Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Sabaton
„The Last Stand“
Nuclear Blast/Warner

Mit ihrem inzwischen schon achten Studioalbum setzen die „Panzerschuhe“ ihren anscheinend unaufhaltsamen Siegeszug an die Spitze der Power-Metal-Verkaufscharts fort – neben einem regelmäßigen Studio-Output haben die Schweden so inzwischen ein eigenes Festival und sogar eine Sabaton-Kreuzfahrt im Portfolio. Mit „The Last Stand“ geht die Erfolgsgeschichte weiter. Thematisch wird wieder an das bewährte martialische Liedgut früherer Alben angeknüpft. Im Gegensatz zum Vorgänger „Heroes“, bei dem eher Einzelschicksale im Fokus standen, geht es im aktuellen Output um den größeren Rahmen – wie der Name vermuten läßt, drehen sich die Songs diesmal um verschiedene „letzte Gefechte“ der Geschichte, was im Vergleich zu „Heroes“ mit seinen interessanten historischen Schlaglichtern leider teilweise etwas abgenudelt wirkt. Der Kampf der 300 Spartaner („Sparta“), der Unabhängigkeitskrieg der Schotten („Blood Of Bannockburn“) und der Niedergang der Samurai („Shiroyama“) wurden schließlich medial schon zur Genüge ausgetreten. Musikalisch lassen die Jungs um Frontmann Joakim Brodén aber auch diesmal nichts anbrennen! Dabei wird auf eine gelungene Mischung aus Alt und Neu gesetzt: Während einige Songs an frühere Tracks erinnern (zum Beispiel der stampfende Rhythmus von „Winged Hussars“, der sofort an „Uprising“ denken läßt), sind diesmal auch ganz ungewohnte Töne dabei, wie etwa die Dudelsäcke in Verbindung mit Hammondorgel (!) bei „Blood Of Bannockburn“ – vermutlich nicht für jeden Sabaton-Hardcorefan etwas, aber ich feiere diesen genialen Rocksong total! Auch klangtechnisch wird experimentiert: Für einige Songs wurden gar Schußgeräusche von Pistolen und Gewehren als Drum-Samples verwendet („The Lost Battalion“), was einen interessanten Touch hat. Insgesamt dürfte für jeden etwas dabei sein, im Großen und Ganzen bleiben sich Sabaton treu, Highspeed-Kracher („Hill 3234“) sind genauso dabei wie langsamere Nummern mit den gewohnt epischen Chören („The Last Stand“). Für mich ein absolut gelungener Nachfolger von „Heroes“. Melodisch, heavy, bombastisch und ein gutes Stück Pathos – einfach Sabaton!
Patrick Leiske


Narnia
„Narnia“
Narnia Songs/Alive

Alles andere als ein unbeschriebenes Blatt sind Narnia aus Schweden, welche immerhin bereits seit 1969 sechs Studioalben sowie eine Live-DVD/CD veröffentlichten und mit Größen wie Dio, Stratovarius, Sonata Arctica und Children of Bodom unterwegs waren. Im Stil des „New Wave Melodic Metal“ gehören die Jungs sicherlich zur Riege der erlesenen Bombast-Rocker aus Schweden. Christian Liljegren, ein kraftvoller Sänger, welcher mich stellenweise und vereinzelt an Johnny Gioeli von Axel Rudi Pell erinnert, haucht der gesamten musikalischen Kulisse so richtig Leben ein. Gitarrist CJ Grimmark ist ein begnadeter Fiedler, und dies meine ich durchaus positiv. Meine ersten Eindrücke des nunmehr siebten Albums, ebenfalls mit „Narnia“ betitelt, nach insgesamt über 100.000 verkauften Scheiben in deren Karriere, sind von Grund auf positiv. Sicherlich erfinden Narnia nicht das gesamte Rad des melodischen Rock neu, jedoch will man das überhaupt? Ich glaube, nein. Sehr stark erinnert mich der orchestrale Stil der Stücke an Luca Torillis Rhapsody und endet stets in einfangenden Hooks, untermauert mit der markanten Stimme von Christan, welcher eine sehr breite Bandbreite aufweist. Schon der Opener „Reaching For The Top“, im nahtlosen Übergang zu „Still Believe“, läßt jeden Freund des sphärischen Melodic aufhören. „Narnia“ ist ein wirklich gutes Stück Arbeit geworden, auch wenn etwas der markante, eigene Stil fehlt und es in den Weiten des erstklassigen Hard Rock aus Schweden etwas untergeht, ist es jedoch niemals ein falscher Griff ins Regal! Ich würde mich freuen, die Schweden einmal mit ihrem Programm live auf der Bühne erleben zu dürfen.
Steve Leikeim


