Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!

Ryan Roxie
„Imagine Your Reality“
Bellyache/Cargo


Auf seinem ersten Solo-Album „Imagine Your Reality“ führt der langjährige Alice Cooper- Gitarrist Ryan Roxie eindrucksvoll vor, wie man Tourpausen und Off-Days richtig nutzen kann, und präsentiert zehn feine Rocksongs, die höllisch grooven und sich sofort im Hirn festsetzen. Dass Ryan Roxie auch außerhalb seines Jobs beim großen Gruselrocker funktioniert, ist den Freunden von kernigem L.A.-Rock schon lange bekannt, schließlich werden die Alben seiner früheren Projekte wie Dad’s Porno Mag, Roxy 77, Casablanca oder Candy a.k.a. Electric Angels hochgeschätzt und heiß gehandelt, und alte Kumpels wie Slash oder Gilby Clarke greifen gerne auf Roxies musikalische Dienste zurück. Bei „Imagine Your Reality“ hat Teamplayer Ryan den Spieß einfach umgedreht und einige seiner Weggefährten zur Mitwirkung an der aktuellen Scheibe eingeladen. Und so haben zum Beispiel Ryans Alice Cooper-Bandmates Glen Sobel und Tommy Henrikson (unter anderem Hollywood Vampires, Lady Gaga, Halestorm etc.) die Drums eingespielt und die Produktion des Silberlings übernommen. Sogar Cheap Trick-Sangeslegende Robin Zander ist mit von der Partie: Er singt zusammen mit Ryan beim Song „California Man“. Apropos Gesang: Roxie überzeugt auf seinem Solo-Werk mit charismatischer Stimme, die den Album-Tracks die richtige Prise Rotz und Tiefe verleiht. „Imagine Your Reality“ klingt nach den Hinterhöfen am Sunset Strip, nach Hollywood-Nightlife und kalifornischer Sonne. Das ist zeitloser und zugleich moderner L.A-Rock, wie er schon immer sein sollte. Einfach klasse! Anspieltipps: „Over And Done“, „Live & Die in L.A.“

Birgit Bräckle


Johnny Gioeli
„One Voice“
Frontiers/Soulfood
 

Es war im Jahr 2010, als ich eher durch Zufall auf einem Axel Rudi Pell-Konzert gelandet bin. Die Band hatte ich viele Jahre aus den Augen verloren, und was mich da nach dem Intro und den ersten Takten des Opener-Songs der Truppe getroffen hat, hat mich vollkommen umgehauen. Ein mitreißender, stimmgewaltiger Übersänger zog mich vollkommen in seinen Bann. Für mich zählt dieser Johnny Gioeli zu den Top-5-Sängern auf internationaler Ebene im Rockbusiness. Seitdem verfolge ich die Karriere dieses bodenständigen, publikumsnahem Nicht-Superstars mit großem Interesse – ob es die Axel Rudi Pell-Scheiben sind, Hardline, Gioeli mit Deen Castronovo, „Crush 40“ – und war auch bei vielen Konzerten immer wieder auf ein Neues von dieser Hammerstimme und besonderen Performance begeistert. Nun hat Johnny mit „One Voice“ sein erstes Solo-Album veröffentlicht und er hat hierbei hauptsächlich persönliche Lebenserfahrungen mit Bravour musikalisch verarbeitet. Absolut herausragend ist das Stück „Oh Fathers“, das er seinem kürzlich verstorbenen Vater widmet. Wie bei allen Tracks berührt er hier mit seiner Stimme die Seele des Zuhörers. Das „One Voice“-Album ist eine absolut gelungene Produktion, wobei der Großteil der Songs prädestiniert für Airplay ist. Hervorzuheben ist der Titeltrack „One Voice“, das sehr rockige „Running“ und die außergewöhnliche Nummer „Deeper“. Auch das fetzige „Hit Me Once Hit Ya Twice“ und „Out Of Here“ sind klasse Mitrocker. „One Voice“, zelebriert von „The Voice“ Johnny Gioeli, ist ein absolut empfehlenswertes Album und man darf gespannt sein, was dieser charismatische, rastlose Mega-Sänger für zukünftige Überraschungen für uns bereithält.

