Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Subsignal
„A Canopy Of Stars“
Golden Core/Zyx


„La Muerta“ heißt ja das aktuelle, fünfte Studioalbum der Melodic-Proggies von Subsignal, dem jetzt pünktlich zum Tourstart eine schöne Retrospektive der ersten vier Scheiben folgt. Also vordergründig eine normale „Best-of“? Mitnichten, denn „A Canopy Of Stars“ ist weitaus mehr geworden! Nicht nur, dass die Band selbst für die Auswahl der Songs auf den beiden Silberlingen verantwortlich war, auch die hochwertige und aufwendige Umsetzung ist erstaunlich und sehr gelungen! Im doppelseitig aufklappbaren Digi-Pack verstecken sich die beiden Scheiben, die sich schon rein farblich voneinander unterscheiden. In der Mitteltasche steckt dann ein 20-seitiges Booklet, in dem neben vielen Fotos von Konzerten, mit Fans und Freunden, Proben, Konzertplakaten und so weiter zu jedem der ersten vier Alben persönliche und einleitende Worte sowie die Geschichte der Band von Gitarrist Markus Steffen abgedruckt wurden. Aber das sind nur die optischen Reize, zu den einzelnen Songs aus „Beautiful & Monstrous“ (2009), „Touchstones“ (2011), „Paraiso“ (2013) sowie „The Beacons Of Somewhere Sometimes“ (2015) gesellen sich insgesamt sechs Stücke, die bisher entweder nur auf Vinyl oder speziellen Versionen der regulären Alben zu hören waren. Dazu gehören zum Beispiel die Demos zu „I Go With The Wind“ oder „Walking With Ghosts“, aber auch eine wunderschöne Akustik-Version von „Swimming Home“. Diese Lieder gesellen sich zu vielen Highlights der Gruppe wie „Paradigm“, „Feeding Utopia“ „A Myth Written On Water“, meinem persönlichen Lieblingslied „The Sea“ oder dem Duett „The Blueprint Of Winter“. Diese Compilation zeigt also nicht nur die Entwicklung von Subsignal im Laufe der Jahre bei ihrer ersten Plattenfirma, sondern beweist auch die volle musikalische Bandbreite der Band um Sänger Arno Menses und Co. Suchte ich den Wurm im Tequilla-Glas, könnte ich den Verzicht auf Live-Aufnahmen anführen. Dafür gibt es jedoch eine exklusive und streng limitierte Sammler-Box aus Metall, in der unter anderem eine Fahne, Gitarrenplektren und ein Kühlschrankmagnet dem Album beiliegen. Wunderbar!
Peter Hollecker


Clutch
„Book Of Bad Decisisons“
Weathermaker Music/RTD

25 Jahre Tätigkeit im Rock-Biz: Respekt! Und Clutch denken noch lange nicht ans ruhige Rentnerleben, wie ihr neuer Longplayer „Book Of Bad Decisions“ nachhaltig zeigt. Die US-Boys beißen mit diesem Rundling kräftig zu. Das Ding ist knackig abgemischt, groovt gewaltig, was für Clutch-Mucke natürlich das berühmte Tüpfelchen auf dem i ist. „Gimme The Keys“, „Emily Dickinson“ oder „In Walks Barbarella“ – das sind Songs, die sitzen. Starteten Clutch mal als Stoner-Kapelle, die das Genre mit Blueselementen veredelte, hat man sich im Laufe der Zeit gewaltig weiterentwickelt und andere Stile in die Arrangements eingebaut. So kann man auf „Book Of Bad Decisions“ zum Beispiel ab und an auch ein Big-Band-Feeling raushören, haben Clutch häufiger Bläsersegmente eingebaut, wobei hier nix vom Band eingespielt wurde, sondern entsprechende Musiker eingebunden waren. In der gewiss nicht armen Clutch-Diskografie findet sich in „Book Of Bad Decisions“ nun ein weiterer Höhepunkt.
Marco Magin


