Hier haben wir eine Auswahl der besten Platten des Monats für Euch getroffen! Natürlich ist die Sache ein wenig subjektiv. Allerdings haben wir darauf geachtet, daß verschiedene Redakteure zum Zuge kommen!



Black Star Riders
„Heavy Fire“
Nuclear Blast/Warner


Als Thin Lizzy nicht mehr Thin Lizzy heißen konnten (oder durften?!), kam der Name Black Star Riders ins Spiel. Und erstaunlicherweise hält diese Verbindung viel besser zusammen, als es die Skeptiker wahr haben woll(t)en. Der langjährige The Almighty-Frontmann Ricky Warwick hat inzwischen ein perfektes Gleichgewicht zwischen seinem eigenen musikalischen Ich und dem Phil Lynott-Erbe gefunden und bildet mit Gitarrist Damon Johnson ein starkes kreatives Duo, das von Scott Gorham souverän kontrolliert und an den notwendigen Stellen ergänzt wird. Produzent Nick Raskulinecz hat diese Tatsache besser als zuletzt erkannt, und so glänzt das dritte Bandalbum an ganz vielen Stellen und erinnert viel mehr an den starken Erstling „All Hell Breaks Loose“ als an das gute, aber stellenweise etwas verlegene Zweitwerk „The Killer Instinct“. Es ist natürlich gefährlich zu behaupten, daß „Dancing With The Wrong Girl“ oder „Thinking About You Could Get Me Killed“ in naher Zukunft fest ins Bandset gehören werden, aber die Sicherheit ist sehr hoch. Es spricht für die Band, daß sie diesmal vor allem auf Qualität – sprich auf zehn Songs – setzte. Und es spricht noch mehr für sie, daß sogar der zusätzliche Song auf der absolut schmucken Mediabook-Version – „Fade“ – absolut das Albumniveau halten kann. Blieben nur noch zwei Fragen … Wo bleiben die ewig angekündigten weiteren The Almighty-Reissues von „Powertrippin’“ und „Crank“, und wann wird Ricky Warwicks brillantes Coveralbum „Stairwell Troubadour“ endlich der breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht?
Nikolas Krofta


One Desire
„One Desire“
Frontiers/Soulfood

One Desire ist ein neues finnisches Projekt aus dem italienischen Hause Frontiers, das ja mal als reines AOR-Label startete, mittlerweile jedoch bekanntlich auch Prog- und Metal-Künstler unter Vertrag hat. One Desire gehören aber eindeutig zum Bereich Melodic Rock. Initiator ist hier der mir bisher völlig unbekannte Drummer Ossi Siluva, der ab 2012 mit anderen Musikern Demos seiner Songs eingespielt hat. Fahrt nahm die Sache dann auf, als er mit Jimmy Westerlund einen erfahrenen Gitarristen und Produzenten (unter anderem Negative, Pittbull) ins Boot holte. Der empfahl ihm wiederum einen Sänger, nämlich André Linman von Sturm und Drang, der finnischen Metalband, deren Namen ich ehrlich gesagt nicht so toll finde, assoziiert ein Laie damit eher eine rechtsradikale Gruppe (sind sie aber nicht). Komplettiert wird OD jedenfalls von Jonas Kuhlberg am Baß. Also eine No-Name-Truppe, was meine Erwartung eher niedrig hielt. Doch ganz so übel ist dieses Debüt gar nicht. Ganz im Gegenteil, denn die Finnen kommen mit erstaunlich positiven Vibes daher und klingen so, als wäre es bereits ein drittes oder gar viertes Album. Obwohl kein Keyboarder im Line-up aufgeführt wird, sind Klänge aus der Konserve allgegenwärtig, doch werden sie nur als schmückendes Beiwerk eingesetzt und überlagern die knackigen Gitarren nicht. Die Stimme von André Linman ist wirklich toll und paßt wie ein maßgeschneiderter Anzug zu den eingängigen Melodien. Wie sich das beim AOR gehört, gibt es viele melodische Lieder im Midtempo-Bereich, aber auch zwei Songs für die kuscheligen Stunden im Leben. Das klingt dann insgesamt zwar sehr vorhersehbar, erfüllt aber seinen Zweck für Fans. „Buried Alive“ ist ganz klar eine Überraschung und der harte Ausreißer nach oben, hier zeigen Sänger und Gitarrist, was zukünftig noch möglich ist, denn eigentlich paßt dieses geniale Stück nicht zum langsameren Rest. Insgesamt aber ein sehr ordentliches erstes Album!
Peter Hollecker


