Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



SpiteFuel
„Dreamworld Collapse“
MDD/Alive


Vor genau einem Jahr veröffentlichten SpiteFuel ihr superbes Debüt „Second To None“, das von uns verdientermaßen zum Newcomer der Ausgabe gekrönt wurde. Schon damals erzählte mir Sänger Stefan Zörner, dass das Gros der Songs für die nächste Scheibe schon steht und er selbst mit einer Veröffentlichung in einem Jahr rechnet. Solche Prognosen kennen wir ja von Musikern. Meistens ist es heiße Luft, nicht so bei den Schwaben! Man sollte auch bedenken, dass es sich hier im eigentlichen Sinne um eine Hobbyband handelt, denn alle haben ihre Vollzeitjobs. In der Freizeit werden dann Gigs gespielt und Promo für die Band gemacht. Und da soll noch Zeit bleiben für ein neues Werk, das die Klasse vom Vorgänger hält? Geht nicht! Und das stimmt sogar! Die Wahnsinnigen haben sich sogar ein Konzeptalbum mit sozialkritischem Flair, das in eine Science-Fiction-Story verpackt wurde, zugetraut und auch noch musikalisch ihren ersten Kracher getoppt! Und zwar um Längen! Dabei fängt alles ganz normal an. Nach dem Intro gibt es mit „Brick By Brick“ und „The Secret“ in gewohnter Manier voll auf die Mütze. Herrliches Futter für Headbanger! Und jetzt wird es richtig episch beim Titelsong! Was die Jungs da für ein Highlight raushauen, das ist echt grandios. Killersong! Mit „Iconic Failure“ und „Under Fire“ kommen zwei heftige Granaten auf Euch zu. Sehr eingängig und trotz der Härte sehr partytauglich. Und mit dem elfminütigen Paradestück „Brillant White Lies“ toppen SpiteFuel echt noch den extrem geilen Titelsong. Pure Magie! Eine herrliche Orchestrierung, Piano, Flöte und eine weibliche Gastsängerin sorgen richtig für Abwechslung. Ganz klar mit Abstand der beste Song der Scheibe. Aber auch der Schlusspunkt „Grave New World“ geht in die epische Richtung und ist prima. Somit haben sich die Jungs selbst übertroffen und ein echtes Masterpiece am Start!
Chris Glaub


Rainbow
„Memories In Rock II“
Minstrel Hall/Soulfood

Bei der 2016er Mini-Tour, die auf „Memories In Rock – Live In Germany“ verewigt ist, hat Ritchie offenbar Blut geleckt, denn 2017 spielte Rainbow drei Gigs in England. Die Aufnahmen stammen von den Shows in Birmingham und Glasgow und dokumentieren eindrucksvoll, dass die Band inzwischen zu einer Einheit zusammengeschmolzen ist, deren Zusammenspiel zu begeistern weiß. Glücklicherweise hat sich der Meister dazu durchgerungen, die Setlist etwas zu modifizieren und Deep Purple zugunsten von Rainbow etwas in den Hintergrund zu stellen. Besonders glücklich bin ich darüber, dass der grandiose Song „Temple Of The King“ aus der Dio-Ära dargeboten wird. Auch „I Surrender“ und „All Night Long“ wurden ins Programm aufgenommen, ebenso wie die wunderschöne DP-Ballade „Soldier Of Fortune“. Schade, dass der alte Purple-Kracher „Burn“, der die Fans in England auch zu Begeisterungsstürmen hinriss, den Blackmore-Anhängern auf diesem Mitschnitt vorenthalten bleibt. Mit der Verpflichtung von Ronnie Romero hat Ritchie wirklich einen Glücksgriff getan, denn der Chilene versteht es perfekt, sämtliche Sänger, die Ritchie in seiner bewegten Laufbahn bei Seite standen, zu substituieren und den Songs dennoch seinen eigenen Gesangsstempel aufzudrücken. Mit Jens Johanssen an den Keyboards hat Rainbow eine weitere absolute Koryphäe seines Faches an Bord, die sich meisterhaft – wie in der bewegenden Jon Lord-Reminiszenz „Carry On Jon“ – mit dem brillant aufspielenden Ritchie Blackmore ergänzt. Starker Live-Mitschnitt, bei dem nur die abrupten Übergänge von einem Song zum nächsten etwas nerven. Abgerundet wird die Doppel-CD durch den neuen Rainbow-Studiotrack „Waiting For A Sign“. Der rhythmische Midtempo-Rocker mit charakteristischem Blackmore-Gitarrenspiel und klasse Gesang von Ronnie Romero lässt die Vorfreude auf ein neues Rainbow-Album, das wohlmöglich kommen wird, steigen. Die 80-minütige zusätzliche DVD beinhaltet interessante Interviews mit sämtlichen Protagonisten, Backstage-Szenen und ausführliche Live-Sequenzen. That‘s value for money!
Martin Pietzsch


