Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Mastodon
„Emperor Of Sand“
Reprise/Warner


Mit ihrem neuen Album „Emperor Of Sand“ haben sich die Amis Mastodon selbst übertroffen. Die Gruppe aus Atlanta hatte ja schon mit den vorherigen Ergüssen und ihrem Metal mit progressiven Elementen überzeugen können. Das aktuelle Ding darf ich jedoch nun als einen Überhammer bezeichnen. Das Werk ist eine Konzeptplatte, die das Thema Zeit behandelt. Zeit spielt in unser aller Leben eine extrem wichtige Rolle. Manchmal erscheint sie schier unendlich, dann wieder absolut kurz. Mastodon beschäftigen sich in genialen Tracks wie „Sultan’s Curse“, „Steambreather“, „Roots Remain“ oder „Jaguar God“ mit einem Mann, der in einer riesigen Wüste dem Tode geweiht ist. Der Aufenthalt in der Wüste hat als Story absolut Sinn, stellt die riesige Menge an Sandkörnern die Zeit dar, wie auch die Funktion einer Sanduhr dies deutlich vor Augen führt. Und in einer lebensfeindlichen Einöde wie einer Wüste bekommt die Thematik Zeit eine ganz spezielle Bedeutung. Von der ersten bis zur letzten Sekunde gelingt es Mastadon auf „Emperor Of Sand“, das Spannungsniveau extrem hochzuhalten, eine superbe stilistische Mischung aus Härte zu präsentieren, die zeitgleich mit filigranen Arrangements durchsetzt ist: einfach genial!
Marco Magin


Snakecharmer
„Second Skin“
Frontiers/Soulfood

Diese Supergroup wurde vor wenigen Jahren von den ehemaligen Whitesnake-Musikern Gitarrist Micky Moody und Bassist Neil Murray ins Leben gerufen. Nach einem keinesfalls überraschenden, aber dennoch nicht in diesem Ausmaß erwarteten Erfolg des Debütalbums absolvierten die Ausnahmemusiker erst einmal einige Liveshows, die ebenfalls mit positiven Kritiken überhäuft wurden. Nun veröffentlichen die Herren die ersehnte Nachfolgescheibe, die dieses Mal allerdings ohne Micky Moody eingespielt wurde, nachdem dieser die Band leider verlassen hatte. Mit „Second Skin“ unterstreichen Snakecharmer erneut ihre musikalische Extraklasse. Die Band besteht derzeit aus dem Wishbone Ash-Gitarristen Laurie Wisefield, Heartland-Sänger Chris Ousey, der zeitweise an den leider viel zu früh verstorbenen Gotthard-Sänger Steve Lee (R.I.P.) erinnert, Whitesnake-Basser Neil Murray, Simon McBride, der Micky Moody ersetzte, sowie Thunder- und Magnum-Drummer Harry James und Ozzy Osbourne-Keyboarder Adam Wakeman. Diese Herren lassen mit ihren neuen Songs nicht nur die guten alten Zeiten des erdigen Blues Hard Rocks hochleben, sondern versprühen ganz nebenbei damit diesen ganz eigenen Charme früherer Tage. Außerdem hört man den Spaß und die Spielfreude, die diese Musiker an den Tag legen. Wer auf den Sound der 70er und 80er Jahre steht und den Duft der frühen guten alten Rock Tage schnuppern möchte, der kann sich mit „Second Skin“ diesen mit tiefen Gefühlen getränkten Duft direkt ins Haus holen. Der Opener „Sounds Like A Plan“ geht gleich direkt ins Herz und weckt schon am Beginn des neuen Werkes große Erwartungen, die letztlich von den Musikern auch erfüllt werden. Hier drängt sich auch gleich ein Vergleich mit den Schweizern Gotthard auf, der sich angesichts der stimmlichen Qualitäten von Chris Ousey nicht von der Hand weisen läßt. „That Kind Of Love“ ist ebenfalls ein cool groovender Song mit einer wunderschönen Melodie und voller emotionalem Tiefgang. „Are You Ready To Fly“ ist nicht etwa eine Ansage des Flugkapitäns vor dem Take-off, sondern eine schöne Liebesgeschichte, die unter die Haut geht, und ein cooler Blues Rock-Song obendrein. Die herzergreifende Ballade „I’ll Take You As You Are“ ist eine berührende Liebeserklärung. Mit „Hell Of A Way To Live“ liefern die Herren einen amtlichen Blues-Rocker, der zwar etwas sperrig, aber dennoch melodisch durch die Boxen jagt. „Fade Away“ ist wiederum ein ruhigerer Song zum Zurücklehnen und Durchatmen mit einer gesanglichen Glanzleistung in nahezu allen Stimmlagen. Ein richtig starkes Lebenszeichen von dieser Supergroup!
Thomas Klaner


