Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



James Christian
„Craving“
Frontiers/Soulfood


Der vor allem durch House Of Lords bekannte Sänger James Christian bringt mal wieder eine neue Soloplatte raus. „Craving“ ist vielschichtig geraten, so gefallen die ersten beiden Nummern „Heaven Is A Place In Hell“ und „Wild Boys“ mit melodischem Hardrock, auch mit dem Titelsong kann James Christian punkten, dessen Stimme immer noch so überzeugend wie früher klingt. Mit „Jesus Wept“ geht’s dann mehr in die Richtung Melodic Rock meets Singer/Songwriter, „World Of Possibility“ ist schwülstig, braucht man nicht wirklich. Glücklicherweise weckt einen das knackige „Sidewinder“ aus dem Dämmerschlaf. Das intensive „I Won’t Cry“ ist einer der besten Tracks auf „Craving“, „If There’s A God“ kommt locker-leicht: Pop trifft auf Singer/Songwriter. Danach „Love Is The Answer“, glücklicherweise keine seichte Ballade, sondern guter melodischer Rock. Mit „Black Wasn’t Black“ bietet James Christian fette Kost: House Of Lords lassen da grüßen, und in „Amen“ serviert uns der US-Amerikaner einen ruhigen Abschluss. Klanglich ist der Longplayer ordentlich geraten, wie auch von den Arrangements her. Und dazu – wie bereits erwähnt – das nach wie vor tolle Organ.

Marco Magin

Black Space Riders
„Amoretim Vol. 2“
Black Space Records/Cargo

Das Vol. 1 beim „Amoretim“-Release machte klar, dass die Black Space Riders noch mehr Material in der Hinterhand haben. Einige Monate nach der Veröffentlichung des ersten Teils serviert die Truppe aus Münster nun einen Nachschlag. Passen beide Teile zusammen? Ja. Muss man sie unbedingt in Verbindung miteinander hören? Nein. Zwar ist das Thema mit dem Kontrast von Licht und Dunkelheit, Liebe und Hass, Offenheit und Ablehnung gleich besetzt, dennoch überzeugt „Amoretim Vol. 2“ durch Eigenständigkeit, wenngleich zwischen beiden Scheiben logischerweise eine starke Verbindung besteht. Immerhin entstanden die Aufnahmen zu beiden Ergüssen zur gleichen Zeit, war der kreative Black Space Riders-Output so groß, dass man eben Material für zwei Streiche schrieb und einspielte. Glücklicherweise entschied man sich für zwo Platten, denn es wäre extrem schade gewesen, das Material nicht komplett zu veröffentlichen. Die Black Space Riders bezeichnen ihr Genre als New Wave Of Heavy Psychedelic Space Rock, was stilistisch viel beinhaltet: Die vier Kapitel mit ihren diversen Songs sind vielseitig ohne Ende: heftige Soundattacken, Indie-Mucke, Wave-Einflüsse, sogar dezent punkiges Zeugs und mehr. Die Farbenpracht eines Regenbogens ist nichts im Vergleich zur stilistischen Vielfalt der Black Space Riders. Der gigantische Trip durch die Weiten des Universums kann also locker weitergehen, liefert das Quintett mal wieder den perfekten Soundtrack dazu.
Marco Magin


Amanda Somerville’s Trillium          
„Tectonic“
Frontiers/Soulfood

Amanda Somerville ist ein rastloser Geist. In den vergangenen Jahren sind wir sehr oft in den Genuss ihrer Präsenz gekommen. Ob sie nun, gemeinsam mit Michael Kiske, das Projekt Kiske/Somerville gestemmt hatte oder Teil von Tobias Sammets Avantasia war. Auch mit der Rock Meets Classic-Crew beehrt sie regelmäßig die Bühnen des Landes. Doch so viele Aktivitäten ziehen auch Schattenseiten mit sich, so ist es kein Wunder, dass ihr Herzensprojekt Trillium, mit dem sie bereits das vielbeachtete Debüt „Alloy“ (2011) veröffentlicht hatte, bei so vielen Beschäftigungen ins Hinterfeld geriet. Doch nun hat das Warten ein Ende. Ganze sieben Jahre nach dem Debüt kommt endlich ein Nachfolger. Und die Fangemeinde schaut bereits nach dem Geld im Portemonnaie. Doch wer die Fans so lange warten lässt, der schürt natürlich auch die Erwartungen an den Nachfolger. Und genau die kann Trillium nur bedingt erfüllen. An Amanda selber liegt es nicht, denn die singt sich die Seele aus dem Leib. Auch die Musiker sind allesamt Könner. Leider liegt die Krux bei den Songs selber. Denn die sind zwar ganz gut, aber eben auch nicht mehr. Dem Album fehlt es vor allem an dem einen Track, der alles überstrahlt. Bei der heutigen Konkurrenz in dem Bereich ist das leider zu wenig, und das ist schade. Ich hoffe, Amanda lässt ihre Fans beim nächsten Album nicht so lange warten und legt diesmal noch eine Schippe drauf, denn dass sie eine tolle Songwriterin ist, hat sie mehr als einmal bewiesen.
Pat St. James