Steel Panther
„Lower The Bar“
Open E Music/RTD

2014 hieß es bei den Kaliforniern „All You Can Eat“, letztes Jahr luden uns die Hair Metal-Helden in „Lexxi’s Mom’s Garage“ ein. Nun folgt mit „Lower The Bar“ das vierte Album der Amerikaner. Ich muß sagen, daß ich damals ein großer Fan dieser Band war, gerade wenn es darum ging, die Szene des Sunset Strips der glorreichen Achtzigerjahre zu parodieren. Darin waren die Jungs um Sänger Michael Starr die Größten. Bei ihren Live-Shows sind die perfekt vorgetragenen Coversongs alter Helden wie Van Halen, Bon Jovi oder Mötley Crüe DIE großen Highlights. Doch wenn es um die Alben geht, da verliert die Band leider immer mehr ihren Reiz. Um eines vorweg klarzustellen: allesamt sind phantastische Musiker, die ihr Handwerk mehr als beherrschen, das hört man vor allem bei den glasklaren Soli von Gitarrist Satchel. Doch lyrisch kommt die Band nicht über den pubertären Status hinaus. Da liegt auch die Crux bei dieser Truppe. Irgendwann hat man einfach jede weibliche Körperöffnung, jede sexuelle Praktik und jede Körperflüssigkeit besungen. Der Witz ist leider raus. Das erkannten damals auch Bands wie Mötley Crüe, die spätestens mit ihrem Meisterwerk „Dr. Feelgood“ lyrische Reife bewiesen haben. Vielleicht sollten sich Steel Panther in Zukunft auch dahingehend von diesen Bands inspirieren lassen, denn musikalisch hat auch dieses Album einiges zu bieten.
Pat St. James



The Wild!
„Wild At Heart“
Steamhammer/SPV

FHier ist es nun, das erste Album der Kanadischen Rocker von The Wild! Ihr habt den Bandnamen noch nie gehört? Kann passieren, sollte sich aber rasch ändern, denn was die vier Kanadier (Dylan Villain – Vocals/Lead Gitarre, The Kid – Gitarre, Boozus – Baß und Reese Lightning am Schlagzeug) auf ihrem ersten Silberling „Wild At Heart“ bieten, ist Blues Rock vom Allerfeinsten, wobei der Schwerpunkt schon eher auf Rock gesetzt wurde. Am besten läßt sich der Stil von The Wild! mit einem Mix aus AC/DC, den Rolling Stones und Cinderella beschreiben, wobei die beiden Letztgenannten Prozentual eher eine unbescheidene Rolle spielen, vorrangig herrscht der Stil der Ikonen um Angus Young vor, hier aber ganz klar aus der Ära mit Bon Scott. So hört sich dann auch die Stimme Dylan Villain spätestens ab Song drei („White Devil“) sehr nach der des im Februar 1980 verstorbenen Sängers an. Alle zehn Songs rocken, mal mit mehr Tempo („Kansas City Shuffle“, welches ein wenig mit „Fire Your Gun“ vom „Razor’s Edge“-Album der Australier zu vergleichen ist), mal mit sehr gedrosseltem Tempo („Run Home“). Alles in allem ein Album, das richtig Spaß macht, klassischer Rock ’n’ Roll, wie er sein muß!
Alexander Stock


Blackfield
„V“
Kscope/Edel

Blackfield melden sich wieder zurück. Und zwar nicht so luftig-leicht und poppig wie auf dem Vorgänger-Album. Sie gehen eher zurück zu ihren Anfängen der ersten beiden Alben. Auch wenn die Scheibe etwas schwulstig mit Streichersülze des London Session Orchestras beginnt („A Drop In The Ocean“), entwickelt sie sich später richtig stark. Gleich mit „Family Man“ zeigt das israelisch-englische Duo, wo es lang geht. Das Stück markiert den ersten von einer ganzen Reihe von Höhepunkten des Albums. Endlich bemerkt man auch wieder Steven Wilsons Handschrift bei den Songs, die sich hier auf „V“ wunderbar mit der Aviv Geffens ergänzt. Die sehr schöne, mit akustischer Gitarre vorgetragene Ballade „Sorrys“, untermalt wechselweise von Streichern oder einem Klavier, klingt nachdenklich, fast schwelgend. Das Klavier wird gleich mit hinüber in die nächste Nummer („Life Is An Ocean“) genommen – eine auch nach dem Hinzukommen der Band atmosphärisch schwebende Nummer, die an ruhigere jüngere Wilson-Titel erinnert. Die Stücke des neuen Blackfield-Albums sind eher melancholisch, haben einen gewisse Wärme sowie Tiefe, sowohl musikalisch als auch textlich, und sind ziemlich vielschichtig. Auch das poppig-soulige „Lonley Soul“ fällt nicht aus dem Rahmen. Das Schreiben und Aufnehmen der Songs hat 18 Monate gedauert. Die Aufnahmen fanden sowohl in Tel Aviv als auch in London statt. Produziert wurde das Ganze von keinem Geringeren als Alan Parsons. Nach der letzten Nummer, dem sanften „From 44 To 48“ kommt einem die Paulchen Panther-Frage in den Sinn. Zwar singen die beiden sehr charmant „We’ll Never Be Apart“. Gerüchten zufolge wird dieses allerdings Wilsons letztes Blackfield-Album sein. Getreu dem Motto, wenn’s am schönsten ist, soll man gehen? Angesichts eines solchen wunderbaren Albums wäre das verdammt schade!

Sven Meyer


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