Siena Root
„A Dream Of Lasting Peace“
MIG/Indigo

Schon fast inflationär berufen sich seit geraumer Zeit viele Rockakteure darauf, wie „Retro“ sie sind. Retro, die Rückbesinnung auf die späten Sechziger und frühen Siebziger, ist wohl Garant dafür, daß man gute Musik macht, kann die Besinnung auf die Urväter doch nicht schlecht sein. Doch es ist so wie immer, denn nicht alles, was auf den Retro-Zug aufspringt, besitzt eine Fahrkarte, sind nämlich etliche Schwarzfahrer darunter, die’s musikalisch einfach nicht drauf haben. Die Schweden Siena Root gehören zu denjenigen, die eindeutig in der ersten Klasse anzusiedeln sind, macht das Quintett nämlich absolut überzeugend bereits seit mehr als einer Dekade den Sound, der sich an der Vergangenheit orientiert. Der aktuelle Longplayer „A Dream Of Lasting Peace“ ist eine Sternstunde mit herrlich analogen Klängen und wunderbaren Tracks wie „Secrets“, „The Piper Won’t Let You Stay“, „Outlander“ oder „The Echoes Unfold“. Klassischer Hardrock mit Gitarre und Keyboards, überzeugenden Vocals und einer fetten Rhythmusabteilung kann innovativ ohne Ende sein, vor allem dann, wenn man wie Siena Root den gewaltigen Unterschied zwischen großartigem Retro-Sound und langweilig-anachronistisch begriffen hat. „A Dream Of Lasting Peace“ ist eine Scheibe, in der sich voller Glückseligkeit versinken läßt.
Marco Magin



Silver Horses
„tick“
7hard/Membran

Es war fast vorauszusehen. Die Rocklegende Tony Martin, die die letzte Silver Horses-Platte stimmlich veredelte, ist bei den Italienern nicht mehr an Bord. Eine Koryphäe wie er wird halt überall gebraucht. Bandboß Gianluca Galli ließ sich’s aber offensichtlich nicht verdrießen und schickt nun die nächste Platte mit dem neuen Sänger Andrea Ranfagni ins Rennen. Und immerhin ist Tony Martin noch in zwei Stücken der neuen Scheibe engagiert. Was auch hier sofort auffällt, ist die extreme Vorliebe von Galli für die Klangwelt der überlebensgroßen Luftschiffer aus Großbritannien. An jeder Ecke hört man Jimmy Page-Gedächtnisgitarren, bollernde John Bonham-Drums und starke Annäherungen an den Gesangsstil Robert Plants. Ein bißchen Fernost ist natürlich ebenfalls dabei. Das sorgt für hohen Wiedererkennungswert, ist inzwischen aber auch nicht mehr besonders originell. Musikalisch ist das gut umgesetzt, kein Zweifel, und einige Stücke wie etwa „Heat And Snow“, „Devil’s Desert“ oder „King Of Yesterday“ kommen auch ganz gut rüber. Trotzdem frage ich mich, was man von einer Platte halten soll, auf der mindestens jedes zweite Stück wie ein Relikt von den Aufnahme-Sessions zu „Led Zeppelin III“ oder „Physical Graffiti“ klingt. Es zieht sich, so auf die Dauer. Sagen wir mal so: Auf jeden Fall ist das besser als eine Menge Mist, der heutzutage sonst so aufgenommen wird. Immerhin. Die große Karriere sehe ich für die Silver Horses aber nicht am Horizont.
Jürgen Lugerth


Warrant
„Louder Harder Faster“
Frontiers/Soulfood

Das Problem an der ganzen Sache … Der vor unglaublichen fast sechs Jahren verstorbene Jani Lane war nicht nur die Stimme und das Gesicht der Band. Er war auch der kreative Kopf der Truppe. Diese Tatsache konnte die Band nach Lanes erstem Ausstieg auf dem Album „Born Again“ (mit Jaime St. James) erstaunlich gut kaschieren. Auf „Rockaholic“, dem ersten Warrant-Album mit Robert Mason am Mikro, sah die ganze Sache bereits viel schlechter aus. Das in Lanes Todesjahr veröffentlichte Machwerk war erschreckend schwach. Doch kleine Wunder geschehen. Die letzten sechs Jahre scheinen der Band gut bekommen zu sein. Mason ist inzwischen ganz offensichtlich zu einem Aktivposten geworden, und die kreative Stärke der Formation ist erstaunlich. Foreigners und Dokkens Jeff Pilson hat seine alten Kumpels offensichtlich gekonnt durch den kreativen Prozeß geleitet. Und ihnen offenbar sogar als Ghostwriter unter die Arme gegriffen. „New Rebellion“ könnte auch als gutklassiger Dokken-Rocker durchgehen. Doch die Stärken von „Louder Harder Faster“ liegen woanders. Die starken Waffen der Vergangenheit wurden geschickt in die Gegenwart importiert, und dabei sind Perlen wie der perfekte Ohrwurm „Perfect“ entstanden, die schnörkellose Ballade „U In My Life“, die Gute-Laune-Hymne „Big Sandy“ oder aber das mit einem kleinen „Uncle Tom’s Cabin“-Tribut beginnende „Music Man“. Ich habe das nicht erwartet, aber dieses Album ist ein ernsthafter Anwärter auf den Titel „Sommeralbum des Jahres 2017“.
Nikolas Krofta



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