Nazareth
„Tattooed On My Brain“
Frontiers/Soulfood

2014 musste Dan McCafferty aus gesundheitlichen Gründen Nazareth verlassen, sicherlich eine Zäsur in der langen Historie der Schotten. Als Nachfolger verpflichtete man Carl Sentance, früher unter anderem für Persian Risk aktiv und aktuell auch bei Don Airey in der Band. Live hat das in all den Jahren gut geklappt, machte Sentance auf der Bühne einen guten Job, wenngleich er natürlich stimmlich nicht ganz das typische Reibeisenorgan eines McCafferty besitzt. Nun also die erste neue Platte mit Carl als Sänger, das insgesamt 24. Studioalbum. Und es ist ein gutes geworden, ein richtig gutes sogar, kommt „Tattooed On My Brain“ mit dem einzig verbliebenen Originalmitglied Pete Agnew am Bass überzeugend rüber, fast wie bei einer Frischzellenkur. Mit zumeist knackigen Stampfern wie dem Einstand „Never Dance With The Devil“, dem Titeltrack, „State Of Emergeny“ oder „Pole To Pole“ zeigen Nazareth, dass sie gerne nach vorne gehen, ruhigere Klänge „Rubik’s Romance“ finden sich nur selten. Insgesamt 13 Titel ohne Ausfall sind auf „Tattooed On My Brain“, das erfrischend klingt und einen hohen Spaßfaktor besitzt.
Marco Magin



Farmer Boys
„Born Again“
Arising Empire/Warner

Der stark von klassischer Musik geprägte Opener „Cosmos“ lässt den geneigten Hörer schon erahnen, dass hier Großes auf ihn zukommt. Das zunächst filigrane, wunderbare Cellospiel des ehemaligen Apocalyptica-Mitgliedes Max Lilja, das von träumerischen Pianopassagen begleitet wird, baut sich immer mehr auf und führt über hypnotische Klänge hin zu orchestraler Wucht direkt in den melodischen, massiven Midtempo-Rocker „Faint Lines“, dessen saugeile Hookline ihren Höhepunkt im hymnischen Refrain findet. „Fiery Skies“ brennt daraufhin ein wahrhaft energiegeladenes Feuerwerk ab, dessen saugeiles Riffing und Wahnsinnsgroove mit Brachialgewalt die Wände wackeln lassen. Bei der stilistisch vielfältigen ersten Singleauskopplung „You And Me“, die auch mit dezenten, sehr angenehmen poppigen Elementen glänzt, sprang bei der Wiedergeburt der Farmer Boys erstmals wieder der Funke zwischen den beiden Haupt-Songschreibern Alex Scholpp und Matthias Sayer über, wie Alex zu berichten weiß. Die klassisch angehauchte epische Hymne „Isle Of The Dead“, die Arnold Böcklins großartiges Gemälde und Rachmaninovs musikalische Hommage an dessen Werke zum Thema hat, haut einen ob ihrer musikalischen Intensität schier gar vom Hocker! Über den gefühlvollen Piano- und akustischen Gitarrenklängen, für die das Cello ein perfektes Fundament bildet, schwebt hingebungsvoll der luftige, passionierte Gesang von Matze. Da kommen mir ob der musikalischen Qualität glatt die Freudentränen. Lustig, dass die Farmer Boys ausgerechnet jetzt die zwischen Euphorie und Melancholie schwebende Nummer „Tears Of Joy“ folgen lassen. Das gefühlvoll cineastisch inspirierte „Mountains“ bildet eine Einheit mit dem hochmelodischen Midtempo-Kracher „Stars“. Auch bei „Oblivion“ blitzt die Vorliebe Matzes für cineastische Sounds hervor. Alex Scholpp: „Ein großer Farmer Boys-Song für mich mit ungewöhnlichem Arpeggio-Tapping im Mittelteil und Solo mit Randy Rhoads-Inspiration.“ Fette Drums läuten „In The Last Days“ ein, welches die unausweichliche Apokalypse zum Thema hat und das Bild des kommenden Endes genial in choralen Refrains und aggressiven Sounds malt. Im Riffmonster „Revolt“ verlangen die Farmer Boys lautstark nach Revolution. Der Titeltrack „Born Again“ beschließt mein Rezessionsexemplar. Matze Sayer: „… ein warmer Fluss aus Klängen, der unaufhaltsam sich seinen Weg bahnt aus einer niemals versiegenden Quelle. Ein Schlusspunkt, der den Kreis zu ‘Cosmos’ schließt.“ Auf dem Endprodukt werden noch die zwei grandiosen Titel „Promises“ und „Flaw“ zu hören sein. Hatte die Ehre, diese geilen Stücke bei der Listening-Session zu hören. Ober-Hammer-Burner-Album!
Martin Pietzsch


