Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



The White Buffalo
„Darkest Darks, Lightest Lights“
Earache/Warner


Da ist sie endlich, die langersehnte neue Platte vom amerikanischen Singer-/Songwriter Jake Smith aka The White Buffalo. Unmittelbar nach der diesjährigen (elektrischen) Club-Tour im Frühjahr schrieb Jake die neuen Songs, die offenbar viel von derer Energie implantiert bekommen haben. Gleich zwei sehr rockige, fast wütende Songs eröffnen den Reigen von zehn Liedern, die wie gewohnt mit einer Mischung aus Americana, Folk, Country, Rock und Blues daherkommen. Dazu diese unverwechselbare tiefe und ausdrucksstarke Stimme des bärtigen Hünen, die seine Geschichten so wunderbar in die Ohren und Köpfe der Zuhörer transportiert. Gänsehaut kommt immer dann auf, wenn Jake seine zarten, zerbrechlichen Seiten herauskehrt und Balladen singt, die tief aus seiner Seele zu kommen scheinen. „The Observatory“ zum Beispiel, bei dem er erklärt, was jeder Mensch so zum Leben braucht. Nicht umsonst steht auf dieser Liste als Letztes, jedoch Wichtigstes die Liebe. Mit „I Am The Moon“ gelang Jake zudem die schönste Ballade, die ich je von ihm gehört habe. Woher nimmt der Kerl nur diese bildgewaltige Sprache, um seine Gefühle auszudrücken? Doch das Gros der Stücke ist wie gesagt schneller und energetisch, was mir ebenfalls sehr gut gefällt. War der Vorgänger „Love And Death Of Damnation“ in großen Teilen eher melancholisch angehaucht, ist „Darkest Darks, Lightest Lights“ musikalisch beschwingt und voll positiver Energie. Einziger Schwachpunkt ist die mit knapp über einer halben Stunde doch arg kurze Laufzeit, da hätte er sich lieber noch etwas mehr Zeit nehmen und noch zwei, drei Songs zusätzlich draufpacken können.
Peter Hollecker


Europe
„Walk The Earth“
Silver Lining/Warner

Album Nummer sechs nach dem Comeback im neuen Millennium. Mit anderen Worten haben Europe nunmehr in dieser zweiten Phase ihrer Karriere mehr Alben auf dem Konto als in der ersten. Diese Tatsache bedeutet natürlich wenig, denn in erster Linie sollte es um Qualität und nicht Quantität gehen. Und natürlich um gute Songs und nicht deren Anzahl. Eine erstklassige Liveband waren Europe immer, doch zuletzt gab es in puncto neue Musik einiges an Kritik – und zwar nicht immer unberechtigt. Zuviel Classic Rock, zu viel Blues, zu viel was auch immer. Das scheinen Joey Tempest und Co. vernommen zu haben. Es gibt zwar wiederum keine Rückkehr zu „The Final Countdown“ oder „Out Of This World“. Aber das von Dave Cobb – im Gegensatz zum Vorgänger „War Of Kings“ – glänzend produzierte neue Werk besticht mit starkem und erstaunlich gut ausbalanciertem Songmaterial. Das hörbar von David Bowie und Pink Floyd beeinflusste „Pictures“ könnte gerne nicht nur knapp fünf, sondern zehn Minuten andauern. Ein wunderbares Stück Musik. Das Titelstück ist so etwas wie eine aufpolierte Fortsetzung von „Last Look At Eden“. Wenn man es schafft, das Bild der „alten“ Europe aus dem Kopf zu vertreiben und sich auf die aktuellen Tempest’schen musikalischen Visionen einlässt, besitzen die zehn neuen Kompositionen einen hohen Unterhaltungswert.
Nikolas Krofta


