zum Abschluß der Platte bieten Andromeda aber noch einmal einen kleinen Höhepunkt: „Veil Of Illumination“ ist ein starker Longtrack, der noch einmal aus den Vollen schöpft. Insgesamt haben die Schweden erneut ein gutes Album abgeliefert. Seit ihrer zweiten Scheibe „II=I (Two Is One)“ von 2003 kann ich aber keine nennenswerte Entwicklung bei der Band feststellen – sie verharren vielmehr seitdem auf einem gehobenen Niveau. Reinhören lohnt sich hier auf jeden Fall.
Sven Meyer
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