Walter Puschel


Corroded
„Bitter“

Despotz/Cargo
 

Hoppla! Die Schweden Corroded hatte ich eigentlich als gediegene Hard ’n’ Heavy-Rocker auf dem Schirm. Beziehungsweise nicht mehr auf dem Schirm; immerhin sind seit der Veröffentlichung des letzten Albums „Defcon Zero“ bereits fünf Jahre ins Land gegangen. Wie dem auch sei, ich war nicht auf den Alarm gefasst, den Corroded auf ihrem mittlerweile fünften Album veranstalten. Die Band hat das Härte- und Aggressionslevel gehörig nach oben gefahren und klingt mittlerweile sehr amerikanisch: rifflastiger, moderner Heavy Rock, knüppelhartes, zielgerichtetes Songwriting ohne unnötigen Schnickschnack, melodiöse Refrains, Abwechslung, eine wuchtige Produktion und tonnenschwere Grooves – live würden die Songs von „Bitter“ ebenso im verschwitzten Club wie auch auf der Stadionbühne funktionieren. Corroded scheinen sich im musikalischen Umfeld von Black Label Society, Stone Sour und Konsorten sehr wohlzufühlen und liefern ein überragendes Album ab, bei dem über die 52-minütige Spieldauer zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Unbedingt folgende Songs antesten: „Destruction“, „Breathing“, „Burn“, Black“ und „Testament“. Geile Scheibe!

Jens Gellner



Battle Beast
„No More Hollywood Endings“
Nuclear Blast/Warner 

Bereits ihr fünftes Album legen die finnischen Symphonic-Metaller heuer vor, das zweite ohne ihren einstigen Hauptsongwriter und Ideengeber Anton Kabanen, der mittlerweile mit Beast In Black ein neues Betätigungsfeld hat. Dies erwähne ich, weil nämlich auch auf „No More Hollywood Endings“ null erkennbar ist, dass sich hier ein Wechsel vollzogen haben soll. Ich gebe ehrlich zu, hat mich das Debüt seinerzeit ganz gut gepackt (noch mit Frontfrau Nitte Vallo), ging es für mich con Album zu Album immer mehr ins Bedeutungslose. Zu kalt und steril, zu wenig Erkennungswert und vor allem zu wenig Seele hatten die Songs. Dies wird sich auch mit „No More Hollywood Endings“ nicht wirklich ändern. Im Vorfeld hat Keyboarder und Producer in Personalunion, Janne Björkroth, bereits angedeutet, noch mehr von allem bieten zu wollen. Mehr Rock, mehr Pop, mehr Metal und noch mehr Melodien. Nun ja, dieses Ziel wurde zumindest im negativen Teil vollends erfüllt. Die Songs wechseln sich nach allen Seiten hin ab, Pop, Rock, bissel Heavy Metal und auch ein vermehrtes abdriften in AOR-Gefilde kann man vernehmen. Und genau dort liegt mein Problem an der Sache. Von allem etwas, aber von nichts etwas Richtiges. Aber dieses „von allem mehr“ schlägt sich zum Glück nicht auch noch auf die eh immer schon sehr sterile und nach Plastik klingende Produktion nieder. Im Grunde hat sich aber an der eigentlichen musikalischen Ausrichtung nicht sonderlich viel geändert, außer dass Noora bei einigen Songs viel mehr Platz für ihre dann doch überraschend facettenreiche und rockige Röhre bekommt. Vor allem beim Opener „Unbroken“ und den beiden nachfolgenden Titeln kommt dies wirklich gut rüber und lässt ganz sicher für die Zukunft noch Platz für so einige Experimente. Gerade bei den eher rockiger klingenden Kompositionen ist dies wirklich angenehm hörbar und bringt etwas Abwechslung in die ganze Angelegenheit. Natürlich gibt es die ein oder andere hübsche Melodie und auch das ein oder andere gutklassige und eingängige Riff, von den Tonnen an poppigen Rhythmen ganz zu schweigen, mir ist dies aber einfach zu schwülstig und trocken. Letztendlich bieten Battle Beast ihren Fans aber genau das, was diese erwarten und hören wollen. Extrem leicht verdaulicher, poppiger und steril vorgetragener Power Metal mit einem hohen Anteil an Keyboards und glattpolierten Drums. Wem es vorher bereits gefiel, dem wird es auch weiterhin gut reingehen.

