The Pretty Reckless

Pure Magie

The Pretty Reckless bestehen aus vier Musikern aus New York City, die sich aus Spaß an der Freud zusammenfanden, um gemeinsam ordentlich abzurocken. Frontfrau Taylor Momsen dürfte einigen aus der bekannten und vorallem in den USA erfolgreichen Serie „Gossip Girl“ ein Begriff sein. Mit ihren bisherigen zwei Studioalben „Light Me Up“ und „Going To Hell“ setzten The Pretty Reckless bereits ihre ersten Duftmarken in der Szene.
Nun steht das neueste Album „Who You Selling For“ in den Läden. Ein perfekter Anlaß, um mit der Frontfrau Taylor Momsen ein bißchen zu plaudern. Daß dies nicht so einfach werden würde, konnte niemand ahnen. Nach dem x-ten Anlauf, einen freien Termin am Telefon der Lady zu erhaschen, hieß es dann noch die Tücken der alljährlichen Zeitumstellung auf die Winterzeit zu meistern, die auch vor dem Terminkalender der prominenten Schauspielerin beziehungsweise Musikerin keinen Halt machte. Diese eine Stunde brachte die Lady etwas in Zeitnot und ihre Interviewtermine etwas ins Wanken. Doch letztlich gelang es doch, die sympathische Musikerin hörbar gut gelaunt in Mississipi ans Telefon zu bekommen.
Seit Oktober ist das mittlerweile dritte Studio Album „Who You Selling For“ erhältlich. Zusammen mit ihren Bandkollegen Ben Phillips (guitar), Mark Damon (bass) und Jamie Perkins (drums) präsentiert Taylor Momsen zwölf coole und dennoch eigenwillige Rock-Kompositionen. Als Songwriter fungiert nicht nur die Sängerin selbst, sondern wird dabei von ihrem Bandkollegen Ben Phillips tatkräftig unterstützt.

Welches Ziel hat sich die Band mit dem aktuellen Album gesetzt, sofern es so eines überhaupt gibt?
„So wirklich ein Ziel gibt es eigentlich nicht. Für uns ist einfach alles wichtig, was das Album und das Drumherum betrifft. Wir sind auf alle Fälle sehr stolz darauf, daß es diese Scheibe nun für alle zu hören gibt. Das Album ist ein sehr persönliches Rockalbum geworden, allerdings mit genügend metaphorischen Spielräumen, damit sich die Leute ihre eigenen Gedanken zu den jeweiligen Texten machen und diese natürlich so auf ihre Weise interpretieren können.Wir sind jedenfalls sehr gespannt und so richtig aufgeregt.“

Sozusagen als Appetizer auf „Who You Selling For“ ließen The Pretty Reckless schon mal vorab die Single „Take Me Down“ vom Stapel. Insgesamt ist die Scheibe eine ganze Ecke düsterer und nachdenklicher ausgefallen als die bisherigen Alben. Wollten sich die Musiker damit zielsicher an die derzeitige Jahreszeit anpassen, oder war die Stimmung der Songs keine Absicht?
„Ich würde nicht unbedingt behaupten, daß wir uns im Vorfeld zu einem neuen Album darüber Gedanken machen, ob und wie wir eine bestimmte Stimmung erzeugen könnten. Das Einzige, was wir sicherlich immer anstreben, ist der ernsthafte Versuch, ein gutes Album abzuliefern und natürlich unser absolut Bestes zu geben und das stets noch besser als beim jeweils letzten Mal. Ich sehe die Grundstimmung vielmehr als eine natürliche Entwicklung unserer Musik. Es ist uns wichtig, so ehrlich wie möglich rüberzukommen und ebenso ehrlich zu uns selbst zu sein, egal ob nun beim Songwriting, bei der Produktion oder auf der Bühne. Das Album entstand auf eine eher ‘old school’ Art und Weise. Wir jammten noch so richtig zusammen im Studio als Band, ohne Overdubs, aber dafür mit einer Menge Spaß. Das ist heutzutage gar nicht mehr üblich. Es war einfach ein großartiges Gefühl, mit anderen bekannten Musikern wie etwa Gitarrist Warren Haynes von den Allman Brothers oder Tommy Byrnes [Billy Joel] zusammen zu arbeiten. Wir holten uns nämlich für einzelne Songs Gastmusiker live ins Studio. Da waren noch Andy Burton [Ian Hunter] an den Keyboards sowie die Sängerinnen Janice Pendarvis [David Bowie], Jenny Douglas-Foote [Pink] und Sophia Ramos [Rod Stewart] mit an Bord. Es war ein großartiges Gefühl, mit diesen Sängerinnen das Mikro teilen zu dürfen. Das war pure Magie.“