PHI
„Cycles“
Gentle Art Of Music/Soulfood

Bei Veröffentlichungen des kleinen Labels Gentle Art Of Music kann man sich einer Sache immer absolut sicher sein: Ein gewisses, ziemlich hoch angesetztes Qualitätlevel wird nie unterschritten; hier gibt es keine Alben, die die Welt nicht braucht. Keine pseudoprogressive Stangenware, und als Fan von anspruchsvoller Rockmusik in den verschiedensten Facetten kann man bei Veröffentlichungen des Labels nichts falsch machen. Auch „Cycles“, das fünfte Studioalbum der Band PHI, macht da keine Ausnahme – und der Bandname ist tatsächlich Programm: Auf der Suche nach dem goldenen Schnitt, der perfekten Balance zwischen Anspruch und Nachvollziehbarkeit präsentiert uns die Band um Mastermind Markus Bratusa sechs hochspannende Kompositionen, die den Stempel „progressiv“ tatsächlich verdienen: „Cycles“ ist vertrackt, aber dennoch stets zugänglich und dabei völlig eigenständig. PHI gehen ihren eigenen Weg und sind, wie auch ihre Landsleute von Mayfair, mit keiner anderen Band zu vergleichen – ein Attribut, das sich heutzutage nicht viele Bands auf die Fahnen schreiben können. Die Musik mit Worten zu beschreiben, ist völlig unmöglich; die Songs lassen Bilder im Kopf entstehen, lange bevor sich eine Struktur manifestiert. Und trotzdem schaffen PHI das Kunststück, den Zuhörer bereits beim ersten Durchhören zu fesseln. Ich möchte jedem, der gerne die ausgetretenen Pfade des Standard-Progrocks verlässt, den Song „Amber“ als Anspieltipp ans Herz legen. Unterstützt diese Band!
Jens Gellner



Powerized
„The Mirror’s Eye“
Painted Bass Records/Amazon

Wer kennt Nick Hollemann? Ja, genau der, der mit seiner Stimme vor zwei Jahren bei Vicious Rumors gesungen und gerade eben mit den deutschen Rocklegenden von Trance eine extrem souveräne Europa-Tour als Support von Anvil gespielt hat. Nick Hollemann ist Holländer, mit 25 Lenzen extrem jung und sexy und hat eine Stimme, die man hier in Europa kein zweites Mal findet! Selbst ein Geoff Tate in jungen Jahren ist hier nicht dran gekommen! Ende März hat Nick nun endlich sein eigenes Projekt Powerized in den Niederlanden veröffentlicht. Neben seiner extrem geilen Stimme wird im weitesten Sinne melodischer-symphonischer-Power Metal geboten. Nicks Mitstreiter sind allesamt aus Holland und unbekannt, aber haben mächtig Dampf hinter ihren Kompositionen. „The Mirror’s Eye“ ist soundlich perfekt umgesetzt und gemastert von Matt Smith von Theocracy. Mutig sein und reinhören, denn es lohnt sich!
Dieter Meyer


Gus G.
„Fearless“
AFM/Soulfood

Neue Wege geht Firewind-Boss Gus G. bei seiner Solokarriere! Hatte der Grieche auf seinen beiden Vorgängerscheiben „Brand New Revolution“ und „I Am The Fire“ noch diverse männliche als auch weibliche Vokalisten an Bord, hat er nun nach dem Wechsel zu AFM Records mit seinem dritten Soloalbum „Fearless“ einiges anders gemacht, was nicht besser sein muss, aber durchaus nachvollziehbar und für den Hörer interessant ist! Mit seinem Songwriter-Kumpanen und Bassisten Dennis Ward (Pink Cream 69, Unisonic) der auch Produzent der Scheibe ist, und Sessiondrummer Will Hunt (Black Label Society, Evanescence) zockt der Grieche als Trio saftigen Heavy Rock, der mal Hard Rock mal Metal ist und zwischen Tradition und leichter Moderne pendelt. Dennis Ward ist ein Megasänger, der alles singen kann und auch mit den alten Liedern sicherlich keine Probleme haben wird. Wahnsinn, dass der Exil-Amerikaner aus Süddeutschland nur bei seinem Frontiers-Projekt Khymera bisher als zeitweiliger Leadsänger am Start war. Bei Liedern wie dem Eröffnungsdoppel „Letting Go“ und „Mr. Manson“ kommt ein massiver Ozzy Osbourne-Einschlag hinzu, was mich bei dem Ex-Ozzy-Gitarristen („Scream“) nicht wundert. Dabei wurden diese Hommagen charmant in die Lieder integriert und nicht nur auf der Ozzyschiene geritten. Es klingt aber zeitweise wie ein (geiles!) Lied, das Ozzy auch hätte singen können. Ansonsten ist das recht geradlinig nach vorne preschende Material niemals langweilig, und wie es sich für einen Guitarwizard gehört, ist der Titelsong ein abgefahrenes, aber echt packendes Instrumental geworden. Selbst die Metalversion des Dire Strait-Welthits „Money For Nothing“ rockt mächtig. Die Scheibe läuft mir von Anfang an gut rein, wobei sie mit der Zeit immer noch wächst und sich klar von Firewind abgrenzt. Keyboards sind nur an ganz wenigen Stellen als Farbtupfer zu hören. Insgesamt eine wirklich starke Platte, die im Digi gar mit zwei Bonustracks aufwarten soll. Dann ran an den Speck!

Thorsten Dietrich


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