Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!

D.A.D.
„A Prayer For The Loud“
AFM/Soulfood


 Acht lange Jahre mussten wir auf neues Futter unserer Lieblingsdänen warten, aber es hat sich natürlich gelohnt. Das wird schon beim Opener „Burning Star“ klar, der wie ein kleiner Orkan alles wegfegt. Voller Energie und Power, so wie es sein muss! Das Coverartwork ist ein Kracher und wird wohl speziell religiöse Menschen provozieren. In Finnland – wo auch sonst – gibt es sogar eine knallharte Metal-Kapelle, die von Kirchen gebucht wird, um das Wort Gottes zu verkünden. Können wir gern auch in Deutschland für D.A.D. arrangieren, denn so ein richtiges Gebet, um die Menschen an einem Sonntagmorgen von der Kanzel mal wachzurütteln, fehlt bei uns wirklich. Sehe Jesper im Priestergewand gerade vor mir, wie er vor der gottesfürchtigen Meute „A Prayer For The Loud“ ins Mikro reinblökt ... köstlich! Die Nummer rockt ohne Ende, aber auch „Nothing Ever Changes“ wäre ein Paradebeispiel für alle Gläubigen, die ja eh keine Änderungen wollen. Und die Zweifler bekommen mit „No Doubt About It“ ihren Segen. Und für alle braven und christlichen Bürger lassen wir es mit „The Sky Is Made Of Blues“ ganz relaxt und himmlisch krachen! Böse Buben und Sünder, wie ich es einer bin, brüllen sich bei „Happy Days In Hell“ die Seele aus dem Hals, damit wir den Teufel vielleicht endlich mal kennenlernen dürfen. Klasse Scheibe, vielseitig einsetzbar, wie ihr seht, und auch noch stärker als der Vorgänger. Freue mich riesig auf die Tour Ende des Jahres!

Chris Glaub


Rory Gallagher
„Blues“
Chess/Universal 

 Der 1995 verstorbene Sänger/Gitarrist hat viele Spuren hinterlassen und bleibt unvergessen, was angesichts seines Schaffens nur zu verständlich ist. In „Blues“ ist aktuell eine Scheibe erschienen, die’s in verschiedenen Formaten gibt: Doppel-Vinyl, Einfach- und Dreifach-CD. Mir liegt letzteres Format vor, das in drei Kapitel unterteilt ist: „Electric Blues“, „Acoustic Blues“ und „Live Blues“. Insgesamt 36 Tracks, von denen ganz, ganz viele unveröffentlicht sind. Outtakes, alternative Fassungen und andere Nettigkeiten mehr, die deutlich Rory Gallaghers tiefe Verbundenheit zum Blues, Bluesrock oder Heavy Blues zeigen. Gecovert hat er nur ganz, ganz wenig, was für seine Klasse spricht, sodass sich auf „Blues“ ganz viele Eigenkompositionen finden. „Blues“ ist abwechslungsreich ohne Ende, zudem kommen wir in den Genuss von Gästen wie Muddy Waters, Albert King oder Jack Bruce. Der „Blues“-Drilling bietet zudem noch ein umfangreiches Booklet mit vielen Pics und etlichen Begleitinfos.

Marco Magin


Hollywood Vampires
„Rise“
e-a-r Music/Edel


Vor vier Jahren erschien das selbstbetitelte Debütalbum der Hollywood Vampires. Eine der wenigen Bands, die die Bezeichnung Supergroup wirklich verdienen, besteht doch der Kern dieser Formation aus niemand Geringerem als Alice Cooper, Aerosmith-Gitarrist Joe Perry und Hollywood-Megastar Johnny Depp. Während das Debüt bis auf zwei Ausnahmen aus Coverversionen bekannter Songs bestand, ist es bei „Rise“ diesmal umgekehrt. Der Großteil sind neue Songs aus der Feder von Cooper/Perry/Depp und Alice Cooper-Sidekick Tommy Henriksen, der das Album auch produzierte. Lediglich der David Bowie-Klassiker „Heroes“ – genial interpretiert von Johnny Depp, „People Who Died“ von der Jim Caroll Band und „You Can’t Put Your Arms Around A Memory” von Johnny Thunders sind noch Fremdrepertoire. Aber was kann dieses Album? Denn das große Problem bei den sogenannten Supergroups ist oftmals, dass der Name meist größer ist als das Ergebnis. Beim Debüt konnten die Jungs damals auch nicht viel falsch machen, doch nun müssen sie auf eigenen Beinen stehen. „Rise“ geht jetzt ein paar Schritte weiter. Bluesgetränkter Rock steht im Vordergrund. Man könnte sagen, dass wir hier eine perfekte Mischung aus Alice Cooper und Aerosmith bekommen. Die Produktion ist absichtlich etwas roher und dreckiger gehalten. Aber das tut der Scheibe gut, wenn man so einen Blick auf viele Alben wirft, die fast zu Tode produziert werden. Cooper und Perry verbeugen sich vor ihren eigenen Wurzeln. Da freut man sich auf weitere Veröffentlichungen.

