Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Iron Maiden
„The Book Of Souls – Live Chapter“
Parlophone/Warner


Das wievielte Live-Album der Eisernen Jungfrauen ist das jetzt eigentlich? Ich glaube, das neunte … Aber gut, nach fast 40 Jahren bewegter Bandgeschichte macht das gerade mal knapp zwei pro Dekade, und schon erscheint das gar nicht mehr so viel. „The Book Of Souls – Live Chapter“ ist auch nicht zuletzt deshalb ein sinnvoller Schritt, da man ja nie weiß, wie viele Touren die Briten noch werden absolvieren können beziehungsweise wollen – nachdem Bruce Dickinson Kehlkopfkrebs diagnostiziert worden war, wusste man ja nicht einmal, ob es überhaupt weiter geht. Aber zum Glück besiegte Bruce die Krankheit, und so folgt nun nach einer monumentalen Tour also die passende Live-Scheibe. Und ich muss sagen, das Ding knallt so richtig rein. Soundtechnisch habe ich selten so eine gute Platte gehört, die einzelnen Spuren sind glasklar zu hören, der Mix hat ordentlich Bums und ist wunderbar ausgesteuert. Lediglich Bruce merkt man leider das Alter (und vielleicht die kürzlich überstandene Krankheit) schon etwas an, stellenweise klingt er doch etwas angestrengt und hat Schwierigkeiten mit den höheren Passagen. Andererseits gehört das zu einem Werk, welches die Tour dokumentieren soll, doch auch irgendwie dazu. Wer sich also nicht daran stört, dass der Gesang nicht immer perfekt sitzt, der wird hier mit einer Band belohnt, die auch heute noch ordentlich austeilen kann. Und in der Tat geben die sechs Briten richtig Gas bei den ausgewählten Stücken. Ja, es handelt sich bei diesem Album um eine Sammlung einzelner Aufnahmen verschiedener Konzerte rund um die Welt, wobei Deutschland mit dem Auftritt bei Wacken und „Number Of The Beast“ vertreten ist. Die Setlist an sich bleibt davon aber unberührt, diese ist so ziemlich genau die gleiche wie bei dem Konzert in Frankfurt, zu dem es bei uns damals die Live-Review gab. Für die Songauswahl heißt das: mehrere Stücke der letzten beiden Alben (unter anderem „Speed Of Light“, „Death Or glory“ „The Book Of Souls“) und dann erst wieder von „Brave New World“ und früher, alle Alben dazwischen wurden ausgespart. Mit „The Trooper“, „Powerslave“, „Children Of The Damned“ und „Blood Brothers“ sind neben anderen aber auch die obligatorischen Klassiker dabei. Fazit: schönes Dokument der neuesten Bandgeschichte mit einem richtig geilen Sound. Wer sich an den neueren Titeln nicht stört, kann hier gerne zugreifen!
Patrick Leiske


Hämatom
„Bestie der Freiheit“
Columbia/Sony

Hämatom sind zurück! Ich habe die Band dieses Jahr mit einer guten Freundin live gesehen und sie haben ordentlich gerockt. Schon der Opener „Zeit Für Neue Hymnen“ ist ein Ohrwurm mit einer schönen Melodie, die sofort im Ohr bleibt. Genau das, was man von einer Hymne erwartet! Der Standpunkt der Band wird gleich im zweiten Song klar gemacht, „Mein Leben – Meine Regeln“ rocken ordentlich voraus und verbreiten eine klare Botschaft. „Warum kann ich nicht glücklich sein“ fragen sich sicher manche Leute auf dieser Welt. Hämatom fragen sich das auch und somit kann sich jeder jetzt mit einem Song verstanden fühlen. Das Cover des Albums erinnert mich durch den Wolf darauf durchaus an Faith No Mores „King For A Day“. „Mörder“ hat ganz deutlich einen politischen Bezug zu dem, was alles derzeit abgeht in der Welt. Hört den Song und ihr wisst, was ich meine, ohne näher darauf einzugehen. „Lichterloh“ ist die obligatorische Ballade, die auf keinem Album einer Band fehlen darf. Das wird sicher einer der Songs, bei dem die Feuerzeuge beziehungsweise Taschenlampen in die Höhe gehen. Der Song blickt thematisch zurück auf die guten alten Zeiten, die jeder in seiner Jungend mit Freunden erlebt hat. „Ich Hasse Dich Zu Lieben“ ist wieder ein rasanter Rocker und Ohrwurm, der gemischte Gefühle einer Person gegenüber ausdrückt, aber doch positiv zu verstehen ist am Ende. „Lange Nicht Perfekt“ sind wir alle und sollten uns an diesem Song ein Beispiel nehmen. Oft sind die tollsten Dinge im Leben doch so einfach. „Zur Hölle Mit Eurem Himmel“ ist wieder ein wenig politisch und sollte jedem zeigen, dass dieser gewisse Himmel nicht immer für jeden das Richtige ist. Oft mehr Schein als Sein. Hämatom mögen durch ihre maskierte, martialische Bühnenshow abschrecken, aber lasst euch davon nicht irritieren. Die Jungs sind keine dieser Krachkapellen, sondern haben gute Texte und viel zu sagen. Das Ganze oft verpackt in tolle Melodien. Neben Betontod für mich derzeit eine der wichtigsten Bands im deutschen Rock und Alternative!
Marcel Suck