Uwe Pilger


Pendulum Of Fortune
„Return To Eden“
El Puerto/Soulfood
 

Mit „Searching For The God Inside“ hat Pendulum Of Fortune im Oktober 2017 die Anhänger qualitativ hochwertigen Hard ’n’ Heavy Rocks mit einem saugeilen, abwechslungsreichen Debüt-Album beglückt, das sowohl bei Schreiberlingen als auch bei Fans hohe Begeisterung verursachte. Nach der Burner-Review, die ich POF damals geschrieben habe, bin ich sehr gespannt, ob die Mannen um Drum-Legende Bodo Schopf und Sangeskoryphäe David Readman mit dem neuen Output an die hohe Qualität anknüpfen können. Die Band hat inzwischen ein neues Management und in El Puerto Records ein neues Plattenlabel gefunden, das perfekt zu ihr passt, denn dieses Label lebt und liebt den Rock ’n’ Roll genau so leidenschaftlich, wie die Musiker es tun. Mit dem Neuzugang Matze Erhardt (g, kb) verleihen sie ihrem Sound auch bei Livekonzerten noch mehr Druck. Eben dieser druckvolle Sound kommt gleich beim flott abfegenden Headbanger-Rock ’n’ Roll des Openers „Diamond In The Rough“ geschliffen zur Geltung. „We Stand For Rock ’n’ Roll“ spricht sämtlichen passionierten Rockfans aus der Seele und wird bei Live-Shows definitiv zur Mitgröl-Hymne avancieren. Das Emerson, Lake & Palmer-Cover „Lucky Man“ hätten sich die Jungs sparen können und besser noch einen eigenen Song aufs Album gepackt, denn Covers erreichen nur höchst selten die Qualität und den Charme des Originals. Und die POF-Songs sind durch die Bank saugeil, wie das folgende „Skin & Bones“ mit seinem fetten Riffing, den heftigen Drums und dem stimulierenden Rhythmus beweist. Der in gemäßigtem Tempo heavy schleppende Titelsong „Return To Eden“ ist wahrhaftig ein absoluter Burner. Davids grandioser variantenreicher Gesang erlangt seinen höchsten Wiedererkennungswert bei den emotionsgeladenen Balladen „Don’t Make A Fool Out Of Me“ und „Wings Of A Dove“, das als wunderschöner Akustiksong mit brillantem Fingerpicking beginnt, um zum Schluss hin monumental abzufegen. Ein absolutes Highlight ist das stark Paganini-angehauchte Instrumental „Rockanini“, welches die „Difficult To Cure“-Tradition Ritchie Blackmores aufleben lässt. Nach dem rhythmischen Stampfer „One Of A Kind“ verabschieden sich POF mit dem vierzehnten Song „Bitter End“, der schön langsam schleppend daherkommt, und bisweilen an die frühen Black Sabbath erinnert, mit dem vielleicht stärksten Song dieses saugeilen Albums. Wie beim Debüt-Album gelingt es der Band perfekt, ein unglaublich facettenreiches musikalisches Spannungsfeld zu erzeugen, das den Zuhörer gefangen nimmt. Das ideenreiche Songwriting, die bisweilen außergewöhnlichen Drumperformances und der markante Gesang kombiniert mit dem grandiosen Gitarrenspiel wird die Fans genauso begeistern wie mich! Absolute Kaufempfehlung!

Martin Pietzsch


Mehr Review-Highlights findet ihr, in bewährter Weise, im aktuellen BREAK OUT 01/2019 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel !!!



Mehr Break Out-Reviews gibt's bei www.realmusic.de

 



Hier unsere aktuelle Ausgabe 1/2019! Erhältlich für 3,90 Euro in allen gut sortierten Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen!!!

Das nächste Heft erscheint am 26. April 2019!!!


Für das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe klickt ihr bitte hier. Die Top-Themen des neuen Heftes findet ihr unter dem Navigationspunkt 'Themen'!
   
Hier findet ihr unsere vier aktuellen Tipps des Monats. Einfach auf die nachstehenden Links klicken und schon gehts los:
Avantasia
Tigersclaw
Hammer King
Tesla
   
Hier ist unser Search-Engine, mit dem ihr sämtliche Breakout-Seiten auf die Schnelle durchsuchen könnt.



 
   
 

ImpressumDatenschutz