Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Nordic Union
„Nordic Union“
Frontiers/Soulfood

Sie sind wahrlich beide keine Unbekannten: Haudegen Ronnie Atkins, seines Zeichens vokales Aushängeschild der Hard-/Melodicrock-Titanen Pretty Maids, sowie Sänger, Gitarrist und Songwriter Erik Martensson, der mittlerweile mit seiner Hauptband Eclipse, aber auch im Team mit Goldkehlchen Jeff Scott Soto und den längst in den Melodic Rock-Himmel erhobenen W.E.T. den Fans ein geläufiger Begriff ist. Sämtliche sonstigen Tätigkeitsfelder der zwei aufzuzählen würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, und so sei eben nur daran erinnert, daß Ronnie nach jahrzehntelanger Abstinenz andersgelagerter Projekte außerhalb der Maids, spätestens seit seinem Erfolg mit Tobi Sammet’s Avantasia auch solchen Vorhaben eher aufgeschlossen ist. Daß einem so etwas auch oft zum Vorteil gereichen kann, hat der jüngere Schwede Erik Martensson schon lang begriffen. Für ihn gilt anscheinend nur ein Motto: entweder ganz oder gar nicht. Genau deswegen fand und findet man den Guten in den Credits vieler anderer, aktueller Melodicrocker wieder; egal ob als Songwriter, Gitarrist (notfalls auch als Aushilfe wie kürzlich beim Ammunition-Gig auf dem Ice Rock-Festival), Background-Sänger oder Produzent im hauseigenen Studio (siehe auch Theander Expression-Review in dieser Ausgabe). Doch zurück zu Nordic Union, einer wahrhaft nordischen Allianz, die musikalisch nicht nur Dänemark und Schweden einen soll, sondern auch beweist, daß zwei altersmäßig verschiedene Musiker-Generationen durchaus unter einen Hut passen – solange das Fundament auf den gleichen Heavy-Wurzeln fußt. Diesem Ansinnen gemäß läuft gleich der melancholische und trotzdem bombastisch bollernde Hardrocker „The War Has Begun“ eindrucksvoll vom Stapel; das zunächst düstere „Hypocrisy“ hätte mit seiner PM-typischen Hinwendung zum Mitsing-Refrain auch gut auf ein Album der Dänen gepaßt. Ein fetter Weckruf der besonderen Art wird einem mit dem modernen und dennoch folkloresken Synthi-Rocker „Wide Awake“ kredenzt. Engelsgleiche Chöre und ein nicht minder außerirdisches Klampfensolo zur Halbballade „Every Heartbeat“ stellen erneut die Klasse beider Kontrahenten zur Schau. In der Art rattert die auf dem Cover abgebildete Dampflock von einem Heavy-Sahneschnittchen wie „21 Guns“ zum nächsten; zum Beispiel dem moderner rockenden „Falling“. Im Verlauf der Scheibe wird eins immer klarer: Beide Mucker brachten es doch tatsächlich fertig, die Stärken ihrer eigenen Combos nahtlos zu vereinigen, allen vorgenannten Unterschieden zum Trotz. Wer also auf Hardrock der Marke Pretty Maids UND Eclipse steht, liegt bei Nordic Union goldrichtig!
Petra Rottmann