Reflektiert Taylor Momsen mit dem Albumtitel eigentlich einen ganz bestimmten Moment ihres Lebens?
„Nein, das ist einfach nur ein Song auf dem neuen Album, der mit enorm viel Energie geladen ist. Der Track war aber auch nur eine von mehreren Optionen für den Albumtitel und hat keine große Bedeutung bezüglich meines Lebens. Wir fanden es einfach interessant, einen Titel als Frage zu formulieren, als Frage, die letztlich jeder nur für sich beantworten kann.“

In dem Song „Wild City“ beschreibt die Sängerin, wie es sich anfühlt, in New York City zu leben.
„Ja, ich bin eine richtige New Yorkerin, und das mit ganzem Herzen. Mit diesem Song versuche ich genau dieses ganz spezielle Gefühl einzufangen, das du empfindest, wenn du als junger Mensch abends allein durch New York City gehst. Das mag manchmal ein bißchen seltsam sein, aber andererseits spürst du dennoch diese immense Energie dieser Stadt, die ja bekanntlich nie schläft. Genau das wollte ich mit diesem Song zum Ausdruck bringen.“

Der Opener „The Walls Are Closing In/Hangman“ hingegen erinnert ein bißchen an Alternative Zeiten und mit dem Gitarrenlauf hier im speziellen an Alice In Chains.
„Das kann gut sein. Ich habe sehr viele unterschiedliche musikalische Einflüsse. Da wären zum ersten The Beatles, Led Zeppelin, Pink Floyd, The Doors, aber auch die Neunziger mit all den Alternative- und Grunge-Bands hatten ihren Einfluß auf mich, wie etwa Soundgarden oder Pearl Jam und all diese Bands. Ich könnte diese Aufzälung noch lange fortsetzen, dazu reicht uns die Zeit nicht.“

Ist es für die gelernte Schauspielerin eigentlich schwierig, sich auf ein Live Publikum umzustellen? Schließlich hat man vor der Kamera die Möglichkeit, Szenen immer und immer wieder aufzunehmen, bis alles paßt. Das geht auf der Bühne ja nicht.
„Rock ’n’ Roll ist der größte Spaß, den man überhaupt haben kann. Diese Musik bedeutet für mich Freiheit. Jeden Tag auf die Bühne zu gehen, ans Mikrofon zu treten und dabei den Leuten direkt ins Gesicht sehen zu können, ist der absolut beste Job, den es überhaupt gibt auf der Welt. Die Live-Auftritte sind mir sehr wichtig. Wir versuchen sowohl auf unseren Alben als auch bei unseren Live-Shows so gut es geht ohne Computer auszukommen. Die Leute sollen auch auf der Bühne echte Musiker stehen sehen. Nur so bleibt der Rock ’n’ Roll am Leben erhalten. Und um nochmal auf die Frage zurückzukomen, mit Schauspielerei hat das alles nichts zu tun.“

Ist der Song „Living In The Storm“ an einen ganz bestimmten Sturm gerichtet?
„Nein, das ist lediglich als Metapher zu sehen. Dieser Titel soll stellvertretend dafür stehen, wie verrückt und chaotisch es momentan in der Welt zugeht. Das war zwar immer schon irgendwie so, aber so extrem wie in den letzen Monaten war es wohl schon lange nicht mehr.“

Hat das unter anderem mit einem gewissen Präsidentschaftskandidaten in den USA zu tun?
„Das bezieht sich nicht nur auf die Präsidentschaftswahlen, sondern allgemein auf all das, was derzeit geschieht. Es geht um all die Gewalt und die Umweltkatastrophen, das läßt sich nicht nur auf Amerika beschränken.“
Text: Tom Klaner

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