Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Prong
„Zero Days“
Steamhammer/SPV


Tommy Victor erlebt anscheinend gerade seinen zweiten Frühling, denn mittlerweile erscheint ja quasi fast jedes Jahr ein neues Prong-Werk. Das erinnert einen an die guten alten Zeiten. „X – No Absolutes“ war ja ein richtiges Brett, richtig kompromisslos und bärenstark. „Zero Days“ ist die perfekte Fortsetzung davon, definitiv keinen Deut schlechter! Da wird gerifft, gethrasht und gegroovt, dass die Schwarte nur so kracht. Und alles noch gewürzt mit Melodien, speziell was Tommys Gesang betrifft. Da ist jeder Song ein Schlag in die Fresse. Schon das Eröffnungs-Duo „However It May End/Zero Days“ wird euch überzeugen und gibt die Richtung vor. Lieblingsnummern rauszupicken ist echt schwer, weil die sich momentan andauernd bei mir ändern, was für die sehr hohe Qualität der Scheibe spricht. „Divide And Conquer“, „The Whispers“ und „Operation Of The Moral Law“ liegen bei mir momentan ganz hoch im Kurs, kann sich aber ganz schnell wieder ändern. Klasse Scheibe! Die Prong-Gemeinde kann bedenkenlos zuschlagen! Freu mich schon auf die Tour im Juli!
Chris Glaub


Gov’t Mule
„Revolution Come … Revolution Go“
Fantasy Records/Universal

Gov’t Mule, der Combo um Sänger/Gitarrist Warren Haynes, gehen trotz vieler Releases seit der Bandgründung 1994 die Ideen einfach nicht aus. Aktuell dafür steht der neue Output „Revolution Come … Revolution Go“, den es wahlweise als Einfach-CD, Doppel-Silberling mit sechs Bonustiteln, LP und Download gibt. Wer auf Jam Rock steht, der kommt an Gov’t Mule einfach nicht vorbei, denn die Truppe hat’s einfach drauf. Abwechslungsreichtum bei Songwriting und den Arrangements, die musikalischen Leistungen sind grandios, dazu ein superber Sound – mehr geht nicht. Es fällt auf, dass Gov’t Mule auf „Revolution Come … Revolution Go“ die Handbremse bei klasse Titeln wie „Pressure Under Fire“, „Traveling Tune“ oder in einigen Passagen vom Longtrack „Thorms Of Life“ mit fast neun Minuten etwas angezogen haben, dafür die Stücke jedoch eine Intensivität erzielen, sie einen hypnotischen Charakter besitzen, dem man sich nicht entziehen kann. Du tauchst in einen Gefühlsstrudel ein, der dich packt, einfach nicht loslässt. Auf „Revolution Come … Revolution Go“ gibt es keine Sekunde Stillstand, entfesseln andere Tracks wie „Burning Point“ mit Gast Jimmie Vaughan oder „Stone Cold Rage“ eine Magie, der man sich gerne ergibt.
Marco Magin


Riverdogs
„California“
Frontiers/Soulfood

Es gibt Bandwiederbelebungen, die nicht wirklich interessieren. Andere wiederum elektrisieren regelrecht – wie bei den Riverdogs. Ich gebe es gerne zu, dass mich die Combo schon immer fasziniert hat, und sich meine Sammlung entsprechend gestaltet. Viel hat auch dazu beigetragen, vor Urzeiten die Truppe in Mannheim in einer Kneipe mit der „Bone“-Scheibe live erleben zu dürfen. Manche Erinnerungen verblassen eben nicht. In „California“ liegt jetzt das Comeback vor, dem in Sänger Rob Lamothe, Gitarrist Vivian Campbell und Basser Nick Brophy die Hauptakteure des genialen Debüts von 1990 angehören. Schön, dass Campbell trotz Def Leppard Zeit für diese Reunion gefunden hat, denn somit macht die Sache mehr Sinn. Lamothe hat mit seiner Stimme – etliche Soloreleases schlossen sich dem Riverdogs-Split an – nix von ihrer Anziehungskraft verloren, klingt sein Gesang nach wie vor warm und einfühlsam, selbst bei etwas härteren Nummern. „The Revolution Starts Tonight“, „Golden Glow“ oder „Something Inside“ sind beste Beispiele dafür, dass die Riverdogs es einfach drauf haben und die Combo in einer gerechten Rockwelt eigentlich ganz weit oben agieren müsste. „California“ ist kurzweilig, lebt von guten Songtexten und lässt hoffen, dass die Riverdogs nicht wieder so schnell in der Versenkung verschwinden werden.
Marco Magin