Maverick
„Big Red“
Metalapolis Records/Edel

Nachdem diese Europameisterschaft mit den „kleinen“ britischen Fußballnationen wie Irland, Nordinland und Wales sehr positiv aufgefallen ist, freut es mich besonders, heute eine Combo aus Nordirland in den Fokus zu rücken, da aus diesem Landstrich nicht tagtäglich Reviews hereinschneien. Maverick aus Belfast sind mit ihrem Album „Big Red“ bereits mit ihrer dritten Veröffentlichung seit deren Gründung in 2012 am Start, so man die EP „Talk’s Cheap“ mit einrechnet. Die Mannen um David Balfour, Ryan Balfour, Terry McHugh,, Richie Diver und Mike Ross legen mit ihrem durch zwei Gitarren dominierten Gute-Laune-Hard-Rock so richtig los, und der Einsteiger „All For One“ ist zwar nicht gerade mit herausragenden Riffs beseelt, jedoch macht er Lust auf mehr! Wenn man sich ansieht, mit welchen Bands die Jungs auf Tour waren, bekommt man auch gleich einen Einblick, in welche Richtung der Stil der Band zielt. Namen wie Y&T, Faster Pussycat oder Tygertailz sprechen für sich. Auch mit den berühmten Poodles waren die Jungs sechs Monate lang auf Tour, und dadurch kam ein besonders Schmanckerl auf diesem Album zu tragen. Poodles-Sänger Jakob Samuel hat sich gesanglich eingebracht und singt bei „Asylum“ kräftig mit. Doch nicht nur das ist eine Überraschung, auch Ex-Alice Cooper-Gitarrero Kane Roberts, was mich ganz besonders freut, verewigt sich mit einem Gitarrensolo bei diesem Song. Mit Kane Roberts spielen die Jungs auch als Backingband beim H.E.A.T. Festival. Zusammengefaßt ist „Big Red“ ein super launiges Stück Hard Rock mit klasse Sänger und kommt alles andere als langweilig daher! Freue mich auf weitere Ergüsse!
Steve Leikeim


Operation:Mindcrime
„Resurrection“
Frontiers/Soulfood

Mit „The Key“ startete Geoff Tate seine skurrile und interessante Trilogie. Die Reaktionen auf das Erstwerk fielen leider verhalten aus, was auch an der eigenwilligen Instrumentierung und dem etwas sperrigen Songwriting gelegen hat. „Resurrection“ wird an diesem Umstand wohl kaum etwas ändern. Schließlich bildet das neue Werk die konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges. Die Liste der beteiligten Musiker liest sich erneut ganz ordentlich. Mit an Bord sind Kelly Gray, Scott Moughton, Simon Wright, Brian Tichy, Scott Mercado, Dave Ellefson, Nick Greatrex, John Moyer sowie Keyboarder Randy Gane, die zusammen mit Sänger Mark Daily dem guten Geoff Tate tatkräftig unter die Arme greifen. Neu mit an Bord sind die beiden Shouter Tim „Ripper“ Owens und Blaze Bayley, die sich bei „Taking On The World“ den Gesang mit Geoff Tate teilen. „Resurrection“ startet mit dem gleich betitelten Intro, das über ein weiteres Instrumental „When All Falls Away“ zum ersten kurzen Einsatz von Geoff Tate mit „A Moment In Time“ und „Through The Noize“ überleitet. Beide Tracks sind kurz und stellen eher Fragmente als richtige Songs dar. So richtig los geht es mit dem eingängigen „Left For Dead“, das Geoffs Stimme in den unterschiedlichsten Klangfarben präsentiert. Verspielter und progressiver ertönt „Miles Away“, ein kleines, in sich geschlossenes Monumentalwerk, das einige Durchgänge benötigt, bis es sich in den Ohren festsetzen kann. „Healing My Wounds“ beginnt ein wenig psychedelisch und entwickelt sich zu einem faszinierenden Song mit emotionalem Tiefgang, musikalisch wie gesanglich. Ebenso passen die Saxophon-Einsätze perfekt dazu, und das coole Gitarrensolo zum Ende des Songs ist ebenso gelungen. Mit „Taking On The World“ wird es eine Spur robuster. Es folgt das Gesangsduell zwischen Blaze Bayley, Tim „Ripper“ Owens sowie Geoff Tate, die sich hier gemeinsam austoben. Die beiden Metal-Shouter hätten sich allerdings ruhig noch mehr in den Vordergrund shouten können. Da wäre eindeutig noch Luft nach oben gewesen. Operation Mindcrime setzen mit „Resurrection“ ihre Reise konsequent fort und machen so zumindest mich neugierig auf den letzten Teil dieser Trilogie.
Thomas Klaner


Delain
„Moonbathers“
Napalm/Universal

Nachdem Delain uns bereits Anfang des Jahres in Form von „Lunar Prelude“ einen musikalischen Ausblick auf das kommende Album geliefert hatten, steht eben dieses, inzwischen fünfte, Album nun in den Startlöchern. Bereits seit ihren Anfangstagen wurden die Holländer als Vehikel für Keyboarder und Band-Gründer Martijn Westerholt und seine Sängerin Charlotte Wessels belächelt. Doch im zehnten Jahr ihres Bestehens will die Band wohl endgültig beweisen, daß sie mehr sind als nur ein Projekt. „Moonbathers“ geht gleich von Beginn an in die Vollen und fährt alles auf, was im Symphonic-Metal-Genre benötigt wird. Und das ist auch bitter nötig, denn gerade in diesem Genre ist die Konkurrenz nicht mit der leichten Schulter zu nehmen. Schließlich laufen hier einige Schwergewichte auf, mit denen man mithalten muß. Gerade die eigene Heimat stellt mit Within Temptation und Epica zwei dieser Vertreter. Doch Delain scheuen die Vergleiche nicht und setzen das einzige Mittel ein, das ihnen helfen kann – gute Songs. Klar schiffen auch auf diesem Album wieder einige Songs in seichten Gewässern, wie das leicht poppig angehauchte „Suckerpunch“, doch gerade in solchen Bereichen beweisen Delain ein glückliches Händchen. Denn trotz augenscheinlich fehlender Härte gehen solche Songs ins Ohr und entwickeln sich. Alles in allem bietet dieses Album viel Abwechslung und ist ein weiterer Schritt in Richtung Symphonic-Metal-Olymp.
Pat St. James



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