Fates Warning
„Live Over Europe“
InsideOut/Sony

Während andere Bands gleich mehrere Live-Alben quasi zu Dokumentationszwecken alle paar Jahre in ihrer Diskografie vorweisen können, stammt das letzte Album dieser Art von Fates Warning aus dem Jahr 1998 und war „Still Life“ betitelt. Aufgenommen wurde dieses Mal gleich an verschiedenen Orten quer durch Europa: in Aschaffenburg/Bayern, in Belgrad/Serbien, Thessaloniki und Athen/Griechenland, in Rom und Mailand/Italien sowie Budapest/Ungarn und Ljubljana/Slowenien. Diese Anzahl der Spielstätten ist einerseits irgendwas in der Nähe von beeindruckend. Ein wirkliches Live-Konzertfeeling mag so aber nicht so richtig aufkommen. Die Doppel-Live-Scheibe ist eher eine Dokumentation der Tourorte als eine Wiedergabe eines einzelnen Auftritts während selbiger. Trotzdem ist das, was auf dieser Live-Scheibe geboten wird, à la bonne heure. Die Setlist erstreckt sich durch nahezu die gesamte Diskografie, na ja: fast eben. Von der großartigen 60-minütigen Komposition „A Pleasant Shade Of Gray“ ist immerhin „Part IX“ vertreten. Besonders interessant ist auch „Acquiescence“ aus dem „The Ivory Gates Of Dreams“-Epos vom „No Exit“-Album, von dem auch das wunderbare „Silent Cries“ stammt, welches ebenfalls vertreten ist. „No Exit“ von 1988 markierte gleichzeitig das Album, bei dem Sänger Ray Alder erstmals mit von der Partie war. Dementsprechend geht es auch nicht weiter zurück bei der Songauswahl – ein musikalischer Querschnitt durch die Alder-Jahre, könnte man auch sagen. Diese haben aber eine riesige Fülle an erstklassigen Songs hervorgebracht. Und natürlich wird es immer Fans geben, die den einen oder anderen weiteren Song auch gern dabeigehabt hätten. „Live Over Europe“ ist ein richtig cooles Live-Statement der Prog-Helden geworden. Mal sehen, wie es ab hier mit ihnen weitergeht (und wann ein nächstes Live-Album erscheinen wird).
Sven Meyer


Michael Romeo
„War Of Worlds“
Mascot/RTD

In den ersten Minuten des unheilschwangeren Intros könnten noch Gedanken an einen Soundtrack für einen neuen Herr-der-Ringe-Film oder vielleicht einen weiteren Film aus dem Umfeld von Krieg der Sterne entstehen. Aber nach gut einer Minute wird sehr klar, worum es im Folgenden gehen wird: eine Art Soundtrack, eine Art Metal-Oper zum „Krieg der Welten“. Die orchestralen Parts tauchen im weiteren Verlauf des Albums in leichten Variationen und passend portioniert immer wieder auf. Bei dem Titel kommen bei manchen vielleicht gleich Assoziationen zum gleichnamigen Buch von H.G. Wells aus. Die daraus in den 1938 in seiner von Orson Wells adaptierten Hörspielversion und deren Übersetzungen führten vielerorts zu Irritationen und vermehrten Anrufen bei den Polizeidienststellen (ganz nebenbei auch in Hamburg). Davon ist das erste Solowerk des Symphony X-Gründers aller Voraussicht nach weit entfernt. Was lange währt, wird endlich gut, ist man geneigt zu sagen: Bereits 2006 verkündete er, sein erstes richtiges Soloalbum aufnehmen zu wollen. 12 Jahre später, und drei Jahre nach dem letzten Symphony X-Album, ist es endlich soweit: Beim ersten Teil seiner Version eines Krieges zwischen den Welten bietet er das Beste von dem, was seine Fans, beziehungsweise Symphony X-Fans, erwarten konnten, und noch mehr. Die Band-typischen, teils wuchtigen Klänge und beinharten Riffs werden ergänzt durch spannende Zusätze, wie etwa den „Gesang“ von Robotern in „F*cking Robots“. Einer gewissen Entspannung zwischen all dem teils grimmig vorgetragenen Prog bis Power Metal dient hingegen „Believe“, eine halbballadeske Nummer, die zwischendurch fast schon Hardrock bis AOR-Elemente aufweist (in den orchestralen Passagen wiederum an Star Wars erinnert). So unheilvoll das Album begonnen hat, so hoffnungsvoll endet es mit „Constellations“: ein Hoffnungsstreif am Horizont. Teil zwei, sagt Romeo übrigens, sei schon im Kasten. Bleibt abzuwarten, wie lange er dieses Mal wohl ab der Ankündigung brauchen wird!
Sven Meyer



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