Pat St. James 



Sabaton
„The Great War“
Nuclear Blast/Warner
 

Dass die Schweden Sabaton nur Texte über den Krieg beziehungsweise Schlachten machen und sich als Vermittler von Geschichte sehen, müsste mittlerweile bekannt sein, so ist auch „The Great War“ ein Album über den 1. Weltkrieg, ein Konzeptalbum, bei dem jeder Song von einer anderen Thematik dieses schreckliches Krieges handelt. Sehr bekannte und auch verfilmte Geschichten wie über den Roten Baron oder Lawrence von Arabien wechseln sich mit nicht so populären Geschehnissen ab. Das vorab ausgekoppelte Lied „Bismarck“ mit einem tollen Videoclip hat aber nichts mit der Scheibe zu tun, da es sich thematisch hierbei um den zweiten Weltkrieg handelt und das Lied als Geschenk an die Fans wohl angesehen wird. „The Great War“ ist bisher für mich das beste Album seit „Carolus Rex“. Es verbindet die Trademarks der Schweden, eingängige Lieder plus Pathos und Joakim Brodens tiefer und das R rollender Gesang, fast perfekt und hat auch erfreulich weniger Keyboardkleister als manche Scheiben der Vergangenheit. So sind bis auf Balladen viele Spielarten des Metals auf der Scheibe vertreten, Midtemposongs, Uptempohymnen und Bombastlieder wie der Titeltrack stehen den Schweden aber besonders gut zu Gesicht, wobei das Ergebnis verdammt engagiert und nicht wie ein Album einer Band klingt, die einen Vertrag erfüllen muss. Das Teil erscheint in verschiedenen Versionen, wobei mir die 2-CD-Version vorliegt. CD 2 ist das Studioalbum als History-Version. Hier gibt es zu jedem Lied ein Erzählerintro, was den historischen Hintergrund des Tracks beeinflusst und von der Art her etwas an „The Art Of War“, nur länger, erinnert. Tolle Scheibe – Respekt!

Thorsten Dietrich 


Tony Mills
„Beyond The Law“
Battle God/H’Art 

 Nun ist es also soweit und eine weitere Ikone des klassischen Hardrock, welche uns seit 40 Jahren stimmlich sehr einprägsam begleitet hat, hängt das Mikro nun endgültig an den symbolischen Nagel! Tony Mills, mit seiner Band SHY in den 80er bereits eine absolute Hausnummer und später als Nachfolge-Sänger bei TNT für Tony Harnell aktiv, sowie nicht zu vergessen durch China Blue und seine Solo-Projekte bekannt, geht in Rocker-Rente! Mit dieser, seiner letzten Veröffentlichung „Beyond The Law“, welcher bereits andere eindrucksvolle Solo-Scheiben vorweg gingen, halten wir nun sein letztes Werk in Händen. Darauf flankiert von sehr bekannten Musikergrößen des Business wie Tommy Denander, Pete Newdeck, Patrick McKenna, Linda Mills, Toine Vanderlinden, Josh „Tabbie“ Williams, Tony Forsythe und Chris Aldridge, feiert der Meister einen wahrhaft standesgemäßen Abschied. Die Songs wurden von Tony selbst und dem Mastermind Tommy Denander (Alice Cooper) geschrieben. Das Album „Beyond The Law“ gibt einen thematischen Einblick in die Prohibition der 30er Jahre und in die Jugendszene der 60er. Themen, welche Tony Mills sehr interessieren. Der Sound/die Produktion sind sehr frisch, die Songs besitzen starke Hooks und werden von Tonys markantem Gesang fett unterstrichen! Eine Hardrock-Scheibe im Style, wie man es von Tony Mills erwartet und immer geliefert bekam, nur eben mit einem weinenden Auge des „Auf Wiedersehens“ begleitet. Ein Feuerwerk von sehr guten Songs lässt uns erahnen, wie sehr wir den Engländer mit der weichen Stimme vermissen werden! Er wir uns fehlen, soviel ist sicher, und ich bin froh, hier an dieser Stelle nochmals darüber schreiben zu dürfen! Mach’s gut Tony! Vielleicht hört man sich an anderer Stelle wieder. Kreativität lässt sich doch nicht einfach abstellen, oder?

Steve Leikeim


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