Rhino Bucket
„The Last Real Rock ’n’ Roll“
Acetate Records/Cargo

Die Riff-Rocker Rhino Bucket gehören zu den Combos, bei denen man sich wundert, dass sie immer noch existieren, hat’s bei den Männern aus dem Umland von Los Angeles nie zum großen Durchbruch gereicht. In den Neunzigern folgte dann fast zwangsläufig die Trennung, doch seit ein paar Jahren ist man unter der Führung von George Dolivo (Gesang, Gitarre) wieder aktiv. Insbesondere mit den ersten beiden Ergüssen „Rhino Bucket“ (1990) und „Get Used To It“ (1992) zeigte das Quartett deutlich, dass es eben in dem Metier nicht nur AC/DC gibt. 35 Jahre später kommen Rhino Bucket mit dem Longplayer „The Last Real Rock ’n’ Roll“ rüber, der vierten Studioscheibe nach ihrer Wiederbelebung in den 2000ern. Das große Vorbild AC/DC schimmert zwar immer noch durch, doch die Rhino Bucket der Neuzeit klingen nun viel stärker nach anderen Australiern: The Angels, auch als Angel City bekannt. Ex-Mitglied Greg Fidelman (a.k.a. Greg Fields), seit langen Jahren als Top-Produzent für Acts wie Metallica oder Apocalytica aktiv, wirkt auf zwei Tracks als Songwriter mit, wobei eben der knackige Opener „Hello Citizens“ und das eingängige „Everything I Do“ aus seiner Feder sicherlich zu den Höhepunkten zählen. Absolut überzeugend auch „It’s A Sin“ und „Forgiveness“. Etwas gewöhnungsbedürftig der weibliche Chorgesang bei „Last Call“, und der Refrain zu „Long Sin“ wirkt ein wenig als Spaßbremse. Das sind jedoch nur kleine Eintrübungen, sodass man die Aussage „The Last Real Rock ’n’ Roll“ zu fast einhundert Prozent fett unterstreichen kann.

Marco Magin

Mr. Big
„Defying Gravity“
Frontiers/Soulfood

Der Legende nach ist das erste Mr. Big-Album seinerzeit in etwa einer Woche komponiert worden. 28 Jahre später gingen Sänger Eric Martin, Gitarrist Paul Gilbert, Bassist Billy Sheehan und Schlagzeuger Pat Torpey ins Studio. Und erschufen ihr neuntes Studiowerk innerhalb einer knappen Woche. Wohlgemerkt ist diesmal nicht nur komponiert, sondern auch gleich aufgenommen worden. Drei wesentliche Unterschiede zu damals gibt es.
1. Pat Torpey kann aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung nicht mehr auf dem Niveau spielen, auf dem er spielen möchte. Lösung: Er „coachte“ Matt Starr, den Live-Drummer der Band, und die Drumparts klingen zwar nicht 100 % nach Torpey, aber zumindest ziemlich.
2. Der nach Jahren zurückgekehrte Produzent Kevin Elson konnte leider nicht mehr wie gehabt auf die Dienste seines kongenialen Engineers Tom Size zurückgreifen (Tom ist im letzten Jahr verstorben) und schockiert nun stellenweise mit einem unglaublich rohen und basischen Klangbild.
3. Die damals neugegründete Band war motiviert bis in die Haarspitzen und brachte ein hochklassiges Debüt auf den Markt. Anno 2017 könnte man das Gefühl haben, dass das Quartett, das sich vor 8 Jahren in der Originalbesetzung wieder zusammenfand, nur noch von Zeit zu Zeit zusammenfindet, um neue Musik zu veröffentlichen oder Konzerte zu geben. Dazwischen widmen sich alle vier Musiker ihren eigenen Spielwiesen. Aber dennoch. Man hört auf „Defying Gravity“ zu jeder Sekunde, dass sich hier vier Musiker wiedergetroffen haben, die sich bestens kennen und genau wissen, was die gemeinsame Band ausmacht. Hochwertiger Radiostoff der Marke „Nothing Bad (Bout Feeling Good)“ oder „Damn I’m In Love Again“ finden sich hier ebenso wieder wie Musikerpolizei-Anschläge („Mean To Me“) oder Selbstreflektierendes (und Zitierendes) – „1992“. Erstaunlich: Nach einigen Hördurchläufen gewöhnt man sich an das neue musikalische Gesicht der Band bestens und vergisst relativ schnell den aus heutiger Sicht doch etwas statischen Vorgänger „…The Stories We Could Tell“.
Nikolas Krofta



Mehr Review-Highlights findet ihr, in bewährter Weise, im aktuellen BREAK OUT 03/2017 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel !!!



Mehr Break Out-Reviews gibt's bei www.realmusic.de

 



Hier unsere aktuelle Ausgabe 3/2017! Erhältlich für 3,50 Euro in allen gut sortierten Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen!!!

Das nächste Heft erscheint am 01. September 2017!!!


Für das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe klickt ihr bitte hier. Die Top-Themen des neuen Heftes findet ihr unter dem Navigationspunkt 'Themen'!
   
Hier findet ihr unsere vier aktuellen Tipps des Monats. Einfach auf die nachstehenden Links klicken und schon gehts los:
Styx
Alice Cooper
Manilla Road
Helloween
   
Hier ist unser Search-Engine, mit dem ihr sämtliche Breakout-Seiten auf die Schnelle durchsuchen könnt.



 
   
 

Impressum