Dornenkönig
„Hell“
MDD/Alive

Die Veröffentlichung des Albums von Dornenkönig ist eine echte Zangengeburt gewesen, denn mir liegt das hervorragend produzierte Album von Tommy Newton schon seit dreieinhalb Jahren vor. Kaum zu glauben, ist aber so! Die Gründe dafür könnt ihr im Interview nachlesen. Und ich habe es mittlerweile in all den Jahren weit über 100 Mal gehört, weil es mich richtig weggeblasen hat. Geboten wird vielschichtiger, melodischer und härterer Deutschrock mit sehr geilen Refrains, die man nicht mehr aus dem Ohr rausbekommt. Und mir fällt auch keine Band ein, mit der man Dornenkönig vergleichen kann, was auch gut so ist. Dass die Scheibe nicht bei einem Major erschienen ist, wo sie sich mit Sicherheit zum Überflieger entpuppt hätte, ist mir ein Rätsel. Die Qualität der Songs ist riesig, für mich sind da echte Hits ohne Ende drauf. Schon der Einstieg mit „Tanz Aus Glas“ und „Diese Nacht“ ist superb, weil die Musiker eine richtige Einheit bilden. Das Gitarrenspiel von Angel, vielen vielleicht noch von Sanvoisen bekannt, harmoniert prächtig mit den Keyboardklängen von Markus Dietz, wobei sich keiner von beiden in den Vordergrund spielt. Die Rhythmus-Truppe sorgt für den nötigen Klangteppich. Und Sänger Ralph verfügt über eine sehr ausdrucksvolle und charakteristische Stimme, so im Stil von Eric Fish bei Subway To Sally, der ja mit seinem Gesang sehr prägend ist, um mal einen Vergleich anzubringen.
Für mich ist jeder Song von dem Album ein Kracher, aber ich will nicht alle aufzählen. „Stille Wasser“ und „Insomnia“ sind einfach Hits, basta! Für die Musiker vielleicht eher „Asphalt Piraten“, denn dafür wird der erste Video-Clip veröffentlicht. „Film Im Kopf“ ist ganz übel!!! Wenn ihr den auch nur einmal hört, dann geht euch der Refrain echt nicht aus dem Kopf! War schon vor über drei Jahren bei mir so, jetzt erwische ich mich andauernd dabei, wie ich diesen gottverdammten Song vor mich hin trällere. Und das ist die Stärke von Dornenkönig! Packende Refrains, die man so schnell nicht mehr vergisst! So wie es die Hosen ja mit „Tage Wie Diese“ ja auch machen. Und wenn sie es mal gediegener angehen lassen, dann ist großes Kino angesagt. „Es Ist Gut So“, dafür wird es auch ein Video geben ... auch so eine fiese Nummer, denn ihr werdet danach „Am Kilimandscharo liegt immer noch Schnee“ nicht mehr aus eurem Kopf bekommen! Aber es kommt noch besser: Für mich ist das Masterpiece des Albums ganz klar die Ballade „Engel“! Wahnsinnssong! Kein einziger von den Majors hochgepushter deutscher Newcomer wie etwa Giesinger, Forster, Ott oder Zucker können solch eine Qualität aufweisen, aber es darf bezweifelt werden, dass dieser Song jemals im öffentlichen Radio gespielt wird. Ist ja bei einem ganz kleinen Indie-Label erschienen, somit ohne Chance! Finde ich ganz bitter!
Für mich war „Hell“, wie das Album nun betitelt ist, schon 2015 ein absolutes Highlight, das ändert sich 2018 natürlich nicht! Ist natürlich mein Darling in der Ausgabe, auch das dürfte klar sein! Ein Wahnsinnsalbum! Freut euch auf die Tour mit Axxis im November!!!
Chris Glaub


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