Tony Mills
„Streets Of Chance“
Battlegod/H’Art

Wer einmal in solch prägnant prägenden melodischen Hardrock-Combos wie Shy oder TNT gesungen hat, der muss ab und an ausbrechen und sein eigenes Süppchen kochen. Ob als Frontsirene der beiden oben Genannten oder seit einiger Zeit ohne mir bekanntes festes Engagement, hat es sich Tony Mills seit 2002 nicht nehmen lassen, auch eigene Solo-Ausflüge zu unternehmen. Erwies sich der Vorgänger „Over My Dead Body“ (2015) mit seinem melancholischen Untertönen noch als selbst verordnete Musiktherapie, mit der Mills seine favorisierten Stilecken abgraste, reitet der Brite zu „Streets Of Chance“ wieder wesentlich leichtfüßiger in die Abendsonne. Neben hochkarätigen Komparsen wie Nightranger/Whitesnake-Gitarrist Joel Hoekstra oder Fließband-Saiten-Versorger Tommy Denander, der schon beim letzten Album aushalf, findet sich in diesen Reihen neben Keyborder Eric Ragno sogar Frontlines Robby Boebel wieder, der heutzutage nur noch ganz selten in Erscheinung tritt. Was den wohl dazu bewegt hat? Die Antwort liegt auf der Hand, bieten die zehn Nummern nämlich genau das, was Mills am besten zu Gesicht steht; Breitband-AOR vom Allerfeinsten, und das in bester Qualität und unterschiedlicher Ausführung. Offensichtliche Gassenhauer sucht man hier zwar vergebens; doch mit Stücken wie dem erwachsen angelegten „Scars“ oder dem gutgelaunten „When The Lights Go Down“ steigert man sich Song um Song hin zu knackigeren Refrains („Battleground“ oder „Dream On“), bevor bodenständigeren Hardrockern („Weighing Me Down“, „When We Were Young“, „Stormwarning“) Einlass gewährt wird. Aus dieser Art schlagen da nur das relaxte „The Art Of Letting Go“ sowie die progressive Schlussnummer „Seventh Wonder“, so dass Mills-Fans alles in allem ein homogenes Album mit genre-typischem Hang zu weit aufmachenden Chören erwarten können.
Petra Rottmann



Jessica Wolf
„Grounded“
Metalapolis/Soulfood

Diese Künstlerin aus Finnland sieht nicht nur hammermäßig aus, sie hat
auch eine Stimme, wie man sie im Melodic Rock & Pop lange nicht gehört hat.
War ihr Debütalbum „Renegade“ 2013 nur in Finnland, Japan und Indien
erhältlich, wird das Zweitwerk „Grounded“ nun weltweit
veröffentlicht. Schon der Opener „Reckless“ ist ein Ohrwurm, der sich
stundenlang im Gehör festsetzt. Weitere Songs wie die Videosingles „Love
Me Like You Never Did Before“, „War“ oder der überragende Titelsong „Grounded“
wären in einer gerechten Welt Dauerbrenner in den Radiostationen. Der Rest des Albums erreicht ähnliches Niveau und so kann man diese Scheibe getrost auf die Liste der besten Genre-Alben des Jahres 2017 schreiben. Wer auf Acts wie Robin Beck, Shania Twain, Heart, Roxette oder Pink steht, muss hier sofort zugreifen.
Dieter Meyer


Revolution Saints
„Light In The Dark“
Frontiers/Soulfood

Das Debüt von 2015 war also doch keine Eintagsfliege, denn die Revolution Saints legen mit „Light In The Dark“ kräftig nach. Der singende Drummer Deen Castronovo, nach seinem Rauswurf bei Journey ohne weitere Beschäftigung; dazu Bassist Jack Blades von Night Ranger, auch mit einer tollen Stimme gesegnet, und Gitarrist Doug Aldrich, früher unter anderem für Dio und Whitesnake aktiv und nun in Diensten der Dead Daisies. Gegenüber dem guten Einstand ist „Light In The Dark“ stilistisch etwas breiter aufgestellt, kommt richtig knackig rüber, wie die beiden schon ausgekoppelten Videoclips „Light In The Dark“ sowie „Freedom“ deutlich zeigen. Der einzige Fremdtitel ist das von Richard Page (Mr. Mister) geschriebene „I Wouldn’t Change A Thing“, das auch bereits vorab vorgestellt wurde, eine längere balladeske Nummer. Mag man gegenüber manchen Projekten bekannter Musiker speziell von diesem Label ab und an skeptisch gegenüber stehen, so sind die Revolution Saints sicherlich von einem ganz anderen Kaliber. Drei hervorragende Musiker ergänzen sich bestens und bieten überzeugende Unterhaltung im Hardrock mit einem nie zu kitschig ausfallendem Melodic-Bezug.
Marco Magin



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