Crematory
„Monument“
Steamhammer/SPV

Das 14. Studioalbum (!) der ersten richtig bekannten deutschen Gothic Metal-Band Crematory nennt sich zu Recht „Monument“! Passend zum Titel und dem 25. Geburtstag der Gruppe hat man sich ein hübsches Denkmal als Cover einfallen lassen. Nachdem Gitarrist Matze in Freundschaft ausgestiegen ist, hat die Einstellung von gleich zwei Gitarristen in Form von Rolf Munkes und Tosse Basler (auch Gesang) der Band neue Kraft und eine gewisse Frische gegeben. Das heißt nicht, daß die wirklich superben Vorgängeralben schlechter waren, Crematory 2016 klingen bekannt und gleichzeitig anders, diese Kunst muß man erst einmal hinbekommen. Anteil daran hat auch Neusänger Tosse Basler, der wirklich eine extrem wandlungsfähige Stimme hat. So sind die Pfälzer teilweise nahezu entfesselt und haben in Sachen Texte die übliche Mischung aus englischen (70 %) und deutschen Texten (30 %) an Bord. Deutsches Highlight hier: „Haus Mit Garten“. Währen der harsche Opener „Misunderstood“ noch von Frontmann Felix Stass alleine gesungen wird, hat Sänger/Gitarrist Tosse bei dem hymnischen, nach schwedischem Metal tönenden Power Metal-Kracher „Ravens Calling“ die Hosen alleine an, coole Idee und eine saftige Überraschung! Natürlich haben die 12 Lieder auch ein paar sehr typische Crematory-Nummern in Petto. Allgemein fällt aber extrem auf, daß die EBM-Elemente von „Antiserum“ fast vollständig verschwunden sind und Crematory so mal wieder mehr ihre metallische, rifforientierte Seite zeigen. Da hier auch das Motto „Never change a winning team“ großgeschrieben wird, war am Sound und Songwriting das quasi siebte Bandmitglied Kristian Kohlmannslehner erneut gelungen am Werk. „Monument“ ist ein weiterer Kracher in der bestimmt nicht schlechten Biographie der Combo und wird vielleicht sogar neue Fanschichten erreichen.
Thorsten Dietrich


Midnight Eternal
„Midnight Eternal“
Inner Wound/Cargo

Warum eine hübsche Sängerin wie Raine Hilai in Unterwäsche mit Ausschnitt und stark geschminkt als Mischung aus Moulin Rouge und Bordsteinschwalbe neben vollständig angezogenen Männern posieren muß, weiß wohl nur das Label! Die neue und junge Band Midnight Eternal hat mit dem wunderschönen Cover ihres selbstbetitelten Debüts mehr Fingerspitzengefühl oder Glück gehabt. Dieses erinnert mich an den bekannten Coverkünstler Kristian Wahlin, der in den 90ern sehr aktiv war. Die erst 2014 gegründete US-Truppe Midnight Eternal spielt ungewöhnlich für das Herkunftsland eine Art Symphonic Metal, der hörbar von diversen Euroacts inspiriert ist und für eine gerade mal zwei Jahre alte Band durchaus Hand und Fuß hat. Die Musiker scheinen auch von diversen Undergroundtruppen zu stammen. Hier wird sicherlich nichts Neues geboten, aber das, was man zu hören bekommt, ist sicherlich ordentlich, gerade in instrumentaler Hinsicht. Die Produktion hat für meine Ohren leider ein paar Fehler, so daß Gesang und Keyboards zu laut sind, während die Gitarre zu wenig Druck hat, das ist aber bei vielen Acts in diesem Genre so – leider. Wenn die Gitarre mal mehr Raum hat, klingen die Lieder automatisch besser. Sängerin Raine ist nicht übel, kann aber mit den Großen der Szene logischerweise nicht mithalten, auch ist ihre Stimme an einigen Stellen leider etwas piepsig. Insgesamt sicherlich ein solides Debüt, auf das die Formation aufbauen kann. Vor allen Dingen in ihrer Heimat sind sie sicherlich exotischer, was den Sound betrifft, als in Europa.
Thorsten Dietrich