Kid Rock
„Sweet Southern Sugar“
BMG Rights/Warner

Im Schnitt beschert uns Robert James Ritchie, wie Kid Rock mit bürgerlichem Namen heißt, alle zwei, drei Jahre ein neues Album. Hat er sich früher auf klassischen Crossover konzentriert, so tendiert Kid Rock spätestens seit dem 2010 erschienenen Album „Born Free“ immer mehr in Richtung Southern Rock/Country-Rock. Um eines vorweg zu nehmen, diese Richtung passt deutlich besser zu ihm. Wer erinnert sich nicht an seine „Sweet Home Alabama“-Version „All Summer Long“. So ein Über-Hit fehlte auf den nachfolgenden Veröffentlichungen, genauso wie auf dieser. Aber man will ja auch nichts Aufgewärmtes. Nach fast dreißig Jahren im Musikbusiness kann man sagen, dass Kid Rock endlich seine Heimat gefunden hat, und das ist doch schon sehr viel wert. Das Album ist kurzweilig und hat keinen wirklichen Ausfall zu vermelden, wie bereits gesagt, einen Wirklichen Höhepunkt allerdings auch nicht. Im besten Falle kann man sagen, Fans sind wunderbar aufgehoben, den restlichen Hörern tut das Album aber auch nicht weh.
Pat St. James



Phil Campbell & The Bastard Sons
„The Age Of Absurdity“
Nuclear Blast/Warner

Die Show muss weitergehen. Das ist das Motto in diesem Business und so handhaben es auch Mikkey Dee und Phil Campbell nach dem Tod von Lemmy und dem damit einhergehenden Ende von Motörhead. Während Mikkey jetzt bei den Scorpions die Kessel rührt, bringt Phil Campbell mit seinen Söhnen eine komplett neue Band an den Start. Und man kann diese schon beinahe mit den Black Star Riders vergleichen. Denn während die Black Star Riders das Erbe von Thin Lizzy würdig weiterführen, ist es an Phil Campbell mit seiner neuen Band das Erbe von Motörhead fortzuführen. Klar hören sich die Songs stark nach Motörhead an, was halt auch an der typischen Gitarre von Phil liegt. Aber durch den jungen Sänger Neil Starr merkt man den Bastard Sons eine Frische an, die Spaß macht. Und während Motörhead mit derselben Bürde zu kämpfen haben wie AC/DC, nämlich dass sich eigentlich alle Alben ähnlich angehört haben, so denke ich, dass dies bei dieser Combo anders sein könnte. Die Songs gehen gleich ins Ohr und setzen sich sofort fest. Dass Talent vererbt werden kann, hat Phil mit der Band bei seinen Jungs durchaus bewiesen. Da freut man sich schon auf die Live-Show.
Pat St. James


Dante Fox
„Six String Revolver“
AOR Heaven/Soulfood

Die britische female-fronted AOR-Band Dante Fox veröffentlichte erst im letzten Jahr ihr fünftes Studioalbum „Breathless“ und legt jetzt mit „Six String Revolver“ schon den Nachfolger vor. Und obwohl es diese Gruppe um Sängerin Sue Willetts Manford und ihren Ehemann Tim Manford schon seit 1989 gibt, hat man es im Bekanntheitsgrad leider noch nicht bis ganz nach oben geschafft. An der tollen Stimme der Sängerin kann das meiner Meinung nach jedenfalls nicht liegen, vielleicht ist den Rockfans die Musik nicht hart genug und den Popfans nicht poppig genug. Allerdings handelt es sich bei „Six String Revolver“ dann doch nicht um ein echtes neues Album, sondern um eine Art „Best-of“. Zehn Stücke aus den ersten beiden Alben suchte sich die Band aus, die in mühevoller Arbeit neu arrangiert und eben auch neu aufgenommen wurden. Diese Songs spiegeln dann auch genau das wider, wofür Dante Fox stehen. Das heißt, sehr melodisch rockige und eingängige Klänge, die Liebhaber von Heart, Robin Beck oder Cher in den Achtzigern begeistern sollten. Dabei darf es durchaus auch mal knackiger werden, so wie bei „Remember My Name“ oder „I Can’t Sleep“ zum Beispiel. Aber größtenteils ist schönes Midtempo mit tollen Melodien angesagt, bei dem sich Keyboards und Gitarren die Waage halten, wie bei „Lonely“, „All That I Need“ oder „Still Remember Love“ deutlich wird. Balladen beziehungsweise Halbballaden sind natürlich auch ein großes Thema, obwohl mit „A Matter Of Time“, der Akustik-Version von „All That I Need“ als Bonus-Song und „How Do We Learn About Love“ das ruhige Fach wahrlich nicht überstrapaziert wird. Mir gefällt diese Compilation recht gut, aber ich besitze die ersten vier Alben von Dante Fox auch nicht, wie ich zugeben möchte. Eine familienfreundliche und angenehm melodische Angelegenheit, bei der auch der Besuch nicht wegrennt.
Peter Hollecker



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