Jeff Angell’s Staticland
„Jeff Angell’s Staticland“
UDR/Warner

Ein feines Stück Musik ist mir vor kurzem in Form dieses geilen Rundlings ins Haus geflattert. Gleich der mächtig nach vorne treibende Opener „Everything Is Wrong“ zieht mich mit seinem hypnotischen Beat, dem fetten Hammond- und genial verzerrten Gitarrensound total in seinen Bann. Irgendwie weckt das Erinnerungen an den grandiosen Jeff Martin und seine Bands Tea Party und The Armada. Genau so fett geht’s mit „The Edge“ weiter, wobei hier durchaus auch mal U2 zu Joshua Tree-Zeiten um die Ecke lugen. Ein heavy losbretterndes Gitarrenriff eröffnet Song Nummer drei „Never Look Back“, das von der famos aufspielenden Rhythm-Section kraftvoll vorangetrieben wird und verdammt catchy daherkommt. Mit dem denkwürdigen Titel „Band-Aid On A Bullet Hole“ geht es kraftvoll und abwechslungsreich weiter, während der geneigte Hörer immer mehr Gefallen an der intensiven, rauchigen Stimme Jeffs und dessen melodischem Gesang findet. Bei der Ballade „The World Is Gonna Win“ entfaltet dieses Wahnsinns-Sangesorgan besonders gut die pure Magie, die in ihr steckt. Was diese grandiose Scheibe auszeichnet, ist die ideenreiche musikalische Gewalt, mit der die Protagonisten agieren. Und immer wieder oberaffengeiles, angriffslustiges Power-Drumming vom Feinsten – das ist saugeil! Dieser Drum-Sound, gepaart mit der oftmals schreddernden Gitarre, der gefühlvoll bis gewaltig wummernden Hammond-Orgel und dem Variantenreichen Gesang macht diese Scheibe zu einem besonderen Hörgenuß, in dem Jeff Angells seinen großen Vorbildern The Doors in einem kongenial von Grammy-Gewinner Vance Powell produziertem Vintage-Sound huldigt.
Nur das gefällig auf Radiotauglichkeit getrimmte „I’ll Find You“ paßt nicht so recht ins hervorragende Gesamtbild.
Martin Pietzsch


Dan Reed Network
„Fight Another Day“
Frontiers/Soulfood

Wunder geschehen immer wieder! Dan Reed Network sind wieder da!
25 Jahre nach dem letzten Output „The Heat“ erscheint am 3. Juni das langerwartete Comeback-Album des Quintetts aus Portland, Oregon. Nach Jahren der Abstinenz, er lebte unter anderem als Mönch in Indien und pilgerte durch Israel, hat sich Dan Reed während der letzten Jahre langsam, aber sicher wieder ans Musikbusiness herangetastet. Und das Album „Fight Another Day“ kann sich ohne Zweifel hören lassen. Die Band hat nichts von ihrem Trademark-Sound verloren, geiler Rock wird nach wie vor mit Soul- und Funk-Einflüssen gepaart. Schon der Opener „Divided“ zeigt die Band in Höchstform, starke Gitarrenriffs gepaart mit eingängigen Choruses. „The Brave“ könnte genauso gut vom grandiosen Debütalbum stammen, die Band hat ganz offensichtlich Spaß und läßt uns daran teilhaben. Positiv ist auch die Tatsache, daß alle fünf Originalmitglieder wieder mit an Bord sind. Die Texte von Dan Reed sind sozialkritisch und spiegeln die Probleme unserer Gesellschaft wider. Beste Beispiele hierfür sind „Infected“ und das Reggae-lastige „Save The World“, in dem Dan die Probleme zwischen den verschiedenen Religionsgruppen anprangert. Fazit: 13 Songs, KEINE Füller und Aussetzer. Wer wie ich von den ersten beiden Alben absolut angetan war, kann hier bedenkenlos zugreifen. Auch live sind DRN wieder am Start: Neben Terminen in England und Skandinavien spielen DRN am 13. Juni im „Rock Cafe“ in Hamburg. Übrigens interessiert sich in ihrem Heimatland USA so gut wie niemand für diese geniale Band. Und das wird sich auch mit diesem Release bei einem europäischen Label nicht ändern.
Roland „Poolman“ Schwend



Mehr Review-Highlights findet ihr, in bewährter Weise, im aktuellen BREAK OUT 2/2016 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel !!!



Mehr Break Out-Reviews gibt's bei www.realmusic.de

 



Hier unsere aktuelle Ausgabe 2/2016! Erhältlich für 4,50 Euro in allen gut sortierten Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen!!!

Das nächste Heft erscheint am 01. Juli 2016!!!


Für das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe klickt ihr bitte hier. Die Top-Themen des neuen Heftes findet ihr unter dem Navigationspunkt 'Themen'!
   
Hier findet ihr unsere vier aktuellen Tipps des Monats. Einfach auf die nachstehenden Links klicken und schon gehts los:
Amon Armath
The Last Vegas
Iggy Pop
Lee Aaron
   
Hier ist unser Search-Engine, mit dem ihr sämtliche Breakout-Seiten auf die Schnelle durchsuchen könnt.



 
   
 

Impressum